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Während einer Zombie-ApokalypseWo ist der sicherste Ort in Köln?

Zombie-Walk in der Essener City (Archivbild): Wo wäre es bei einer Zombie-Apokalypse am sichersten?

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Zombie-Walk in der Essener City (Archivbild): Wo wäre es bei einer Zombie-Apokalypse am sichersten?

Eine (nicht ganz ernst gemeinte) Analyse zeigt: Wer im Ruhrgebiet wohnt, hat im Falle einer Zombie-Apokalypse kaum eine Chance. Auch Köln schneidet erschreckend schlecht ab – aber es gibt Ausnahmen. 

Stellen wir uns kurz vor: Es ist ein ganz normaler Dienstag in Köln. Die KVB ist mal wieder verspätet – und dann fangen die Leute an, sich gegenseitig zu beißen und zu essen. Zombie-Apokalypse. Klingt absurd? Ist es auch. Aber die Frage, wo man in Nordrhein-Westfalen am besten überleben würde, lässt sich erstaunlich seriös beantworten. Mit echter Wissenschaft, echten Daten – und einem Ergebnis, das auch ohne Untote zum Nachdenken anregt.

Denn ob Pandemie, Blackout, Versorgungskrise oder eben der fiktive Zombiebefall: Die Faktoren, die über Leben und Tod entscheiden, sind dieselben. Wer hat Zugang zu Frischwasser? Wer kann sich selbst ernähren? Wer ist weit genug weg von Millionen anderer Menschen, die alle dieselbe Dose Ravioli wollen?

So haben wir gerechnet

Für diese Analyse haben wir eine sogenannte gewichtete Multi-Kriterien-Analyse (MCA) durchgeführt – eine in der Geografie und Katastrophenforschung etablierte Methode. Wir haben für alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW fünf entscheidende Faktoren bewertet und zu einem Gesamtscore zwischen 0 und 100 verrechnet. So haben wir gewichtet:

  1. 35 % – Bevölkerungsdichte: Je mehr Menschen auf engem Raum, desto schneller breitet sich jede Seuche aus – mathematisch beschrieben im SIR-Modell von Kermack & McKendrick (1927), dem Grundstein der modernen Epidemiologie.
  2. 25 % – Frischwasserzugang: Ohne funktionierenden Wasserhahn brauchen Sie innerhalb von drei Tagen keinen Zombie mehr zu fürchten. Bewertet wurden Talsperren, Fließgewässer und Grundwasservorkommen nach Daten des LANUV NRW.
  3. 20 % – Landwirtschaftsfläche: Wenn die Supermarktkette nicht mehr liefert, zählt: Wer kann sich selbst versorgen? (Anteil der Anbaufläche je Kreis nach Destatis-Flächenerhebung 2021).
  4. 10 % – Geländehöhe: Erhöhte Lagen sind schwerer zu erreichen, leichter zu verteidigen und oft dünn besiedelt. Daten: Digitales Geländemodell NRW (Geobasis NRW).
  5. 10 % – Krankenhäuser je 100.000 Einwohner: Medikamente, Verbandsmaterial, Operationswerkzeug – im Idealfall auch Ärzte (Krankenhausatlas NRW 2022, MAGS NRW)

Das Ausbreitungsmodell basiert auf der Studie „When Zombies Attack!“ von Philip Munz et al. (2009). Die Autoren – echte Mathematiker der Carleton University in Ottawa – zeigen: Isolation ist die einzig wirksame Strategie gegen einen sich exponentiell ausbreitenden Erreger. Das Modell wird in der Epidemiologie als Lehrbeispiel verwendet.

Wo überlebt man die Apokalypse am ehesten?

Hier ist eine vollständige interaktive Karte mit allen 53 NRW-Kreisen und dem jeweiligen Überlebens-Score:

Die Ergebnisse: Das Sauerland rettet Leben

Das Ranking ist eindeutig – und für viele Ruhrgebietsbewohner niederschmetternd. Alle 53 NRW-Kreise und kreisfreien Städte wurden auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet – je höher die Zahl, desto besser die Überlebenschancen.

