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Tödliche Dürre Kölner Experten: „Schwimmen im Rhein ist gefährlicher als je zuvor“

Zwei Kölner Experten hocken direkt am Rheinufer und blicken in die Kamera. Die Gefahren am Rhein sind größer als je zuvor, sagen sie.

Polizist Edgar Mut und Feuerwehrmann Michael Franken am Rhein in Deutz. Sie haben schon viele Schwimmerinnen und Schwimmer gerettet.

Der niedrige Rheinpegel ist eine extreme Gefahr für Schwimmerinnen und Schwimmer. Sagen zwei Kölner Experten, die es wissen müssen.

Es sind zwei Experten, die wissen, welche Gefahren der Rhein gerade jetzt bei dem Niedrigwasser birgt: Michael Franken, Taucheinsatzführer der Berufsfeuerwehr Köln, und Polizeihauptkommissar Edgar Mut, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei Köln. EXPRESS traf sie am Ufer in Deutz, wo sie fast täglich Menschen retten.

Bei 90 Zentimeter stand der Pegel in Köln am Mittwochmorgen (10. August) um 7 Uhr. Da macht sich nicht nur die Schifffahrt Sorgen – auch die Retterinnen und Retter der Feuerwehr und Wasserschutzpolizei.

Schwimmen im Rhein: „Die Leute unterschätzen die Gefahr“

Denn bei Werten von rund 33 Grad in den kommenden Tagen zieht es die Menschen ans Wasser. „Natürlich verstehen wir, dass die Menschen Abkühlung suchen. Und es spricht auch nichts dagegen, wenn man die Füße mal ins Wasser hält. Aber alles darüber hinaus ist gefährlich, mehr als jemals zuvor“, sagt Polizist Edgar Mut.

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Er hat in seinen 31 Jahren viele Badetote erlebt. Und es sei immer das Gleiche: „Die Leute unterschätzen die Gefahr des Rheins. Er ist nun mal kein Badesee, sondern eine Hauptwasserstraße für riesige Motorschiffe.“

Und genau die sorgen für eine große Gefahr am seichten Ufer. „Wenn so ein Motorschiff vorbei tuckert, sieht das zunächst völlig ungefährlich aus. Aber das Schiff entwickelt bei dem jetzigen Niedrigwasser eine Sogwirkung, die extrem ist. Sie zieht einem Erwachsenen die Beine weg. Kinder, die dann unbeobachtet im Wasser spielen, haben keine Chance“, so Mut.

Kölner Experten warnen vor den Gefahren des Rheins: Selbst Erwachsene haben oft keine Chance

So schön es auch an der Rodenkirchener Riviera oder am Tanzbrunnen sein mag, die Retter appellieren an die Besucher und Besucherinnen: „Geht nicht im Rhein baden!“

„Und selbst wenn man nur mit den Füßen reingeht, kann das Ufer ganz plötzlich um einen Meter absacken. Man kann das nicht von oben sehen und plötzlich ist man im Wasser und gerät in Strudel, aus denen man nicht mehr herauskommt“, warnt Tauchprofi Michael Franken von der Feuerwehr.

Eine große Gefahr lauert auch zwischen den Steinbuhnen. „Da sieht das Wasser ganz friedlich aus. Aber das ist trügerisch. Denn an den Kanten der Buhnen lauern Strudel und Verwirbelungen, gegen die selbst geübte Schwimmerinnen und Schwimmer keine Chance haben. Sie ziehen das Opfer dann in die Tiefe“, so Franken weiter.

Bei Gefahren: Zeuginnen und Zeugen sollen nicht selbst eine Rettung versuchen

Bei dem derzeitigen Niedrigwasser hat der Rhein eine Strömungsgeschwindigkeit von vier km/h. Dagegen kommt man nicht an, wenn man da einmal reingerät. Daher der Rat der Profis: Wer in Not ist, sollte nicht versuchen, gegen die Strömung zu schwimmen und an den Ort zurückzukommen, an dem man abgetrieben wurde. Das kostet zu viel Kraft. Daher am besten in die Rückenlage begeben und mit dem Strom aktiv schwimmen – den Blick Richtung Düsseldorf gerichtet.

„Wenn sich dann an einer Rheinbiegung die Gelegenheit ergibt, ans Ufer zu kommen, dann sollte man das nutzen. Ansonsten sind wir jederzeit mit unseren Booten in der Lage, die Person aus dem Strom zu retten“, so Polizist Mut.

„Wer einen Ertrinkenden erblickt, sollte die 112 wählen und per Handy unseren Kolleginnen und Kollegen ständig den Standort mitteilen. Auf keinen Fall sollte man ins Wasser springen und selbst eine Rettung versuchen. Das könnte man möglicherweise mit dem eigenen Leben bezahlen“, erklärt Taucher Michael Franken.

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