Verdi bestreikt die KVB – aber muss immer die Kundschaft leiden? Wie wäre es mit einem Streik auf Japanisch? Die Idee klingt genial ...
Immer leidet die KundschaftKöln hat es satt – Japan zeigt, wie es anders geht

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Eine leere U-Bahnhaltestelle am Rochusplatz in Köln-Bickendorf. Aufgrund des Warnstreiks fahren am Freitag (6.März) wieder keine KVB-Bahnen.
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Am 6. März steht Köln wieder still. Verdi bestreikt die KVB – wer morgens zur Arbeit, zum Arzt oder zum Bahnhof muss, schaut in die Röhre. Busse und Bahnen bleiben im Depot, Kölner und Kölnerinnen stehen ratlos an leeren Haltestellen.
Aber muss das wirklich so sein? Ein Blick nach Japan zeigt: Streiken geht auch anders.
Kuriose Streik-Idee: Fahrscheine? Heute nicht!
In Japan haben Busfahrer des Unternehmens Ryobi 2018 eine bemerkenswerte Art des Protests entwickelt. Als ihre Forderungen nicht erfüllt wurden, legten sie eben nicht die Arbeit nieder. Stattdessen fuhren sie ganz normal – pünktlich, zuverlässig, professionell. Mit einem einzigen, entscheidenden Unterschied: Sie kassierten keine Fahrscheine mehr und kontrollierten auch keine Tickets.
Die Ticketmaschinen in den Bussen – in Japan stets vorne beim Fahrer – wurden mit weißen Tüchern abgedeckt. Lokale Fernsehsender filmten die ungewöhnliche Szene und sorgten damit für Aufmerksamkeit weit über Japan hinaus.
Das Ergebnis? Die Fahrgäste merkten kaum etwas. Sie kamen pünktlich zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt. Keine Wartezeiten, keine Chaos-Meldungen, kein verzweifeltes Suchen nach Alternativen. Für die ohnehin gut mit Nahverkehr versorgten Japaner war es schlicht ein kostenloser Tag.
Ryobi hingegen traf es hart – und zwar genau dort, wo es am meisten schmerzt: in der Kasse. Die Umsätze fielen sofort auf null. Kein Ticket verkauft, kein Cent eingenommen. Der Druck auf das Unternehmen war enorm, ohne dass auch nur ein einziger Fahrgast leiden musste.
Streik wie in Japan: Wäre das nicht auch was für Köln?
Man kann sich das Bild lebhaft vorstellen: KVB-Fahrer oder -Fahrerinnen, die lächelnd einsteigen lassen, während die Ticketautomaten in den Bahnen mit Tüchern verhängt sind. Kölnerinnen und Kölner, die kostenlos von Ehrenfeld nach Deutz fahren. Und in der KVB-Zentrale wird nervös auf sinkende Einnahmen geschaut.
Ob das hierzulande rechtlich überhaupt möglich wäre, steht auf einem anderen Blatt. Aber als Idee hat zweifellos seinen Charme.
Der japanische Busfahrer-Streik bei Ryobi zeigt, dass kreatives Streiken möglich ist. Ob Köln davon lernt? Bis dahin heißt es am 6. März wohl wieder: Fahrrad raus, Beine vertreten oder Homeoffice beantragen.
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