Der Ruhrtalradweg wird 20! Das müssen Sie jetzt wissen.
Rad-Traum wird 20Der beliebte Radweg feiert Jubiläum – was Sie wissen müssen

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An den großen Ruhrstauseen - hier der Baldeneysee in Essen - ist der Freizeitwert besonders groß.
Vom idyllischen Sauerland mitten rein ins größte Ballungszentrum der Republik: Die Ruhr zählt zu den spannendsten Wasserläufen in NRW. Per Rad lässt sich die gesamte Route vom Ursprung bis zur Mündung in wenigen Tagen bezwingen – und jetzt gibt es Grund zum Feiern: Der heiß geliebte Ruhrtalradweg wird 20 Jahre alt! Am 30. Juni 2006 ging die Trasse offiziell an den Start.
„Kein anderer Fluss in Deutschland verbindet Industriekultur und Natur auf so engem Raum wie der Ruhrtalradweg“, lautet das Versprechen des Arbeitskreises Ruhrtalradweg. Wer die Tour unternimmt, beginnt im forstreichen Sauerland und gelangt nach ungefähr 100 Kilometern bei Fröndenberg an die ersten Vorboten des Potts. „Man radelt dann ganz sanft hinein in dieses durch die Industrie verdichtete Ruhrtal“, schildert Harald Spiering, der zu den Initiatoren der Route gehört. „Industriekultur und Landschaft vermischen sich. Das ist ein einzigartiger Spannungsbogen.“
Die besten Etappen: Von Natur pur bis zu rauchenden Schloten
Ambitionierte Radler bewältigen die komplette Distanz in nur zwei bis drei Tagen. Wer es entspannter angehen lassen will, sollte sich eher eine Woche einplanen. Im Sauerland verläuft die Route durch herrliche Forstgebiete und naturbelassene Gegenden.

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Das Ruhrviadukt über den Ruhrtalradweg in Herdecke ist eines der Highlights entlang der Strecke.
Weiter flussabwärts im Pott rückt dann die industrielle Vergangenheit in den Vordergrund. Ein absolutes Highlight ist das Besucherbergwerk der Zeche Nachtigall in Witten. Ebenfalls ein gefragter Anlaufpunkt: die Henrichshütte in Hattingen, auf der früher 10.000 Leute schufteten. Hinzu gesellen sich malerische Altstädte, etwa in Hattingen oder im Essener Viertel Kettwig.

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Hier geht die Radreise los: Die Ruhrquelle in Winterberg.
Vorsicht: Derzeitige Umwege am Anfang und Ende
Entlang der Route finden immer wieder Bauarbeiten statt. Die zwei umfangreichsten Baumaßnahmen betreffen momentan den Start- und den Endpunkt: Zwischen Winterberg und Olsberg zwingen Bauvorhaben Radfahrer auf einen guten Kilometer entlang einer Bundesstraße und zum Bewältigen einiger extra Höhenmeter. Wer sich das sparen möchte, beginnt die Tour erst in Olsberg-Bigge – lässt damit aber den Ursprung der Ruhr aus.

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Er erste Abschnitt des Ruhrtalradwegs führt im Sauerland auch über steinige und hügelige Wirtschaftswege.
In Duisburg könnte die größte Ernüchterung lauern: Eine massive Baustelle führt dazu, dass die offizielle Route aktuell bereits im Innenhafen endet. Wer dennoch den Zusammenfluss von Ruhr und Rhein erleben möchte, muss eine Fahrt von mehreren Kilometern durch ein Gewerbegebiet auf sich nehmen.
Passt die Tour für Familien und E-Bike-Fahrer?
Ja, allerdings mit einem kleinen Vorbehalt. Die anfänglichen 35 Kilometer im Sauerland weisen ein paar anspruchsvolle Anstiege auf. Im weiteren Verlauf ist die Route jedoch auch für Kinder mühelos zu meistern. Der überwiegende Teil der Tour führt über eigene Rad- und Feldwege, wodurch man vom Straßenverkehr so gut wie nichts mitbekommt.
Für Fahrer von E-Bikes gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Entlang des Flusses finden sich etliche Ladestationen in Gaststätten, bei Gemeindeverwaltungen oder an Museen, um die Batterie während der Fahrt wieder mit Strom zu versorgen.
Zustand und Anfahrt: Das solltet ihr beachten
Der Fahrradclub ADFC stuft den Ruhrtalradweg seit langer Zeit als Qualitätsradroute mit vier Sternen ein. Geringfügige Punktabzüge kassierte die Strecke kürzlich für die Breite der Wege und die Beschilderung.

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240 Kilometer geht es für Radfahrer immer dem ausgeschilderten Ruhrtal-Logo entlang.
Dafür wurden die Unterkünfte und das gastronomische Angebot mit Top-Noten ausgezeichnet. „Der Ruhrtalradweg überzeugt mit seiner sehr guten Oberflächenqualität, einer sehr geringen Verkehrsbelastung und einer großartigen touristischen Infrastruktur“, äußert sich ADFC-Radtourismusexpertin Mandy Schwalbe-Rosenow.
Die Anfahrt per Zug kann sich als knifflig erweisen. Besonders an Wochenenden mit schönem Wetter sind die Waggons häufig überfüllt. Für den Fernverkehr ist eine Reservierung zur Fahrradmitnahme zwingend, und die verfügbaren Stellplätze sind rasch ausgebucht. Im Nahverkehr klappt die Mitnahme spontaner – vorausgesetzt, es ist noch Raum vorhanden. Ein Ratschlag: Wer Winterberg ansteuert, findet nachmittags oft einfacher einen Platz als am Vormittag. Zwischen Dortmund und Winterberg verkehren während der Hochsaison außerdem ergänzende Busse, die mit Fahrradanhängern ausgestattet sind.

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Immer wieder führt die Strecke an alten Industriedenkmälern vorbei - hier das Stahlwerk Henrichshütte in Hattingen.
In sämtlichen 23 Ortschaften entlang der Route stehen Hotels und Gasthäuser zur Verfügung. Über 200 dieser Unterkünfte tragen mittlerweile die Bett+Bike-Betrieb Zertifizierung des ADFC. Sie garantieren sichere Unterstellplätze für die Räder, stellen Reparaturwerkzeug bereit und haben häufig auch Ladeoptionen für Akkus von E-Bikes. Wer die Organisation der Übernachtungen nicht selbst übernehmen möchte, kann bei diversen Reiseveranstaltern auch fertige Pakete buchen, die manchmal sogar den Transport des Gepäcks beinhalten. (dpa/red)

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Fast geschafft: Hinweisschilder weisen an der Ruhrmündung den Weg.
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
