In Köln-Neubrück sollen neue Wohnungen entstehen. Doch es gibt Widerstand.
Neue WohnungenGroßes GAG-Projekt in Köln – doch es gibt Widerstand

Copyright: GAG Immobilien AG/Lorenzen Mayer Architekten
Siegerentwurf für das Projekt Neubrücker Ring/Madaus Gartenland
750 neue Wohnungen für Köln-Neubrück – klingt gut, oder? Nicht für alle Anwohner. Die befürchten, dass das Viertel alles andere als lebenswert wird.
Ein Bewertungsgremium hat jetzt den Siegerentwurf für die Bebauung der ehemaligen Madaus-Gärten am Neubrücker Ring gekürt. Das Berliner/Kopenhagener Büro Lorenzen Mayer Architekten und das Kölner Büro urbanegestalt haben das Rennen unter sechs eingereichten Entwürfen gemacht.
750 neue Wohnungen in Köln-Neubrück
Vorgesehen sind rund 750 Wohnungen, ein großer Teil davon öffentlich gefördert, dazu zwei Kitas, eine Pflegeeinrichtung und eine Feuer- und Rettungswache. Das Quartier soll autoarm werden, der ruhende Verkehr in einer Quartiersgarage gebündelt – mit Fahrradstellplätzen, Sharing-Angeboten und Paketstationen. Auch an Klimaanpassung ist gedacht: begrünte Dächer, Regenwasserspeicherung und -versickerung.
„Mit dem Siegerentwurf liegt eine tragfähige Grundlage vor, um das Areal im Zusammenspiel von Wohnen, Freiraum und Infrastruktur verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, sagt GAG-Vorstand Christian Eiff. „Uns ist dabei besonders wichtig, ein Quartier zu schaffen, das den Alltag der Menschen vor Ort in den Blick nimmt und langfristig gut in den Stadtteil eingebunden ist.“
Unmut der Neubrücker Bürger
Doch es gibt Widerstand. Bereits bei der Vorstellung der sechs Entwürfe Anfang September hatten Neubrücker Bürger den GAG-Vertretern deutlich ihren Unmut gezeigt. Größter Streitpunkt: der Verlust der Kaltluftschneise, die mit der Bebauung der Grünfläche einhergeht. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Zahlreiche Gutachten, auch der Kölner Verwaltung, würden deren hohe stadtklimatische Bedeutung belegen, sagt Frank Patt vom „Bündnis für die Felder“. Dazu kommt die Sorge um die Nahversorgung: Der einzige Discounter im Stadtteil sei schon jetzt zu klein, klagen Anwohner – zusätzliche Bewohner würden die Situation verschärfen. Auch der geplante Stellplatzschlüssel und das dürftige ÖPNV-Angebot – die einzige Bahnhaltestelle heißt „Autobahn“ und liegt weit draußen – sorgen für Kritik.
Die GAG betont, dass mit dem Siegerentwurf noch keine endgültige Entscheidung über die konkrete Bebauung gefallen ist. Er dient als Grundlage für den Bebauungsplan, den die Stadt Köln erarbeitet. Immerhin: 292 Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern sind bereits in die Beratungen eingeflossen – zu Naturschutz, Freiflächenqualität, Verkehr und Nahversorgung. (red/mt)
