Tschö Ring, hallo Pascha Wie der neue „Wurst-Willy“-Chef Kölns Sex-Gäste beglückt

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Der als „Blumen Bobby“ bekannte Rosenverkäufer Sanjeev Sharma hat an der Hornstraße die „Wurst Willy“-Imbissbude neu eröffnet.

Köln – „Hast Du Hunger oder Durst, geh zu Willy, iss ne Wurst!“ Dieser Slogan über einer dampfenden Kult-Imbissbude an der Ecke Hohenzollernring/Klapperhof prägte mehr als 40 Jahre lang das Kölner Nachtleben.

Unterweltler, Promis, Partygänger, Millionäre oder Bettler – wenn nachts der Hunger kam, waren sie alle da. Jetzt ist „Wurst Willy“ am Ring endgültig Geschichte. Zudem baut Disko-König Yahya Firat das ganze Eckhaus um (hier mehr lesen).

Wurst Willy vor dem OLG Köln

Nach einem Rechtsstreit bekam Sanjeev Sharma (44), der nebenbei als Rosenverkäufer „Blumen-Bobby“ seit mehr als 20 Jahren in Nachtclubs und Kneipen unterwegs ist, nun vom Oberlandesgericht Köln Recht. Nur er allein darf als früherer Betreiber der Bude (und Nachfolger des 2002 verstorbenen kölschen Originals Wolfgang Korte) die legendäre Marke „Wurst Willy“ in Köln nutzen. Ein kleiner Imbiss am Hohenzollernring, der sich bis zuletzt „Wurst Willy“ nannte, musste sein Schild ändern.

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Die Imbissbude ist jede Nacht geöffnet, links der EC-Automat.

Wurst Willy nur noch am Pascha

Doch Willy feierte Neueröffnung: Im grellen Licht des Pascha an der Hornstraße baute Sharma aus einem Seecontainer einen neuen Imbiss auf. Neben Bratwurst, Pommes und reichlich Bier wartet die Bude noch mit einer Sonderausstattung auf – auf das Hornstraßen-Publikum abgestimmt.

Für das Bordell nur 50 Euro

Thema Geld: Am Eingang steht ein EC-Automat. Und der wird offenbar gut genutzt: „Manche Gäste ziehen 50 Euro und gehen ins Pascha oder in das andere Bordell. Später kommen sie wieder, ziehen nochmal 50 Euro, gehen wieder rüber“, so Sharma. „Als ich mal einen Gast fragte, warum er nicht direkt 100, 150 Euro abhebt, sagte er: Nee, nachher zockt mich das Mädel ab – oder ich verliere das Geld. So kann ich nie mehr ausgeben als immer nur die 50 Euro.“

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Nach dem Sex Hände waschen: Sharma baute extra ein Außenbecken.

Waschen nach Sex-Besuch

Thema Hygiene: Zwischen zwei neuen Toiletten, die auch die Prostituierten bei einer Imbiss-Pause gerne mal nutzen, gibt es extra ein Außenwaschbecken mit Seifenspender. „Die meisten Gäste wollen sich nach dem Puff-Besuch erst mal kräftig die Hände waschen. Das können sie jetzt hier tun. Ist ja auch hygienischer vor dem Essen. Wer weiß, was sie vorher alles angefasst haben ...“

Thema Islam: Bisher war bei muslimischen Gästen der Geflügel-Döner-Drive-in an der Hornstraße beliebt – doch der machte dicht. Deshalb gibt’s bei Wurst Willy auch Hähnchen und Rinderwurst oder diverse Suppen. „Auch viele Partygänger vom Odonien oder türkische Taxifahrer sind froh, dass wir hier eine Alternative zu Schwein anbieten.“

Wurst Willy vor Kölns Gerichten

Klar ist: Bei „Wurst Willy“ ging es nie nur um die Wurst, sondern auch immer um viel Geld. Deshalb beschäftigte der Kampf um die lukrativen Standorte Klapperhof und Hornstraße immer wieder die Kölner Gerichte. Sogar Schutzgelderpressung war dort schon Thema. Sharma betont: „Zum Glück leben wir in einem Rechtsstaat. Gegen alle, die mich als Ausländer oder Blumenverkäufer abschätzig behandeln oder ausnutzen wollen, gehe ich juristisch oder notfalls mit der Polizei vor.“

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