Tarifkonflikt mit Folgen – Fahrgäste des Nahverkehrs in Teilen des Rheinlandes müssen sich am Freitag Alternativen zur Fahrt mit Stadtbahnen und Bussen suchen. Verdi kündigt neue Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr an.
Busse und Bahnen stehen stillWieder Streiks in Köln – Schulministerium warnt

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Eine Tafel im leeren U-Bahnhof Ebertplatz weist auf einen Warnstreik hin. Verdi ruft erneut zu Streiks auf.
Aktualisiert
In Köln, Bonn und Monheim müssen Fahrgäste an diesem Freitag (6. März) mit massiven Einschränkungen im kommunalen Nahverkehr rechnen.
Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), der Stadtwerke Bonn sowie der Bahnen der Stadt Monheim zu einem ganztägigen, regionalen Warnstreik auf, wie eine Sprecherin mitteilte.
Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?
Verdi geht davon aus, dass in den betroffenen Unternehmen am Freitag von der frühesten bis zur spätesten Schicht keine Busse und Bahnen fahren werden. S-Bahnen und Regionalzüge sind hingegen nicht betroffen.
Die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen ist am Dienstag (3. März) in Bochum ohne eine Einigung zu Ende gegangen.
Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen, fordert Verdi NRW.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen.
Die wichtigsten Infos zum Streik in Köln und der Region:
- Verdi bestreikt die KVB: Ab Freitag, 3 Uhr, finden keine Stadtbahn-Fahrten der KVB statt.
- Einzelne Fahrten werden von Subunternehmen durchgeführt. Diese Fahrten werden den Fahrgästen so bald wie möglich in der elektronischen Fahrplanauskunft angezeigt und zudem als Fahrplan-Tabelle auf der KVB-Website veröffentlicht.
- Der Betrieb der KVB wird erst zum Beginn des Betriebstages am Samstag (7. März) wiederaufgenommen.
- Auch auf den Stadtbahn-Linien 16 und 18, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB Bonn) betrieben werden, findet kein Verkehr statt.
- Das Kundencenter und die Verkaufsstelle der KVB bleiben geschlossen.
- Die KVB weist darauf hin, dass die Verkehre der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht durch den Streik der Gewerkschaften betroffen sind. Kunden der KVB können somit auch auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen.
Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits jetzt attraktive Arbeitsplätze. Würde man den Forderungen nachkommen, müsse voraussichtlich an vielen Stellen verstärkt etwa über die Einstellung von Linien, längere Takte und die Vergabe von Beförderungen ans private Busgewerbe nachgedacht werden.
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NRW-Schulministerium warnt: Schulpflicht besteht
Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht.
„Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“ (dpa)


