Schüsse, Explosionen – innerhalb weniger Tage ist es zu mehreren Vorfällen in Köln gekommen. Viele Kölnerinnen und Kölner fühlen sich nicht mehr sicher.
Schüsse und ExplosionenRollt eine Welle der Gewalt auf Köln zu? Das sagt der Kripo-Chef

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Einsatz am Montag (8. Juni) in Bilderstöckchen: In der Nacht wurde auf eine Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses, Vogesenstraße, geschossen.

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Was ist bloß in Köln los? In der Nacht zu Montag (8. Juni) fallen Schüsse in Bilderstöckchen, werden die Fenster im zweiten Stock eines Wohnhauses von Kugeln durchsiebt. Nur eine Nacht zuvor gab es eine Explosion vor einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt. Unbekannte hatten einen Sprengsatz vor der Haustür plaziert.
„Mögliche Zusammenhänge zu Taten der vergangenen Tage werden geprüft“, so ein Polizeisprecher.
Schüsse, Explosionen – ein Kölner kommentiert: „Welcome in the Ghetto“
Am 31. Mai war ein Mann (32) auf der Zülpicher Straße aus einem vorbeifahrenden Pkw heraus niedergeschossen worden, nur wenige Stunden später kam es am Friesenwall zu einer Explosion an einer Shisha-Bar. Anfang Juni ballerten Unbekannte auf ein Juweliergeschäft in Ehrenfeld und einen Imbiss in Höhenberg, wurde an einer Eisdiele in Raderberg zweimal innerhalb weniger Tage ein Brandsatz gezündet.
Viele Kölnerinnen und Kölner sind entsetzt. „Passiert sowas in Köln eigentlich jetzt jede Woche?“, fragt Thorsten G. auf der EXPRESS-Facebook-Seite. „Mittlerweile muss man überall aufpassen und mit allem rechnen“, meint Leser Daniel R. Und Matthias S. findet, dass es jetzt schon so weit ist wie in Amerika – „Welcome in the Ghetto“.
Leserin Katja B. fühlt sich, nachdem die Schüsse auf den Imbiss Schlagzeilen machten, in ihrer Entscheidung bestätigt, sich in Köln zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. „Man kann vieles relativieren oder schönreden – die Realität nehme ich durch so etwas jedoch anders wahr. Für mich hat Lebensqualität inzwischen einen höheren Stellenwert als die ständige Konfrontation mit Entwicklungen, die mich nur noch sprachlos zurücklassen“, kommentiert sie.
Anita S. und Petra M. pflichten ihr bei, auch sie hätten sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. „Schon länger. Traurig, aber wahr“, schreiben sie. Steff K. erklärt: „Wir sind auch deshalb ins Umland gezogen und bereuen es keinen Tag.“

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In dem Fenster eines Mehrfamilienhauses in Bilderstöckchen klaffen Einschusslöcher.
Bereits vor rund zwei Jahren hatte eine Horror-Serie begonnen. Auch damals wurde auf Wohn- und Geschäftshäuser geschossen, explodierten Sprengkörper. Hintergrund war ein Drogenkrieg, mehrere Beschuldigte wurden bereits verurteilt. Andere Taten führten ins Rockermilieu.
Das sagt die Kölner Polizei
Rollt jetzt eine neue Gewaltwelle auf Köln zu? Die Kripo Köln hat nach den Explosionen in Hauseingängen sowie Schussabgaben auf den 32-jährigen Mann auf der Zülpicher Straße eine Ermittlungsgruppe eingesetzt, erklärt die Kölner Polizei auf Nachfrage. Man prüfe mögliche Bezüge zur organisierten Kriminalität und sei sich derzeit nicht sicher, ob, wie oder welche der Taten zusammenhängen.
„Die Identifizierung und Fahndung nach Tatverdächtigen sowie die Aufklärung der Motive und Hintergründe haben für uns höchste Priorität. In diesem Zusammenhang führen wir derzeit umfangreiche verdeckte Ermittlungsmaßnahmen durch“, erklärt Kölns Kripo-Chef, Leitender Kriminaldirektor Michael Esser, am Mittwochnachmittag (10. Juni).
Die Maßnahmen führten bereits zu einer Festnahme und Vorführung vor den Haftrichter. „Weitere Personen konnten identifiziert und erkennungsdienstlich behandelt werden“, so Esser weiter. Er ergänzt: „Ich bitte um Verständnis, dass wir zu diesem frühen Zeitpunkt keine weiteren Details veröffentlichen können, ohne die Ermittlungen zu gefährden.“ Die Ermittlungsgruppe umfasst 21 Fahnder und Fahnderinnen, die sich derzeit mit den Sachverhalten befassen.
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