Ein Kölner sucht im trockenen Rheinbett nach einer Brücke aus dem Krieg und stößt auf einen 600 Jahre alten Schatz.
„Fasse es nicht!“Unglaubliche Entdeckung im trockenen Kölner Rheinbett

Copyright: Carsten Konze
Schatzsucher Carsten Konze im ausgetrockneten Flussbett des Rheins in Köln.
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Der Rhein gibt in Köln gerade Geheimnisse preis. Ein Schatzsucher nutzte die Gunst der Stunde an der Bastei – und fand etwas, das ihn umhaute.
Stundenlang kämpft er sich durch Hitze und Schlamm. Normalerweise sieht man Carsten Konze so auf Feldern im Rheinland. Aber diesmal ist sein Einsatzort spektakulär: das trockene Bett des Rheins. Wo sonst meterhoch Wasser fließt, sind nun Areale sichtbar, die seit Ewigkeiten niemand gesehen hat. Für Konze, im Netz als „German Treasure Hunter“ gefeiert, eine einmalige Chance.
Der 49-Jährige erläutert die besondere Situation: „Durch das Niedrigwasser werden aktuell Flächen zugänglich, die man vorher nicht betreten konnte, die man nicht absuchen konnte, weil man bis über den Kopf im Wasser gestanden hätte. Das ist aktuell anders. Das heißt, wir können das erste Mal auf Flächen gehen, wo vorher noch nie jemand suchen konnte“.
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Er war nicht auf irgendeinen Schatz aus, sondern jagte einem spezifischen Relikt der Vergangenheit nach: der Patton Bridge. Nachdem alle Kölner Rheinquerungen zerstört waren, errichteten amerikanische Truppen zum Ende des Zweiten Weltkriegs diese provisorische Brücke. Ihr genauer Ort, auf der Deutzer Seite in Höhe der Bastei, ist auf alten Plänen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Konze hatte sich vorab die GPS-Koordinaten des geschichtsträchtigen Ortes beschafft.
Seiner Community versprach der Schatzjäger: „In diesem Video öffnen wir ein Fenster in die Zeitgeschichte“. Der Clip, den er am Freitag (21. August) bei Youtube hochlud, ging sofort durch die Decke und sammelte in kürzester Zeit zehntausende Klicks.
Gefahr im Schlamm: Suche nur mit Genehmigung
Konze legt Wert auf zwei entscheidende Punkte. Erstens: Eine solche Aktion im Rhein erfordert eine behördliche Erlaubnis der Stadt Köln, welche er sich zuvor besorgt hatte. Zweitens: Die Suche im Flussbett ist riskant, da man immer auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen kann.
Und diese Mahnung wurde zur bitteren Realität. Zuerst fand er nur eine rostige Zange, ein Stück Kabel und ein Mobiltelefon. Doch dann hielt er plötzlich den Führungsring einer Granate in der Hand. Kurz darauf entdeckte er sogar den Detonator einer Waffe von 1943. Konze appelliert daher eindringlich: „Bitte nicht nachmachen! Auch ein Zünder kann noch gefährlich sein!“.
Sensationsfund aus dem Mittelalter
Neben einer Patrone, einem Schweizer Franken aus dem Jahr 1969 und einem vermutlichen Fahrradschlüssel machte der „German Treasure Hunter“ eine Entdeckung, die ihn sprachlos machte: ein uraltes Geldstück. Für Laien nur ein korrodiertes Metallteil, doch Konze sah das Potenzial. Eine deutlich erkennbare Krone auf dem Objekt deutete für ihn auf das 15. Jahrhundert hin. Das würde bedeuten: Die Münze ist mehr als 600 Jahre alt.

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Carsten Konze hält eine verrostete Münze in die Kamera.
Der Kölner war außer sich vor Freude: „Ich bin echt richtig happy! Mega gut!“. Er betonte, dass seine Erlaubnis diesen Fund abdeckt und er ihn der verantwortlichen Behörde melden wird. Eine offizielle Expertise, die den Fund bestätigt, gibt es aber noch nicht.
Zum Abschluss seiner anstrengenden, stundenlangen Expedition fand Konze noch ein gewaltiges Objekt, das sich kaum aus dem steinigen Boden heben ließ. Der Experte hat einen Verdacht: Es könnte eine Fahrbahnplatte sein, eventuell eine „Marston Mat“. Solche perforierten Stahlplatten nutzte das Militär früher für den Bau von Wegen, zum Beispiel für provisorische Übergänge wie die Patton Bridge. Ob es sich wirklich um ein Teil der gesuchten Brücke aus dem Krieg handelt, konnte in seinem Video aber noch nicht final geklärt werden. (jv)

