Kein Erfolgserlebnis, die Vorbereitung läuft zäh. Union Berlin erlebt in diesem Sommer eine Art Déjà-vu.
Böse Baumgart-ErinnerungenBei FC-Konkurrent ist schon Alarm!

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Der neue Union-Trainer Mauro Lustrinelli hat noch viel Arbeit vor sich.
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Bei Union Berlin läuft es in der Vorbereitung noch gar nicht rund. Seit sechs Testspielen – meist gegen unterklassige Gegner – haben die Eisernen nicht mehr gewonnen.
Die Negativserie ohne Erfolgserlebnis ist besorgniserregend. Es setzte ein 1:2 bei Dynamo Dresden, ein 1:2 gegen den FC Aarau aus der zweiten Schweizer Liga und ein 0:2 gegen Carl Zeiss Jena. Gegen den FC Winterthur (1:1) und den Chemnitzer FC (1:1) sprang ebenfalls kein Sieg heraus. Die einzigen positiven Resultate gab es im Juli, als der Oberligist Optik Rathenow (12:2) und der Achtligist Grün-Weiß Lübben (16:0) deklassiert wurden.
Neuer Union-Trainer mit vielen Änderungen
Eine weitere Niederlage konnten die Köpenicker am Sonntag in letzter Minute verhindern. Vor 8825 Fans im Stadion An der Alten Försterei erkämpfte sich die Mannschaft gegen den Serie-A-Klub Cagliari Calcio noch ein spätes 2:2.
Lange Zeit sah es nach einer weiteren Niederlage aus, nachdem Yael Trepy und Paul Mendy für einen 0:2-Rückstand gesorgt hatten. Aber dann kam Joker Ilyas Ansah und traf gleich zweimal (in der 85. Minute sowie in der Nachspielzeit), um das Unheil abzuwenden.
Unmittelbar nach dem Abpfiff machte sich das Team auf den Weg ins Trainingscamp nach Aigen im Ennstal in der Steiermark. Und dort wartet auf den neuen Trainer Mauro Lustrinelli viel Arbeit.
Der Schweizer, der in der vergangenen Saison den Aufsteiger FC Thun sensationell zur Meisterschaft geführt hatte, nutzt die zahlreichen Vorbereitungsmatches für jede Menge Experimente. Eine eingespielte Formation ist nicht in Sicht, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet.
Obendrein leidet die Mannschaft seit Wochen unter Verletzungssorgen und personellen Lücken. Aber es gibt Hoffnung auf Besserung. Im Anschluss an die Pleite in Dresden gab Lustrinelli ein deutliches Statement ab: „Ich bin zuversichtlich geboren. Es werden in den nächsten Wochen neue Verpflichtungen kommen.“ Am Sonntag verpflichtete Union den ivorischen Stürmer Emmanuel Latte Lath per Leihe.
Genau aus diesem Grund ist das Trainingscamp in Österreich von enormer Wichtigkeit. In der malerischen Berglandschaft wird es nicht nur um die Fitness gehen. Das Ziel ist, endlich ein stabiles Gerüst aufzubauen, eine eindeutige Taktik zu entwickeln und die Unsicherheit zu beseitigen. Die Uhr tickt, denn der Saisonstart mit den Pflichtspielen rückt näher.
Die Testspiel-Krise erinnert an das vergangene Jahr. Damals herrschte unter Steffen Baumgart schon vor dem Saisonstart Alarm. Vier Testspiele in Folge verloren die Eisernen mit 0:1, erlebten eine besorgniserregende Torflaute. „Weder als Spieler noch als Trainer habe ich jemals zuvor so eine Negativserie in der Vorbereitung erlebt“, sagte Baumgart damals.
Er bekam danach zunächst noch die Kurve, Union punktete in der Bundesliga-Hinrunde ordentlich. Ein klares Zeichen, dass Testspiele nicht überbewertet werden dürfen. Nach einem Absturz in der Rückrunde musste der frühere Trainer des 1. FC Köln aber fünf Spieltage vor dem Saisonende gehen, Interimstrainerin Louise Eta führte Berlin zum Klassenerhalt.
Nun ist Lustrinelli am Ruder – er will wieder mutiger spielen, als es unter Baumgart der Fall war. Auf erneuten Abstiegskampf hat in Köpenick niemand Lust. Unter anderem sollen eine Umstellung auf eine Viererkette und hohes Pressing dazu beitragen. Von den enttäuschenden Testspielen will er sich nicht entmutigen lassen. „Wir arbeiten täglich entschlossen und überzeugt in diese Richtung. Rom wurde auch nicht in einem Tag aufgebaut“, so Lustrinelli. (red)
