Bei einer Geschwindigkeitskontrolle ist der Fahrer oder die Fahrerin eines 500-PS-Luxuswagen in die Radarfalle gerast. Die erlaubten 100 km/h ließ er oder sie weit hinter sich.
Blitzer-Alarm bei KölnGeschwindigkeit von 500-PS-Flitzer macht Einsatzkräfte fassungslos

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Mit Tempo 231 wurde in Pulheim ein Autofahrer oder eine Autofahrerin gemessen.
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Diese Messung ließ selbst erfahrene Einsatzkräfte fassungslos zurück. Auf der B59 zwischen Pulheim-Stommeln und der Kölner Stadtgrenze ist ein Fahrer oder eine Fahrerin mit einem 500-PS-Luxuswagen in die Radarkontrolle gerast – mit 231 km/h!
Die Polizisten und Polizistinnen des Verkehrsdienstes hatten sich am Morgen des 4. Februars 2026 positioniert. Die Fahrbahn war zu dem Zeitpunkt nass, bei nur zwei Grad Celsius bestand die Gefahr von Straßenglätte. An dieser Stelle, einem bekannten Unfallschwerpunkt, gilt ein Tempolimit von 100 km/h.
Raser/Raserin auf B59 geblitzt: Krasse Strafe droht
Doch die gefährlichen Bedingungen hinderten den Fahrer oder die Fahrerin des Luxusschlittens nicht daran, aufs Gas zu treten. Ein Anhalten des Fahrzeugs war bei der Messmethode nicht vorgesehen, daher konnte die Person zunächst weiterfahren.
Auf Anfrage teilte die Polizei mit, dass die verantwortliche Person schriftlich benachrichtigt wird. Die Konsequenzen sind hart: Laut Polizeiangaben drohen 700 Euro Bußgeld, ein Fahrverbot von drei Monaten sowie zwei Punkte im Fahreignungsregister.
Zusätzlich kann die Straßenverkehrsbehörde eine Überprüfung der generellen Fahrtauglichkeit anordnen. Es wird zudem geprüft, ob ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen nach Paragraf 315d des Strafgesetzbuches eingeleitet wird. Die Ermittlungen zur Identifizierung des Fahrers oder der Fahrerin laufen, wobei gutes Bildmaterial die Chancen auf einen Erfolg erhöht.
Die B59 bei Pulheim gilt als berüchtigte Raser- und Unfallpiste. Auf dem acht Kilometer langen Abschnitt kommt es jährlich zu vielen Verkehrsunfällen. Allein im Januar krachte ein Lkw in zwei Pkw, wobei drei Personen verletzt wurden. Nur wenige Tage danach blockierte ein umgekippter Anhänger die Straße.
Im vergangenen Sommer musste ein gestürzter Motorradfahrer mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Tragischer Höhepunkt war der Tod zweier Männer auf einem Motorroller bei einem Unfall im August 2022.
Gerade Strecke lädt zum Rasen ein – ADAC fordert vierspurigen Ausbau
Über die Jahrzehnte hat sich die Bundesstraße durch Baumaßnahmen zu einer regelrechten Rennstrecke gewandelt. In den frühen 90er-Jahren entstand die Umgehungsstraße von Stommeln. Schrittweise wurde die Strecke erweitert, bis die finalen Arbeiten an der Kölner Stadtgrenze 2009 abgeschlossen waren. Der Streckenverlauf ist fast kurvenlos, der Ausbauzustand gut und die Entfernung zu Wohngebieten groß – Faktoren, die offenbar zum Rasen verleiten.
Roman Suthold, ein Verkehrsexperte des ADAC, erklärte bereits 2025 auf Anfrage, dass baulich alle Vorkehrungen zur Erhöhung der Sicherheit getroffen worden seien. Der Automobilclub plädiert deshalb für einen Ausbau der B59 auf vier Spuren zwischen Pulheim und Rommerskirchen. Laut Suthold müssten die Fahrbahnen mit Mittelleitplanken voneinander getrennt werden. Dies sei die einzige Möglichkeit, die Zahl der Unfälle zu verringern.
Der Verkehrsexperte äußerte damals schon Zweifel, ob der Bund die notwendigen finanziellen Mittel für den Umbau bereitstellen würde. Im letzten Jahr ließ die Kreisverwaltung fest installierte Messpunkte, sogenannte Leitboys, aufstellen. Das sind Kunststoffbaken, die verhindern sollen, dass Autofahrer und Autofahrerinnen an Engstellen über schraffierte Flächen überholen. Dennoch wird weiterhin gerast – zu jeder Jahreszeit und Tageszeit, bis es zum nächsten Unglück kommt (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

