Der Zugweg in Köln ist durch die Gaststätte „Formula Uno“ eine der italienischsten Straßen Kölns. Vor dem mit Spannung erwarteten WM-Play-Off-Finale Italiens gegen Bosnien hat EXPRESS.de Kult-Wirt Carmelo Bennardo gefragt: „Che fai?“, „Was läuft?“ Und: „Geht es diesmal gut?“
Zittern im WM-Playoff-FinaleKölner Kultwirt Carmelo mit Drohung bei Italien-Schlappe

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Immer voll dabei: Der kölsche Italiener Carmelo Bennardo ist Wirt der Gaststätte Formula Uno am Zugweg in der Südstadt.

Die Fußball-WM ohne Italien? Der Alptraum der Nation kann am Dienstag (31. März 2026) im Playoff-Finale auswärts gegen Bosnien-Herzegowina in Zenica, Anpfiff um 20.45 Uhr, wahr werden. Es wäre die dritte verpasste WM hintereinander. Kölns italienischer Kult-Wirt Carmelo Bennardo hat für diesen Fall eine klare Forderung.
Der Chef der Sportsbar „Formula Uno“ glaubt zwar an das Team und hofft natürlich auf einen Sieg der „Squadra Azzurra“, aber für den Fall einer Pleite sagt er: „Dann sollen sie nicht mit dem Flugzeug nach Hause, sondern zu Fuß oder mit dem Flixbus, oder sie sollen schwimmen.“ Der Balkan ist mit dem italienischen Stiefel bekanntlich über die Adria verbunden.
„Formula Uno“ beliebt bei Sportfans
Zwar habe die Mannschaft von Trainer Gennaro Gattuso keinen Superstar in der Mannschaft, so der Kölner Gastronom, aber mit einer Teamleistung wie im Playoff-Halbfinale gegen Nordirland (2:0) könne es gegen die Bosnier, die mit dem 40-jährigen Neu-Schalker Edin Dzeko antreten (traf auch im Playoff-Halbfinale gegen Wales, 2:4 nach Elfmeterschießen), natürlich klappen. Aber einfach wird das nicht.
Überhaupt geht der Wirt mit gemischten Gefühlen in den Fußballsommer. Sein Lokal am Zugweg in der Südstadt ist berühmt für die vielen Fußballpartys, die dort gefeiert wurden. Bei Live-Übertragungen großer Fußballturniere zog das „Formula Uno“ immer Hunderte Fans an.
Bei der letzten EM griff allerdings das Ordnungsamt in das Fußball-Dolce Vita ein. Weil die Massen die Straße blockierten, wurde der Wirt dazu verdonnert, den Terrassenbereich abzuschirmen, um den freien Blick auf den großen TV-Bildschirm von der Straße zu unterbinden. Damit war die einzigartige Atmosphäre vom Hexenkessel und von überbordender Fußballlust dahin.

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Der Wirt musste auf Anordnung des Ordnungsamtes die Terrasse sozusagen blickdicht machen.
Ordnungsamtsmitarbeitende hatten sogar noch während einer Live-Übertragung damit gedroht, den Stecker zu ziehen. Sie gaben erst nach wütendem Protest der Gäste nach und gewährten dieses eine Mal noch Aufschub. Dann aber musste Carmelo handeln und improvisieren. Er holte zwei riesige Italien-Fahnen aus dem Keller und machte die Terrasse zum blickdichten Not-Sommergarten.

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Fußballfans belagern das „Formula Uno“ bei einer Live-Übertragung eines Italienspiels bei der EM 2016.
Und was plant Carmelo nun für die kommende WM (Eröffnungsspiel am 11. Juni)? „Ich lasse das erstmal auf mich zukommen“, sagt der symphatische Wirt. Er hofft, dass die Italiener den WM-Traum am Dienstagabend nicht schon wieder vor die Wand fahren. Schon bei den vergangenen beiden WM-Turnieren in Katar und Russland war Italien nicht dabei.
Für Bosnien-Herzegowina, das von Ex-Bundesligaprofi Sergej Barbarez trainiert wird, würde ein Sieg die zweite WM-Teilnahme nach 2014 bedeuten.

