Wichtige Aktion in LeverkusenNach brutalem Angriff auf Polizistin: Politiker reagiert mit Wettbewerb

Aufkleber Leverkusener Ultras mit ACAB-Schriftzug.

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Mit Beleidigungen gegen Einsatzkräfte beginnt Gewalt: Der ältere Aufkleber der Leverkusener Ultras mit „ACAB“-Schriftzug klebte in Leverkusen.

Ein brutaler Angriff auf eine Polizistin in Opladen erschüttert die Stadt. Als Reaktion darauf ruft ein Politiker einen besonderen Wettbewerb ins Leben.

Was an Ostern in Leverkusen-Opladen passierte, macht fassungslos. Bei einer Feier anlässlich einer Haftentlassung eskalierte die Situation komplett, als die Polizei wegen Lärms anrückte. Aus einer Gruppe von 50 Personen wurden die Beamten attackiert. Die Folgen sind dramatisch: Zwei Polizisten wurden dienstunfähig. Einer 29-jährigen Kommissarin schleuderte man eine Flasche mitten ins Gesicht, mehrere Zähne brachen dabei wohl ab. Gegen 22 Personen aus dem Umfeld einer stadtbekannten Großfamilie laufen nun die Ermittlungen.

Dieser Vorfall ist für den Landtagsabgeordneten Rüdiger Scholz (CDU) der traurige Höhepunkt einer Entwicklung, die er nicht mehr hinnehmen will. Er hat deshalb den Wettbewerb „Respekt“ initiiert, der bereits 2018 erstmalig stattfand. Die Aktion soll junge Menschen für die wachsende Geringschätzung gegenüber Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr sensibilisieren.

Schock-Zahlen und Hass-Parolen im Alltag

Am Montag erhielten alle 47 Schulen in Leverkusen die entsprechenden Unterlagen. Der Wettbewerb ist in drei Altersklassen unterteilt: Grundschule, die Klassenstufen fünf bis neun und die Jahrgänge zehn bis 13. Bei der Art der Einreichung haben die Teilnehmenden freie Hand – ob Fotografie, Video, Zeichnung oder eine Skulptur, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Verrohung zeigt sich auch im Kleinen, wie durch Hass-Aufkleber mit der Parole „ACAB“ (steht für „All Cops Are Bastards“), die auch in Leverkusen auftauchen. Die offiziellen Zahlen des Bundesinnenministeriums sprechen eine klare Sprache: Ende 2024 erreichte die Gewalt gegen Polizeikräfte einen neuen Höchststand.

Unglaubliche 106.875 Beamte wurden im Dienst Opfer einer Gewalttat. Laut Ministerium waren 87 Prozent davon von Widerstand und tätlichen Angriffen betroffen. Besonders stark war der Anstieg bei verbalen Bedrohungen.

Doch nicht nur die Polizei ist Ziel von Attacken. Das Lagebild zeigt auch die Angriffe auf andere Helfer. Im Jahr 2024 wurden 1012 Feuerwehrleute und 2916 sonstige Rettungskräfte im Einsatz Opfer von Gewalt.

„Man merkt das sofort“

Scholz kennt die Situation aus erster Hand. Er war selbst nachts mit Polizeistreifen unterwegs und hat den Druck erlebt, unter dem die Beamten stehen. „Man merkt das sofort an allen möglichen Kleinigkeiten, wie sich viele Menschen gegenüber Polizisten verhalten“, berichtet der Politiker. Es fange mit kleinen Widerständen oder Bemerkungen an und ende bei Handgreiflichkeiten.

Dass er sich mit seinem Wettbewerb gezielt an Kinder und Jugendliche wendet, hat einen persönlichen Grund aus seiner Zeit als Lehrer. Einer seiner Schüler bezeichnete Polizisten immer wieder als „Bullen“. Scholz griff damals zu einer Methode der alten Schule: Der Schüler musste 100 Mal den Satz „Ich werde nie wieder einen Polizisten als Bullen titulieren“ schreiben. „Wir müssen früh beginnen, den Kindern Respekt gegenüber Einsatzkräften beizubringen“, so Scholz. Den Gewinnerinnen und Gewinnern winken 100 Euro Preisgeld und ein exklusiver Besuch im Düsseldorfer Landtag. (red)