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„Nicht realisierbar“Chaos an Kölner See: Reaktion der Stadt überrascht

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Am Escher See gilt absolutes Badeverbot. Trotzdem ist der See beliebt. Ein Problem ist der Müll – die Stadt droht mit hohem Bußgeld und gibt zu: Eine dauerhafte Kontrolle ist kaum möglich.

Trotz Badeverbots – der Escher See bleibt ein Hotspot für Sonnenanbeter und Schwimmer. Mit Folgen: Nicht alle, aber viele hinterlassen massenhaft Müll im Landschaftsschutzgebiet.

Ein Kölner Anwohner ist fassungslos – und die Stadt gibt zu: Eine dauerhafte Kontrolle ist nicht möglich.

„Ein Berg voll Müll“ – Anwohner zeigt sich fassungslos

Außerhalb der Strandbar Monkey's Island gilt am Escher See ein striktes Badeverbot. Die Strandbar selbst bleibt nach einem Streit zwischen Betreiber und Stadt um Baugenehmigungen vorerst noch geschlossen. Trotzdem hat das niemanden davon abgehalten, das Pfingstwochenende und die Tage danach am See zu verbringen – mit fatalen Folgen für die Natur.

EXPRESS.de-Leser Rainer H. war über Pfingsten mehrfach mit seinem Hund am Escher See unterwegs. Was er dort vorfand, macht ihn sprachlos.

„Tag drei am Escher See – letzter Gang mit dem Vierbeiner, und schau mal an: ein Berg voll Müll. So langsam ist das alles nicht mehr lustig. Anscheinend sind die Personen – hauptsächlich jüngere Klientel – nicht mehr in der Lage, ihren von zuhause mitgebrachten Müll auch da zu entsorgen. Einweg-Grills, Pfandflaschen, Pizzakartons und sonstiger Müll, was man so für einen Besuch am See benötigt“, beklagt sich H. „Sogar Luftmatratzen wurden entsorgt.“

Besonders ärgert Rainer H. die Doppelmoral mancher Besucher: „Viele der Besucher gehen auf die Straße und demonstrieren für eine Energiewende und besseren Klimaschutz, am Ende sieht man, was von ihren eigenen Zielen übrig bleibt: Müll und Fäkalien im Schutzgebiet.“

Der Kölner zieht dabei einen treffenden Vergleich: Hundebesitzer würden für nicht aufgesammelte Hinterlassenschaften angezeigt und bestraft – für den achtlos weggeworfenen Einweg-Grill oder Pizzakarton hingegen scheint es kaum Konsequenzen zu geben.

AWB rückte an – doch die Erholung war kurz

Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) haben bereits reagiert und den Müll am Dienstag nach Pfingsten entsorgt. Doch die Ruhe währte nicht lange, wie Rainer H. beobachtet: „Es ist echt traurig zu sehen, dass die AWB am Dienstag den ersten Müll entsorgt hat, aber es jetzt schon wieder aussieht fast wie vorher.“

Kurz nachdem die AWB aufgeräumt hatte, gab es am Dienstag nach Pfingsten erneut ein Müllproblem am Escher See.

Copyright: Leserfoto Rainer H.

Kurz nachdem die AWB aufgeräumt hatte, gab es am Dienstag nach Pfingsten erneut ein Müllproblem am Escher See.

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat mit der AWB bereits vereinbart, die Reinigungsintervalle der sommerlichen Witterung entsprechend zu erhöhen. Außerdem soll in den kommenden Wochen geprüft werden, ob noch mehr Papierkörbe aufgestellt werden können.

Der Escher See ist kein gewöhnlicher Badesee – er liegt in einem ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet. Rainer H. beobachtet mit Sorge, wie die Natur unter dem Ansturm leidet: „In einem Landschaftsschutzgebiet, das der Escher See nun mal ist, müsste gerade von der Stadt Köln härter und strenger kontrolliert werden, da die Zerstörung durch Trampelpfade und Erosion ziemlich zugenommen hat.“

Stadt Köln: Dauerhafte Kontrolle nicht möglich

Auf EXPRESS.de-Nachfrage äußerte sich eine Sprecherin der Stadt Köln zu den Möglichkeiten der Behörden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das Ordnungsamt bestreife das Gebiet lediglich „anlassbezogen und bei Beschwerden“. Eine dauerhafte Präsenz vor Ort sei schlicht nicht leistbar.

„Mit steigenden Temperaturen wird auch der Escher See in den Fokus genommen. Eine dauerhafte Präsenz vor Ort ist aufgrund der Einsatzlage im 405,2 Quadratkilometer großen Kölner Stadtgebiet nicht realisierbar“, so die Sprecherin.

Bußgelder bis zu 100.000 Euro möglich – aber selten verhängt

Wer dabei erwischt wird, wie er im Landschaftsschutzgebiet Müll hinterlässt, riskiert empfindliche Strafen. Die Stadt verweist auf Paragraph 69 Abs. 1 Nr. 2 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG): Demnach kann ein Verwarn- oder Bußgeld von bis zu 100.000 Euro verhängt werden – gestaffelt nach Menge und Art des Mülls.

Der Haken: Erwischt werden muss man erst. Die Sprecherin betont, dass ordnungswidrige Handlungen „vorangegangen und amtlich festgestellt“ sein müssen, bevor Maßnahmen eingeleitet werden können. Oberstes Ziel sei es, die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen – nicht das Verhängen von Sanktionen.

Für Rainer H. ist es kein neues Phänomen – es ist ein strukturelles Problem, das sich mit jedem Sommer wiederholt. Er vermisst klare Ansagen und konsequentes Handeln: „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen – würde man die Besucher ansprechen, bekommt man sicher keine vernünftige Antwort.“

Seinen Appell an die Stadt: mehr Kontrolle, mehr Präsenz, mehr Konsequenz – bevor der Escher See endgültig unter dem Druck des Andrangs leidet.

Mit ihrem Song „Nur die Liebe gewinnt“ und der damit verbundenen Botschaft haben Kölns Kult-Rocker Brings ihre erste Briefmarke der Deutschen Post verliehen bekommen.
„Liebe gewinnt“
Was für eine besondere Ehrung für kölsche Kult-Band!