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Wal-Drama in der OstseeKölner Umweltschützer platzt der Kragen – „völlig unbegreiflich“

Buckelwal liegt wieder vor der Insel Poel.

Copyright: Marcus Golejewski/dpa

Seit Tagen liegt ein Buckelwal vor der Insel Poel. 

Ein Wal kämpft ums Überleben, ein Kölner kämpft mit der Wut.

Die Notlage von Buckelwal „Timmy“, der im Ostseeraum seit Wochen gefangen ist, beschäftigt die ganze Nation. Der gesundheitliche Zustand des Wals wird als äußerst bedenklich angesehen. Während die Anteilnahme groß ist, verliert ein Umweltaktivist aus Köln nun die Geduld.

Auf den sozialen Netzwerken lässt Christian Stock, der den Kölner Verein „K.R.A.K.E.“ (Kölner Rhein Aufräum Kommando Einheit) ins Leben rief, seiner Wut freien Lauf. Das Durcheinander bei den Bemühungen, das entkräftete Tier zu bergen, macht ihn sprachlos. 

Kölner Aktivist: „Unwissenheit, Profitgier, Bürokratie“

Stock rechnet in einem gefühlsgeladenen Post knallhart ab: „Mir als Krakenpapa ist es völlig unbegreiflich, wie in einer solchen Situation absolute Unwissenheit, Profitgier, Bürokratie und letztlich leider auch diverse Egos eine Rettung stark verzögern/unmöglich machen.“ Er zieht außerdem Parallelen zu Köln, wo er ähnliche Schwierigkeiten bei Umweltschutzprojekten in geringerem Umfang erlebe.

Die dramatische Geschichte um den Buckelwal nahm Anfang März ihren Lauf, als Timmy zum ersten Mal im westlichen Teil der Ostsee gesichtet wurde. Wenig später lief er am Timmendorfer Strand auf Grund, wurde jedoch wieder in tiefere Gewässer gebracht. Aber die Tragödie setzte sich fort: Der Wal strandete wiederholt auf Sandbänken, zuletzt in der Nähe der Insel Poel in der Wismarer Bucht.

In seinem Beitrag stellt sich Stock ebenfalls hinter den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann. Lehmann war schnell zur Stelle, engagierte sich für Bergungsaktionen und verschaffte dem Vorfall über Social-Media-Kanäle große öffentliche Aufmerksamkeit. Seine Initiative sorgte allerdings für Reibungen mit Ämtern und weiteren Experten.

Man warf Lehmann vor, die Lage öffentlich zu dramatisieren, wohingegen er die vorangegangenen Rettungsversuche kritisierte. Der Aktivist aus Köln verweist auf einen Dokumentarfilm von dem Biologen und impliziert, dass Lehmann zu den wenigen gehört habe, die wirklich wussten, was zu tun ist. Infolge der Konflikte zog sich Lehmann vorübergehend von direkten öffentlichen Äußerungen über das Wal-Drama zurück.

Dafür bezieht nun Stock klar Stellung, schreibt: „‚Timmy‘, ‚Hope‘ oder wie auch immer man das Tier nennen möchte, hat übrigens immer noch Fischerei-Müll in der Schnute… Leider kommt dieser Aspekt in der ganzen Diskussion viel zu kurz. Wir alle sind schuld an solch einer Situation, wenn wir unser Fischstäbchen aufm Teller haben oder geschmeidig Sushi essen gehen. Dies thematisiere ich auch in meinen Vorträgen an Schulen und Firmen.“

In der Zwischenzeit spitzt sich die Situation für Timmy dramatisch zu. Fachleute beurteilen seine Verfassung als äußerst kritisch. Das Tier ist erheblich entkräftet, und die mehrfachen Strandungen haben ihm stark geschadet. Während einige noch eine Chance sehen, den Wal zu retten, plädieren andere dafür, ihn in Ruhe zu lassen, um ihn nicht noch weiterem Stress auszusetzen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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