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„Verkehrsexperiment“Tempo 30 auf Kölner Rheinuferstraße gefordert

Die Rheinuferstraße soll zwischen Süd- und Zoobrücke zur Tempo-30-Zone werden.

Copyright: Arton Krasniqi

Die Rheinuferstraße soll zwischen Süd- und Zoobrücke zur Tempo-30-Zone werden. (Archivfoto)

Zoff um eine Kölner Hauptschlagader: Kommt Tempo 30 am Rheinufer?

Die Rheinuferstraße in Köln – sie ist eine der wichtigsten Hauptverkehrsadern in Köln. Wenn es nach dem Willen der Mehrheit im Bezirksparlament der Innenstadt geht, müssen Autofahrer und Autofahrerinnen dort bald langsamer fahren.

Die Grünen setzten eine Überprüfung für eine Tempo-30-Zone durch. Betroffen ist das fünf Kilometer lange Teilstück zwischen der Süd- und der Zoobrücke. Dieser Routenverlauf zählt zu den zentralen Verkehrsachsen der Domstadt und verläuft entlang des Rheinauhafens sowie durch den Rheinufertunnel.

Laster-Chaos auf Rheinuferstraße: Grüne fordern Schutz für Anwohner

Diesen Vorstoß brachten die Grünen gemeinsam mit Linken und Volt durch. Sie überstimmten damit CDU, SPD, FDP und AfD. Jetzt liegt der Ball beim Mobilitäts- und Sozialausschuss des Stadtrats. Dieses Gremium soll die rechtliche Umsetzbarkeit des Plans untersuchen.

Warum dieser Antrag? Die Grünen sagen, es seien nach wie vor einfach zu viele Lastwagen auf dieser Strecke unterwegs. Eigentlich gilt dort seit August 2019 eine Sperre für den Durchgangsverkehr von Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht. Ziel war es, die Belastung durch Lärm und Schadstoffe für die Bevölkerung im Zentrum zu senken.

Die Wirklichkeit scheint aber eine andere zu sein. So steht es im Antrag der Grünen: „Nach Wahrnehmung vor Ort hat die tatsächliche Lkw-Frequenz jedoch nicht in dem Maße abgenommen, wie es der Zielsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnung entspricht.“ Im Jahr 2019 wurden an nur einem Arbeitstag 1220 schwere Lastkraftwagen gezählt. An dieser Zahl soll sich bis heute kaum etwas verändert haben.

Tempo 30 auf der Rheinuferstraße: Längst überfällig oder nur ein weiteres Verkehrsexperiment? Sagt uns eure Meinung!

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Eine Überprüfung hat angeblich gezeigt, dass 90 Prozent der Lkw-Fahrer die Regelung einfach ignorierten. Für alle Anwohner und für die Leute, die an der Rheinpromenade ihre Freizeit verbringen, ist das ein Affront.

CDU schäumt: „Schon wieder ein Kölner Verkehrsexperiment“

Die Christdemokraten bezeichnen das Ganze als reine „Symboldebatte“. Florian Weber, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, ist der Ansicht, die Grünen würden das „nächste Kölner Verkehrsexperiment“ beginnen. Er wirft ihnen vor, aus den missglückten Verkehrsversuchen in Deutz und Ehrenfeld keine Lehren gezogen zu haben. Weber fordert: „Anstatt die Verwaltung mit weiteren Symboldebatten zu blockieren, muss Köln endlich seine infrastrukturellen Defizite lösen.“

Doch die Grünen gehen noch einen Schritt weiter. Sie verlangen neue Messungen zur Lärm- und Schadstoffbelastung. Außerdem möchten sie erfahren, wie häufig in den vergangenen drei Jahren überhaupt Kontrollen stattfanden. Zusätzlich soll die Möglichkeit von fest installierten Radarkontrollen und intensiveren Schwerpunktüberwachungen untersucht werden. Damit sollen sowohl die Anwohner als auch die sanierungsbedürftige Straße geschützt werden.

Die Grünen-Fraktion argumentiert, dass solche Verbote ihre Wirkung nur entfalten können, wenn sie „effektiv überwacht und durchgesetzt werden“. Darüber hinaus liege es im städtischen Interesse, die Infrastruktur zu erhalten. Das sei besonders wichtig, da die finanziellen Mittel knapp sind und ein Termin für die schon 2024 beschlossene Komplettsanierung noch aussteht.

Der Rheinufertunnel an sich ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Er soll künftig auch für den Radverkehr freigegeben werden. Bislang war das Projekt an den Sicherheitsbestimmungen gescheitert. Aus diesem Grund plant die Stadtverwaltung eine Komplettsanierung des Tunnels, eine Information, die bereits 2021 bekannt gegeben wurde.

Im Anschluss daran könnte eine Fahrspur für Autos in einen Radweg umgewandelt werden. Mit dieser Maßnahme könnten auch die andauernden Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr auf der Altstadt-Promenade gelöst werden. Dort ist besonders im Sommer für Radfahrerinnen und Radfahrer oft nur schwer voranzukommen.

Eine vergleichbare Situation gibt es erneut im Bereich zwischen dem Schokoladenmuseum und dem Tunnel. Dort wurde eine temporäre Radspur auf einer Fahrbahn für Autos im Herbst 2025 entfernt. Ein Vorhaben für einen permanenten Radweg für 1,6 Millionen Euro fand vor der Kommunalwahl im September 2025 keine Mehrheit im Stadtrat. Seit diesem Zeitpunkt liegt das Projekt auf Eis. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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