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Team Scheisse in KölnBei diesem Konzert müssen Männer draußen bleiben

Team Scheisse Konzert im Gebäude 9, Sänger Timo Warkus

Copyright: Laura Schmidl

Eine der Ausnahmen: Sänger Timo Warkus. 

Aktualisiert

Beim Konzert der Punkband Team Scheisse in Köln waren nur Flinta-Personen erlaubt. Also keine Männer – macht es das besser?

Männer müssen draußen bleiben: Beim Konzert der angesagten Punkband Team Scheisse im Gebäude 9 in Köln-Mülheim am Freitagabend haben nur Flintas Zutritt gehabt.

Flinta steht für: Frauen, Lesben, Inter, Trans, Agender - und solche, die sich keinem davon zugehörig fühlen. Nur eben niemand, der als Mann geboren wurde und sich auch heute als Mann identifiziert. Rund 400 Flintas haben den Weg ins Gebäude 9 gefunden, ausverkauft.  

„Ich bin ein fucking Schmetterling, flatter, flatter, flap, flap“

Nur auf der Bühne, da steht am Mikro ein bärtiger, gesichtstätowierter Mann mittleren Alters. Sänger Timo Warkus singt Texte wie: „Ich bin ein fucking Schmetterling, flatter, flatter, flap, flap“ oder versucht Mietpreise so zu senken: „Ich kack' in jedes Soutterrain / Die ganze Straße stinkt ja dann / ich hoff, die Mieten sinken dann“.

Klingt bekloppt? Ist es auch - und das macht Team Scheisse eben zu einer der aktuell besten und erfolgreichsten Punkbands des Landes. Gesellschaftskritik in maximal bescheuerten Texten - wundervoll. Im letzten Jahr verkauften sie Köln zweitgrößte Konzertlocation, das Palladium, aus. 

Nun eben nochmal exklusiv auf „Flinta Winta“-Tour für alle Nicht-Männer. Als Safe Space für alle, die das Bedürfnis danach haben. Drummer Simon Barth sagt: „Es ist wunderschön, Konzerte spielen zu dürfen, bei denen man keine Sorgen haben muss. Ich weiß, es kann auch Probleme bei Flinta-Konzerten geben, aber die Quote ist eindeutig.“

Heißt nicht, dass im Publikum nur geradeaus gestarrt wird: Es wird gehüpft, gepogt, sich im Moshpit geschubst, zu „Mittelfinger“ dieselbigen in die Höhe gereckt. Wie es eben muss bei einem Punkkonzert. Nur, dass es etwas weniger nach Schweiß riecht. Schade nur, dass der Sound direkt vor der Bühne eher breiig war.

Mit Ansagen hält sich die Band derweil zurück, wozu auch: Hier sind sich alle einig, dass keiner blau (oder schwarz) wählt. Im Bühnenbild hängt ein großer Null-Dollarschein mit dem bedröppelten Gesicht von Friedrich Merz. „Team Scheisse“ prangt auf dem Backdrop mit Sparkassen-S, „Spare, du Schwein“, steht auf einem anderen selbst gemalten Plakat. Antifaschismus und Antikapitalismus.

Team Scheisse in Köln: Crowdsurfing am Fließband

Eine Zuschauerin will sich einen Wunsch erfüllen: „Ich würde gerne crowdsurfen“, bittet sie die Band, die sie sogleich auf die kleine Bühne holt und von oben auf die Reise über die Hände der Menge schickt - etwas, vor dem sich viele Flintas bei gemischten Konzerten scheuen. Aus Angst, währenddessen begrapscht zu werden. 

Die Zuschauerin sorgt für Crowdsurfing im Fließbandakkord, immer mehr klettern auf die Bühne und lassen sich sanft nach hinten aufs Publikum fallen. Wie bei einer Vertrauensübung auf einem Teambuilding-Seminar. 

Zeigt aber auch: Ohne Männer können viele Flintas unbeschwerter feiern, tanzen, stagediven. Spricht irgendetwas dagegen, das zu ermöglichen? Nein. Wer sich darüber aufregt, sollte überlegen: Wieso haben andere das Gefühl, ein Flinta-Konzert sei notwendig? Schöner wär's, wenn's nicht so wär.

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