Ein ehemaliger Mitarbeiter des Phantasialand packt aus. Ein Erlebnis hinter den Kulissen löst bei ihm bis heute Gänsehaut aus.
„Unfassbar“Ex-Mitarbeiter packt aus – dieser Moment sorgt für Gänsehaut

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Gleise der Achterbahn F.L.Y. in der Themenwelt Rookburgh im Phantasialand.
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Andreas Sartorius ist dem Freizeitpark seit mehr als 45 Jahren treu. Eine Erfahrung als Angestellter dort hat aber alles getoppt und löst bis heute starke Gefühle aus.
Für Andreas Sartorius (50) ist das Phantasialand eine echte Herzenssache, nicht bloß ein Zeitvertreib. Seine Hochzeitseinladung ist der beste Beweis: Sie zeigt das Paar auf der Attraktion Taron. Die engste Beziehung zum Park entwickelte der Lkw-Fahrer aus Jülich jedoch, als er einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte.
Der Super-Fan hatte von 2019 bis 2023 einen Aushilfsjob im Park, um die Musikgruppe für seine Hochzeit bezahlen zu können. Über einen Zeitraum von vier Jahren prüfte er die Sicherheitsbügel und wies Besucher ein, meistens bei seiner favorisierten Bahn Taron. „Das war ne geile Zeit“, meint er heute über diese Phase, in der er den Park aus einem komplett anderen Blickwinkel kennenlernte.
Gänsehaut-Moment bei geheimer Eröffnung im Phantasialand
Ein Erlebnis ist ihm dabei für immer im Gedächtnis geblieben: das Soft-Opening von Rookburgh. Er durfte als einer der ersten den neuen Themenbereich bei einem internen Mitarbeiter-Event während der Corona-Zeit erkunden. „Die Tore gehen auf, man geht durch diesen Tunnel, zum ersten Mal, und ich hab einfach gedacht: Was ist denn jetzt passiert? Das ist ja wie in einer anderen Welt.“

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Blick auf das Tor zur Themenwelt Rookburgh im Phantasialand.
Die Reaktion seiner Frau Kathrin, als er drei Tage danach mit ihr zurückkehrte, war heftig. Obwohl sie eine gewöhnliche Besucherin ist, „ist aus den Latschen gekippt“, als sie Rookburgh erblickte. „Unfassbar, ein absolut beeindruckender Augenblick“, wie Sartorius findet.
Klare Kante bei Kritik an Ticketpreisen fürs Phantasialand
Seine Sicht auf den Park wird bis heute von diesen Insider-Erfahrungen geformt. Wenn sich andere über die Eintrittspreise aufregen – „Es gibt ja immer welche, die meckern“ – nimmt er das Phantasialand in Schutz. Er kennt eben beide Perspektiven: die der Millionen Gäste und die der Angestellten.

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Der Ex-Mitarbeiter und Super-Fan Andreas Sartorius im Phantasialand.
„Eine Achterbahn hinstellen kann jeder Park“, macht er deutlich. Das wirklich Einzigartige sei aber die Gestaltung. „Eine Black Mamba kann ich nur im Phantasialand fahren.“ Er hebt hervor, dass bei dem Themenareal Klugheim die Dekoration kostspieliger war als die Bahn an sich. „Dafür braucht man Ideen, die richtigen Leute, und man muss auch Bock drauf haben.“
Genau diese Hingabe zum Detail lockt ihn immer wieder nach Brühl. Ihm geht es um das große Ganze. Deshalb meint er auch völlig ernst: „Ich fahre eben auch gerne Geister-Rikscha.“ Manchmal verbringt er zweieinhalb Stunden durchgehend in der Gondel, während seine Frau nur mit dem Kopf schüttelt.
Wehmut für alte Attraktionen, Liebe für das Neue
Natürlich hängt auch er an alten Klassikern wie der Hollywood-Tour oder der Gondelbahn 1001 Nacht. „Das war auch toll“, blickt er zurück. Sein Job im Park hat ihm aber beigebracht, dass man manchmal Platz für Innovationen schaffen muss, besonders weil das Areal begrenzt ist.

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Andreas Sartorius mit seiner Ehefrau Kathrin in der Themenwelt Mexico im Phantasialand.
Die Demontagen von Galaxy oder Condor haben ihn daher nicht schockiert. Stattdessen gibt es jetzt Chiapas – und die Musik der Wasserbahn dient ihm als Klingel- und Weckton. Für ihn ist der Sound aus dem Themenbereich Mexico „das Beste, was jemals irgendwo in einem Park gelaufen ist“.
Beim Ansehen eines alten Films aus den 90er-Jahren – „Adrenalin“ mit Til Schweiger – wurde ihm klar: Der Park wirkt heute viel ansprechender als früher. Für einen Nostalgiker ist das eine harte Aussage, aber Sartorius steht dazu.
Tragischer Schicksalsschlag wird zur besonderen Erinnerung im Phantasialand
Ein Ereignis verdeutlicht, wie eng seine Verbindung zum Park wirklich ist. Sein Großvater, der ihn als kleiner Junge oft mitnahm, verstarb, als Sartorius sich gerade im Phantasialand aufhielt. Was dramatisch klingt, empfindet er als stimmig: „Das hat mir gefallen, dass Opa den Löffel reicht, während der Enkel im Phantasialand ist. Für Opa bin ich dann nochmal eine Runde Black Mamba gefahren.“
Mit seinen 50 Jahren ist Sartorius bewusst, dass er nicht für immer Achterbahn fahren kann. Bei Raik wird ihm mulmig und die Winjas bereiten ihm Probleme. Einige Kurven machen seinem Körper zu schaffen. „Aber ich werde trotzdem weiter ins Phantasialand gehen. Auch wenn ich irgendwann nicht mehr Achterbahn fahren vertrage.“
Hier spricht kein Träumer, der einer Illusion nachhängt. Hier spricht jemand, der seinen Lieblingsort so häufig aufgesucht hat, dass er versteht: Der Park besteht aus mehr als nur den Fahrgeschäften. Es geht um die Mitarbeiter, die Musik von Chiapas und die Chance, in eine andere Realität einzutauchen. Sein Fazit: „Danke, dass es diesen obergeilen Park gibt.“

