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271 statt 64Pedelec-Unfälle in Köln explodieren – Senioren trifft’s besonders hart

Touristen fahren mit Elektrorädern durch das Ostseebad auf der Insel Usedom. (Symbolfoto)

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Die Zahl der Pedelec-Unfälle in Köln ist seit 2019 drastisch gestiegen. (Symbolbild)

Die Zahl der Pedelec-Unfälle in Köln ist seit 2019 drastisch gestiegen. Besonders ältere Fahrende trifft es im Ernstfall ungleich härter. Was hinter den Zahlen steckt – und wie die Polizei reagiert.

Ein Sonntagnachmittag im April 2025 in Köln-Worringen. Ein 61-Jähriger ist mit seinem Pedelec auf der Bolligstraße unterwegs, als plötzlich eine Frau von der Seite auf die Fahrbahn tritt. Er reißt die Bremse durch – zu spät. Der Mann stürzt, schlägt mit dem Kopf auf und wird schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Die Frau geht einfach weiter. Die Polizei sucht bis heute nach ihr und nach Zeugen.

So ein Moment steht für einen Trend, der sich in Köln inzwischen klar in den Zahlen zeigt: Zwischen 2019 und 2025 ist die Zahl der Menschen, die bei Pedelec-Unfällen verunglückten, drastisch gestiegen – über alle Altersgruppen hinweg. Bei den unter 65-Jährigen ging es von 64 auf 271 Fälle hoch. Bei den Senioren ab 65 stieg die Zahl von 19 auf 68.

Immer mehr E-Bikes auf Kölns Straßen

Der Grund liegt nahe: Immer mehr Menschen steigen aufs E-Bike. Bundesweit hat sich die Zahl der Pedelec-Unfälle mit Personenschaden in den vergangenen Jahren stark erhöht – und auch die Verkaufszahlen sind deutlich gestiegen. Die Polizei sagt: Wenn ein Verkehrsmittel häufiger genutzt wird, passieren in der Regel auch mehr Unfälle damit.

Doch die wirklich brisante Frage lautet: Warum werden Stürze für ältere Menschen so oft zum schweren Unfall? Genau das zeigt auch der Kölner Blick auf 2025: Bei den verunglückten Pedelec-Fahrenden unter 65 Jahren wurden 8,9 Prozent schwer verletzt oder getötet. Bei den Senioren waren es 17,6 Prozent – fast doppelt so viel (siehe Infografik).

„Das hat nicht unbedingt etwas mit fehlender Schutzausrüstung zu tun“, sagt Matthias Blasius von der Direktion Verkehr der Polizei Köln. Entscheidend sei häufig die körperliche Verletzlichkeit im Alter: Wenn ältere Menschen stürzen, sind schwere Verletzungen wahrscheinlicher.

Eine Studie aus München stützt diese Beobachtung: In einer Klinik-Auswertung waren besonders schwere E-Bike-Unfälle auffällig oft Fälle älterer Männer. Ein möglicher Faktor: Viele ältere Menschen nehmen Blutverdünner – bei Stürzen können Blutungen dadurch schneller lebensgefährlich werden.

E-Bike-Unfälle in Köln

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E-Bike-Unfälle in Köln

Und wodurch passieren die Unfälle? Bei den Ursachen tauchen immer wieder drei Punkte auf:

  1. nicht angepasste Geschwindigkeit
  2. Vorfahrtsfehler
  3. Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr

„Nicht angepasst“ heißt dabei nicht zwingend „zu schnell im Sinne eines Tempolimits“, sondern: zu schnell für die Situation. Wer auf einem vollen Radweg mit Unterstützung unterwegs ist, erreicht Geschwindigkeiten, die viele vom normalen Rad so nicht kennen – und überschätzt sich oder unterschätzt die Lage.

Die Polizei reagiert mit mehr Prävention. Beim „Seniorenradeln“ fahren kleine Gruppen unter Anleitung typische Gefahrensituationen ab – etwa Kreuzungen, an denen der tote Winkel von Lkw zur Falle werden kann. Außerdem gibt es gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln einen Workshop für „Best Ager“, bei dem es um Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr geht.

Vom E-Bike abraten will Blasius älteren Menschen trotzdem nicht. Im Gegenteil: Entscheidend sei, sich mit dem Rad vertraut zu machen – und vor allem: zu trainieren, bevor es im echten Verkehr kritisch wird.

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