  1. 1. Höxter 84,9
  2. 2. Euskirchen 84,0
  3. 3. Olpe 82,2
  4. 4. Hochsauerlandkreis 80,3
  5. 5. Siegen-Wittgenstein 76,0
  6. ...
  7. 49. Bochum 21,0
  8. 50. Essen 18,9
  9. 51. Oberhausen 15,4
  10. 52. Gelsenkirchen 6,6
  11. 53. Herne 0,6

Der Hochsauerlandkreis hat eine Bevölkerungsdichte von nur 76 Einwohnern pro Quadratkilometern – zum Vergleich: Herne bringt es auf 3721. Dazu kommen Talsperren (Möhnesee, Sorpesee), ausgedehnte Wälder und Gebirgszüge bis 843 m Höhe. Höxter führt das Ranking mit 84,9 Punkten an – Geheimtipp für alle, die schon immer mal ins Weserbergland wollten. Ohne viele Zombies.

Köln: Schlechte Nachrichten für die Domstadt

Köln belegt Rang 48 von 53 – mit einem Score von nur 28,2 von 100 Punkten. Rund 2735 Menschen leben hier auf jedem Quadratkilometer. Jede ansteckende Krankheit – ob Zombie-Virus oder reale Pandemie – hat in einer solchen Bevölkerungsdichte leichtes Spiel. 

Hinzu kommt: Nur 15 Prozent der Kölner Fläche sind Landwirtschaftsfläche. Talsperren? Fehlanzeige. Der Rhein ist zwar da – aber Rheinwasser ist ohne aufwendige Aufbereitung kein Trinkwasser.

Köln ist eine Stadt mit 41 Stadtteilen. Und auch hier unterscheiden sich die Überlebenschancen. Wer innerhalb Kölns die besten Karten hat – und wer besser jetzt schon einen Umzugswagen bestellt:

  1. Porz / Wahn: Randlage im Südosten, weniger dicht besiedelt, direkte Nähe zur Wahner Heide (Naturschutzgebiet, Kleingartenanlagen, Flughafen-Infrastruktur mit Lagerhallen und Treibstoffreserven). Kein perfekter Ort – aber der beste in Köln.
  2. Rodenkirchen / Sürth: Südliche Randlage, Zugang zu Rheinuferflächen und Kleingärten, geringere Bevölkerungsdichte als die Innenstadt, natürliche Abgrenzung durch den Rhein im Westen.
  3. Chorweiler: Nördlichste Randlage der Stadt, viel Grünfläche und Anbaufläche im Umfeld.
  4. Innenstadt / Ehrenfeld / Nippes: Maximale Dichte, minimale Selbstversorgung, null natürliche Barrieren. Hier würde sich jeder Zombie-Erreger in Rekordzeit verbreiten. Im Ernstfall: so schnell wie möglich raus.

Was das alles mit echten Katastrophen zu tun hat

Natürlich ist das Zombie-Szenario nur ein Hirngespinst. Die Parameter, die über das Überleben in einer Zombie-Apokalypse entscheiden, ähneln jedoch jenen, die Katastrophenschützer, Epidemiologen und Stadtplaner bei realen Krisenszenarien bewerten.

Die COVID-19-Pandemie zeigte: Städte mit hoher Bevölkerungsdichte hatten früher, mehr und schwerere Ausbrüche. Das Robert-Koch-Institut (RKI) dokumentierte signifikant höhere Inzidenzwerte in dicht besiedelten Ballungsräumen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt in seinem Risikoanalysebericht zudem ausdrücklich: Bei einem mehrtägigen Stromausfall kollabieren städtische Versorgungssysteme zuerst. Wer Zugang zu Brunnenwasser, eigener Lebensmittelproduktion und einfachen Heizmöglichkeiten hat, übersteht das.

Lieferkettenunterbrechungen – wie sie 2021/22 zu beobachten waren – treffen Ballungszentren mit geringer lokaler Eigenproduktion am härtesten. Wer eine Kleingartenanlage vor der Tür hat, schläft ruhiger.

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