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Verständnis in Köln aufgebraucht„Das ist kein Streik, das ist Erpressung“

Eine mit Streik-Plakaten beklebte Straßenbahn der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) steht vor dem Bahndepot.

Copyright: Oliver Berg/dpa

Verdi hat für Freitag (6. März 2026) erneut zum bundesweiten Warnstreik aufgerufen. In Köln (Archivfoto) ist die KVB betroffen. 

Der erneute Warnstreik bei der KVB stößt auf immer weniger Verständnis. Im Gegenteil: Viele Kölnerinnen und Kölner sind wütend. 

Wieder Streik, wieder steht der Nahverkehr in Köln still. Die Mitteilung der Gewerkschaft Verdi, dass auch die Beschäftigten der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) für Freitag (6. März) erneut zum bundesweiten Warnstreik aufgerufen sind, hat für viele das Fass zum Überlaufen gebracht.

Erst am Freitag (27.) und Samstag (28. Februar) hatten KVB-Mitarbeitende ganztägig die Arbeit niedergelegt. Verdi kämpft in NRW unter anderem um eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Doch die bisherigen Verhandlungsrunden verliefen ohne Einigung. Bei EXPRESS.de haben viele Kölnerinnen und Kölner ihren Frust abgeladen. Verständnis: Fehlanzeige. 

Erneuter KVB-Streik macht Kölnerinnen und Kölner wütend

  1. „Dieser Streik trifft wieder die Falschen. Nämlich die Menschen, die auf die KVB angewiesen sind, weil sie zur Arbeit, zum Arzt, zur Schule, in die Kita o.ä. müssen. Nicht jeder hat Familie, Nachbarn oder Freunde, die man fragen kann oder kann sich eine Taxifahrt leisten. Der Einzelhandel ist auch betroffen, da sie weniger Kundschaft haben oder wie beim letzten Streik schließen müssen, weil das Personal nicht zur Arbeitsstelle kommen kann.“
  2. „So wie die fahren, müssten die noch Geld mitbringen. Die haben doch jeden Tag eine Störung. Ständig Preise erhöhen, aber immer weniger fahren.“
  3. „Unmöglich! Nehmt euch ein Beispiel an der GDL, wenn beide Seiten etwas nachgeben wird eine Einigung erzielt und der Bürger hat nicht zu leiden. Das Bürgerverständnis für die Streiks im ÖPNV ist verbraucht!!“
  4. „Bei allem Verständnis für die Wünsche der Belegschaft: Im derzeitigen Stadium und in der Häufung völlig überzogen. Der sog. ‚Warnstreik‘ gehört abgeschafft. Kein Streik ohne Urabstimmung und die davor liegenden Voraussetzungen. Hier werden willfährig die Bürger in Haftung genommen.“
  5. „Dies ist nun der 4. Streik-Tag seit dem 2.Februar 2026, d.h. für Februar und März habe ich bei einem Deutschlandticket-Preis von 63 Euro pro Monat schon 8,55 Euro für 4 Tage ohne Beförderung bezahlt und wenn ich mit der KVB fahre sehe ich auf jeder Anzeigetafel immer Fahrten, die ausfallen, also auch wieder Einnahmen für die KVB, ohne dass sie eine Leistung erbringt. Wenn dann noch Durchsagen von den Fahrern kommen wie: ‚Ich weiß, dass die Bahn zu spät ist, aber hier gibt es eine Baustelle, wenn sie pünktlich ankommen wollen, müssen sie früher losfahren‘, dann weiß ich nicht, was die KVB-Verantwortlichen den ganzen Tag machen...“
An Haltestellen steht kein Mensch.

Copyright: Alexander Schwaiger

So sah es bereits am 27. Februar 2026 aus: Die KVB-Haltestellen rund um den Neumarkt waren wegen Streiks verlassen.

