Drei KVB-Mitarbeiter sollen nach einem Einsatz am Neumarkt ihren Job verlieren. Ein Betroffener spricht von Notwehr – die KVB verweist auf Ermittlungen.
„Wir wollten helfen“Neumarkt-Einsatz eskaliert: KVB-Mitarbeiter kassiert Kündigung

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KVB-Mitarbeiter Marc Zons – am Neumarkt kam es zu einem heftigen Zwischenfall. Jetzt bekam der 43-Jährige die fristlose Kündigung zugestellt.

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„Da lag ein Mann bewusstlos am Boden, wir wollten helfen – und dann treten die auf ihn ein.“ So schildert Marc Zons (43), Mitarbeiter des KVB-Sicherheitsteams, den Moment, der für ihn alles verändert hat.
Zons war nach eigenen Angaben am 6. Juli gegen 21.45 Uhr mit zwei Kollegen an der oberirdischen Haltestelle Neumarkt im Dienst, als es plötzlich eskalierte. Heute, sagt er im Gespräch mit EXPRESS.de, stehe er nicht als Helfer da – sondern als Beschuldigter. Und er habe die Kündigung bekommen. Das Kündigungsschreiben liegt EXPRESS.de vor.
KVB-Haltestelle Neumarkt: Drei Männer attackieren Bewusstlosen
Laut Zons hatte er am Neumarkt zusammen mit den zwei KVB-Kollegen wegen einer Baustellensituation die Bahnabfertigung übernommen. Eine Stadtbahn der Linie 7 wurde geleert, Fahrgäste mussten aussteigen. In dem Zug seien unter anderem drei Männer gewesen – als die den Zug verlassen hätten, habe auf dem Bahnsteig eine weitere Person gelegen: bewusstlos, obdachlos, so schildert es Zons. Für sie sei zuvor bereits Hilfe angefordert worden.
Dann, behauptet Zons, seien die drei Männer auf den Bewusstlosen losgegangen und hätten auf ihn eingetreten. Er und seine Kollegen hätten eingegriffen, um die Person zu schützen und die Angreifer vom Bahnsteig wegzudrängen.
Was danach folgte, beschreibt Zons als Angriff auf die Einsatzkräfte: Man habe sie bespuckt, beleidigt, getreten – außerdem seien Flaschen und Essen geworfen worden. Es sei zu Handgreiflichkeiten gekommen, schließlich habe die Polizei eingegriffen. Und dann, sagt Zons, sei die Sache gekippt: Es sei eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die KVB-Mitarbeiter gefertigt worden – mit dem Vorwurf, sie hätten „übermäßig Gewalt“ angewendet. Zons weist das zurück. Er betont: „Wir haben in Notwehr gehandelt.“
Besonders bitter sei für ihn die Folge im Job. Nach seinen Angaben wurde nicht nur er, sondern auch zwei Kollegen am 20. Juli mit Wirkung zum 1. August gekündigt. Als Begründung sei sinngemäß genannt worden, dass das Verhalten der Beschäftigten nicht mit der „Unternehmenskultur“ vereinbar sei, wenn gegen sie eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vorliege.
KVB bestätigt Zwischenfall – keine Angaben zu laufendem Verfahren
Die Polizei bestätigt gegenüber EXPRESS.de, dass es an dem Abend einen Einsatz am Neumarkt gab. Details wollte man nicht nennen, die Ermittlungen dauern an.
Die KVB erklärt auf Nachfrage: Der Vorfall am Neumarkt vom 6. Juli sei bekannt, dokumentiert und umfassend aufgearbeitet worden. Zu Personalmaßnahmen wolle man sich aber nicht äußern.
Als öffentliches Verkehrsunternehmen trage die KVB „eine besondere Verantwortung für die Sicherheit ihrer Fahrgäste“ und erwarte von Mitarbeitenden, die Sicherheits- und Ordnungsaufgaben wahrnehmen, „jederzeit ein professionelles, deeskalierendes und verhältnismäßiges Handeln“ – auch in Konflikt- und Belastungssituationen.
Man bewerte Vorfälle „nicht auf Grundlage einzelner Behauptungen“, sondern nach „sorgfältiger Prüfung aller verfügbaren Erkenntnisse“. In die Bewertung flössen insbesondere Zeugenaussagen, vorhandene Dokumentationen, Videoaufnahmen sowie Informationen der zuständigen Ermittlungsbehörden ein. Nach Kenntnis der KVB würden im Zusammenhang mit dem Vorfall Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung geführt. Zugleich betont das Unternehmen: „Unabhängig davon gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.“
Zu beteiligten Personen, etwaigen Personalmaßnahmen sowie Einzelheiten laufender Verfahren könne man aus datenschutz- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen keine weiteren Angaben machen.
Klar ist: Das Unternehmen hat die Kündigung bereits ausgesprochen. Zons will dagegen auch juristisch vorgehen.
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