Eine geplante Vollsperrung der Bahnstrecke Köln - Bonn sorgt für Ärger in Köln. Pendlern und Pendlerinnen drohen chaotische Zusatände.
Baupläne stoßen auf WiderstandBessere Alternativen für Bahn-Pendelnde gefordert

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An der Luxemburger Straße soll der Bahnübergang abgerissen und neu errichtet werden. Dazu ist eine 17-monatige Vollsperrung ab Januar 2028 nötig.
Ein Bürgerbündnis namens „Rettet die Eisenbahnbrücken“ hat fristgerecht Einspruch beim Eisenbahnbundesamt eingelegt. Es richtet sich gegen den geplanten Abriss und Neubau der Bahnbrücken an der Luxemburger und Zülpicher Straße. Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) stellt sich gegen diese Pläne.
Ab Januar 2028 plant die Infrastrukturgesellschaft der DB, die beiden über 120 Jahre alten Brücken auf dem linksrheinischen Eisenbahnring in der Innenstadt durch neue zu ersetzen. Diese sollen auch für den Ausbau des S-Bahn-Rings erweitert werden. Ein ähnliches Vorgehen betrifft die Brücken an der Vogelsanger und Venloer Straße, wo das Verfahren bereits abgeschlossen und der Austausch genehmigt ist.
Bürgerbündnis ist überzeugt: alternative Lösungen existieren
Das Bürgerbündnis ist überzeugt, dass alternative Lösungen existieren. Es verweist auf eine Abmachung zwischen dem Stadtkonservator und der DB Netz AG. Roland Schüler, Sprecher des Bündnisses, erklärt: „Sie besagt, dass die unter Denkmalschutz stehenden Brücken an der Deutz-Mülheimer Straße abgerissen werden dürfen. Dafür sollen die vier Brücken des linksrheinischen Innenstadtrings erhalten bleiben“.
Schon seit 2012 hätten sich Denkmalschützerinnen und Denkmalschützer für den Erhalt der Brücken starkgemacht. Laut Schüler, der auch Bürgermeister des Stadtbezirks Lindenthal ist, seien sie „bedeutende Bauwerke der Eisenbahngeschichte“ und würden an die früheren Stadttore erinnern.
Das Bündnis hegt jedoch wenig Hoffnung, die beiden Brücken an der Luxemburger und Zülpicher Straße noch retten zu können. Es wirft der Bahn vor, die Instandhaltung vernachlässigt zu haben.
Für den Südbahnhof schlägt die Initiative eine Umgestaltung der Zülpicher Straße zwischen Dasselstraße und Zülpicher Wall vor, inklusive einer Verlegung der Haltestelle der Linie 9. Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen mit Aufzügen in der neuen Personenunterführung könne trotzdem realisiert werden.
Der geplante Neubau eines Mittelbahnsteigs unter der neuen Bahnbrücke an der Luxemburger Straße würde keine direkte neue Verbindung zu den DB-Bahnsteigen schaffen. Der Grund: Die Aufzüge müssten aus Platzgründen in die Widerlager auf der Nordseite der neuen Brücke eingebaut werden.
VCD fordert mindestens zwei Behelfsbahnsteige nahe Bahnhof Süd
Auch vom Regionalverband Köln des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) gibt es Einwände gegen das Planfeststellungsverfahren.
Die Planungen sehen eine 17-monatige Vollsperrung der Strecke zwischen den Hauptbahnhöfen Köln und Bonn vor, was für die Fahrgäste unzumutbar sei. Beim geplanten Austausch der Brücken an Venloer und Vogelsanger Straße hatte die Bahn ursprünglich den Einbau von Hilfsbrücken vorgesehen, um einen zweigleisigen Zugbetrieb während der Bauzeit zu sichern. Dieser Plan wurde später verworfen und durch das neue Bauverfahren mit Vollsperrung ersetzt, ohne die Öffentlichkeit einzubeziehen.
Der VCD verlangt deshalb den Bau von zwei Behelfsbahnsteigen. So könnten während der 17-monatigen Sperrung zwischen Köln und Bonn/Euskirchen immerhin vier Züge pro Stunde und Richtung verkehren. Die Bahn-Pläne sehen bislang nur einen Behelfsbahnsteig bei der Südbrücke vor. Aus Sicht des VCD macht dieser wenig Sinn, da die Innenstadt von dort mit der KVB-Linie 17 nicht ohne Umsteigen erreichbar ist. Ein zweiter Bahnsteig nahe dem Bahnhof Süd sei daher notwendig. Von dort aus wären Universität, Uni-Klinik, Barbarossaplatz und die Haltestelle Eifelwall in wenigen Gehminuten erreichbar.
Inzwischen scheinen die Bahn und der Verkehrsverband go.Rheinland akzeptiert zu haben, dass ein zweiter Umsteigepunkt nötig ist. Dieser wird aber voraussichtlich etwas südlicher an der Rudolf-Amelunxen-Straße entstehen, da es dort keine Wohnhäuser gibt und keine Bäume gefällt werden müssen.
Der Nachteil hierbei: Dort können nur Dieselzüge von und nach Euskirchen halten, weil die Oberleitung fehlt. Daher soll am Bahnhof Hürth-Kalscheuren ein Umstieg ohne Wartezeit zwischen den Zügen ermöglicht werden, die zwischen Bonn und Köln oder Euskirchen und Köln verkehren. (red)
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