Junkies und Drogenhandel gehören in Köln mittlerweise zum traurigen Straßenbild. EXPRESS.de-Leserreporter Horst B. hat eine Szene dennoch ziemlich geschockt.
Kölner schildert schlimme Szene„Es passiert einfach mittendrin“

Copyright: Leserreporter Horst B.
Horst B. wurde Zeuge, wie sich ein Junkie an der Straße An der Rechtschule in unmittelbarer Nähe zum Wallrafplatz einen Schuss setzte.

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Die Drogenszene in Köln ist heftig. Herumlungernde Junkies, benutzte Spritzen, offener Drogenhandel, Verwahrlosung – so gut wie jeder Kölner, jede Kölnerin ist damit schon konfrontiert worden. EXPRESS.de-Leserreporter Horst B. schildert jetzt geschockt eine Situation, die er mitten in der Stadt erlebte – morgens gegen 10 Uhr an der Straße An der Rechtschule in unmittelbarer Nähe zum Wallrafplatz.
Als er dort sein Fahrrad an dem Radständer angeschlossen habe, habe er ein anderes, klappriges Fahrrad bemerkt, erzählt der Kölner: „Daneben stand ein Junkie und bewegte sich nicht mehr.“
Horst B. schildert schlimme Szene mitten in Köln
Seine Drogenutensilien habe der Mann direkt neben einem Gastrotisch auf dem Stuhl abgelegt. „Er stand mit dem Rücken zu mir. Ich sprach ihn an, ob alles in Ordnung sei. Daraufhin drehte er sich um, die Spritze in der linken Hand, den rechten Arm abgebunden. Blut lief ihm am Arm runter“, so der Leserreporter.
Er habe den Drogenabhängigen aufgefordert, „das doch bitte nicht mitten in der Öffentlichkeit“ zu machen. „Daraufhin schaffte er sein Fahrrad zwei Meter weiter, hockte sich neben die Fahrradständer und drückte sich die Spritze in den Arm“, erklärt Horst B. Zum Glück habe die Gastronomie am Wallrafplatz den Bereich ihrer Terrasse noch nicht geöffnet gehabt, meint er.
„Aber es ist einfach unglaublich, dass mittlerweile überhaupt keine Rücksicht mehr darauf genommen wird, wo sich die Droge in den Arm gedrückt wird“, so Horst B. „Es wird sich nicht mehr die Mühe gemacht, sich einen Hauseingang oder irgendeine Hecke zu suchen, sondern es passiert einfach mittendrin.“
Auch mit dem Bewusstsein, dass sich diese Personen meist in schwierigen Lebenslagen befinden, die Hilfe bräuchten, aber nur selten annehmen, ist die Situation kaum zu ertragen. Ob am bekannten Drogen-Hotspot Neumarkt oder auch am Friesenplatz, wo Anwohnende und Geschäftsinhaber sich über die zunehmend katastrophalen Zustände beklagen.
Kölner Drogenszene: Ist das Suchthilfezentrum die Lösung?
Ein Anwohner der Südstadt schilderte vor einigen Monaten die Lage in einem Park, in dem mehrere Crack-Junkies leben. „Bei Regen suchen einige von ihnen Schutz vor den Haustüren. Ich kann das Haus mit meinem fünf Monate alten Baby nicht mehr verlassen“, erzählte er. Die Kölnerin Sabine M. (57) berichtete über den Zustand an einer KVB-Haltestelle, wo dutzende drogenabhängige Menschen auf dem Boden liegen neben Blutlachen und Spritzen. M.: „Alles ist voller Müll, Dreck, Erbrochenem, Kot.“
Erst vor wenigen Tagen hat der Stadtrat grünes Licht für Kölns erstes Suchthilfezentrum für Schwerstabhängige gegeben. Die zentrale Anlaufstelle am Perlengraben soll die Zustände am nahen Neumarkt beenden. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
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