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Rhein leidet unter ExtremwetterSensations-Comeback in Köln – doch es gibt große Probleme

Spaziergänger stehen Anfang August im ausgetrockneten Teil des Flussbetts – im Hintergrund eine Rheinfähre und der Kölner Dom.

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Spaziergänger stehen Anfang August im ausgetrockneten Teil des Flussbetts – im Hintergrund eine Rheinfähre und der Kölner Dom. 

Der Rhein hat Fieber! Die Hitze ist für viele Fische lebensbedrohlich, doch eine Art feiert ein Sensations-Comeback.

Niedrigwasser und Hitze machen den Fischen im Rhein zu schaffen. Während viele Arten ums Überleben kämpfen, feiert ein totgeglaubter Kölner eine sensationelle Rückkehr.

Es ist eine Nachricht, die mitten ins Herz trifft: Der Maifisch ist zurück! Jahrzehntelang galt die Heringsart in unserem Rhein als ausgestorben, doch jetzt wird sie wieder in Köln und sogar weiter flussaufwärts gesichtet. Ein riesiger Erfolg für die Wiederansiedlungsprogramme, die langsam Früchte tragen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

„Absolute Rekordmenge an aufsteigenden Maifischen“

„Wir verzeichnen dieses Jahr eine absolute Rekordmenge an aufsteigenden Maifischen“, jubelt Biologe Matthias Scholten. Er ist Experte bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). A

n der Fischtreppe bei Koblenz zählte man bis Ende Juli über 100 Exemplare – letztes Jahr waren es insgesamt nur 32. „Das ist schon etwas Besonderes“, so Scholten.

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Sensationelle Rückkehr des Maifischs

Die Fische wandern im Frühjahr aus der Nordsee den Rhein flussaufwärts, um hier zu laichen. Die geschlüpften Larven schwimmen im Sommer zurück ins Meer und kehren nach mindestens drei Jahren als erwachsene Tiere zurück.

Armin Nemitz vom Rheinischen Fischereiverband bestätigt: „Im April und Mai hat der Rhein genug Wasser geführt, und es war noch vergleichsweise kühl. Deshalb hatten wir dieses Jahr viele Maifische.“

Ein junger Maifisch im Rhein.

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Ein junger Maifisch im Rhein. In Poll wurden voriges Jahr 50.000 Maifischlarven ausgesetzt.

Doch die Freude wird von der brutalen Realität des Sommers getrübt. Hitze und Dürre haben den Rhein in einen fiebrigen Fluss verwandelt.

Extremes Niedrigwasser und Rekordtemperaturen belasten das komplette Ökosystem. „Zurzeit messen wir im Rhein im Tagesmittel Temperaturen von rund 26 Grad Celsius“, erklärt Scholten. Am ersten Juli-Wochenende wurde mit 29,0 Grad sogar der alte Rekord von 2006 geknackt.

Hitze-Rekord im Rhein: Fische im Stress

Für die meisten Fische ist das die Hölle. Ab 25 Grad wird es kritisch, sie werden empfänglich für Krankheiten, der Sauerstoff im Wasser wird knapp. „Die Fische verbrauchen viel mehr Energie und geraten dadurch unter Hungerstress“, warnt der Biologe. Bei 30 Grad droht vielen Arten der Hitzetod. Besonders hart trifft es Spezies wie Aal, Hasel und Nase, für die schon 26 Grad lebensbedrohlich werden können.

Auch der Lachs, der aus dem kalten Atlantik in den Rhein sowie die Sieg schwimmt, leidet. „Sind die Wassertemperaturen in Rhein und Sieg im Sommer zu hoch, hören die Jungfische auf zu fressen“, erklärt Nemitz. Außerdem stellen die erwachsenen Lachse bei Niedrigwasser ihre Wanderung zu den Laichgründen ein. Ob sie es dieses Jahr schaffen, hängt davon ab, ob der Herbst endlich wieder Regen und normale Pegelstände bringt.

Im Juni 2025 setzte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (rote Jacke)  gemeinsam mit Schulkindern in Köln-Poll 50.000 Maifischlarven im Rhein aus.

Copyright: Alexander Schwaiger

Im Juni 2025 setzte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (rote Jacke)  gemeinsam mit Schulkindern in Köln-Poll 50.000 Maifischlarven im Rhein aus.

Der Klimawandel verändert unsere Flüsse für immer. Nemitz spricht von einer „Mediterranisierung“, bei der heimische Fische verdrängt werden. Die Äsche gilt im Rheingebiet bereits als „hochgradig gefährdet“. Gleichzeitig profitieren wärmeliebende Räuber wie der Europäische Wels von den gestiegenen Temperaturen.

Eingeschleppte Arten machen sich breit

Das Niedrigwasser hat noch weitere Tücken. Die Fische drängen sich in der engen Fahrrinne, wo sie laut Scholten Gefahr laufen, durch Schiffsschrauben Verletzungen zu erleiden. Zudem explodiert das Wachstum von Algen, die nachts den wertvollen Sauerstoff verbrauchen und so zur Todesfalle werden können.

Zwar hat sich die Fischwelt seit der Sandoz-Katastrophe von 1986 gut erholt, doch die Dürreperioden beschleunigen die Verbreitung invasiver Spezies. Die Schwarzmaul-Grundel, eingeschleppt aus dem Schwarzmeerraum, frisst den Laich heimischer Fische. Auch die Quaggamuschel und die Chinesische Wollhandkrabbe breiten sich immer weiter aus.

Wie es weitergeht? Ungewiss. „Zwar ist es derzeit kühler, doch können auch im August erneut sehr hohe Wassertemperaturen auftreten“, meint Scholten. Langfristig könnten mehr Bäume an den Ufern für Schatten sorgen. Doch für die akute Notlage gibt es nur eine Lösung, die der Experte auf den Punkt bringt: „Es muss tagelang regnen.“ (red)

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