  1. „Wie die Leute zur Arbeit kommen ist Verdi schei... egal. Jedes Mal muss Urlaub genommen werden oder 40 Euro für Taxi oder Mietwagen. Dann lieber jede halbe Stunde eine Bahn und einen Bus. Jeder versteht es, das gestreikt wird, aber muss das echt so ablaufen?“
  2. „Ich finde es unverschämt, was sich die Gewerkschaft der Verkehrsbetriebe als Recht herausnimmt. Das ist kein Streik, das ist Erpressung. Vielleicht sollten Krankenhäuser oder die Lebensmittel-Branche auch mal für zwei Tage alles schließen, ohne Rücksicht auf Verluste. Zwei Tage müssen die Leute schauen, wie sie zu Lebensmitteln kommen bzw. wer sich um die Kranken und Bedürftigen kümmert.“
  3. „Vielleicht zahlen private Busunternehmer auch besser. Wenn die KVB und die SWB so verschuldet sind, sollte man sie in Insolvenz schicken. Insolvenzverschleppung ist strafbar.“
  4. „Das mit der KVB ist nicht erst seit kurzem ein Fass ohne Boden, schon zu meiner Schulzeit, die gut 34 Jahre her ist, war es nicht die Stärke der KVB, pünktlich zu sein. Service wurde damals schon klein geschrieben. Das Preis-Leistung-Niveau ist nicht gerecht.“

Erneuter Streik in Köln – wie steht ihr dazu? Habt ihr eine Alternative, um zur Arbeit zu kommen?

Hau raus!

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  1. „Es ist schon ein starkes Stück Unverschämtheit, das die KVB sich da erdreistet. Unhöfliche bis unverschämte Bahnfahrer, die schon an der ersten Haltestelle (Weiden Römergrab) mit Verspätung ankommen, hämisch grinsend den Fahrgästen die Tür vor der Nase schließen (bei roter Ampel), dann in aller Seelenruhe abfahren, obwohl noch Zeit genug gewesen wäre, die ältere Dame einsteigen zu lassen. Und dann auch noch pampig werden, wenn sich Fahrgäste darüber beschweren. Unfreundlich, unhöflich und unpünktlich – und dafür auch noch mehr Geld erpressen wollen. Die müssten eigentlich Geld mitbringen bei dieser Arbeitseinstellung.“
  2. „Verdi bestreikt die KVB – aber muss immer die Kundschaft leiden? Wie wäre es mit einem Streik auf Japanisch? Die Idee klingt genial ... würde in Deutschland nie funktionieren, weil Kundenservice in Deutschland quasi nicht existiert. Außerdem würde keiner der Fahrer das machen, weil den Streikenden das Leid ihrer Kunden am Arsch vorbei geht. “
  1. „Vor Jahren, als ich in Paris war und nach Köln zurückfahren wollte, hat das Zugpersonal in Frankreich auch gesteikt. Der Zug fuhr zwar, die Fahrkarten wurden aber nicht kontrolliert. Das schadet dann zwar den Unternehmen, aber nicht den Fahrgästen. Dadurch würde auch eine viel höhere Akzeptanz der Streiks bei der Bevölkerung erreicht.“
  2. „Null Verständnis für diese Erpressungsmethoden!!!“
  3. „Ich finde es langsam unverschämt, alle Mitarbeiter der KVB wissen bei der Einstellung, dass sie Schichtarbeit leisten müssen. Wer bezahlt meinen Mitarbeitern die angefallenen Kosten für Taxi usw.? Ich habe leider kein Verständnis dafür.“
  4. „Warum hat die DB sich ohne Streik geeinigt? Nur der... von Verdi kann das nicht??? “
  5. „Die KVB-Fahrer sollen sich was schämen, ein Busfahrer verdient mehr als ein Polizist.“
  6. „Ich habe für die Streiks absolut null Verständnis, denn das kann es ja wohl nicht sein, dass jedes Mal die Bürger, die zur Arbeit oder zur Schule fahren müssen und Leute, die Arzt- und Behörden-Termine haben, jedes Mal als ‚Geiseln‘ genommen werden, nur weil das KVB-Personal ein Problem mit den allgemeinen Gegebenheiten haben! Sie alle wussten schon vorher, was da auf sie zukommt. Wer kein scharfes Essen verträgt, der sollte nicht zum Mexikaner gehen! So einfach ist die Gleichung!“ (iri)
Die Polizei ermittelt gegen mutmaßliche Dealer. (Symbolfoto)

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