Eine neue Studie deckt auf: Keine Stadt ist so gespalten wie Köln.
„Zwei große Blöcke“Neue Untersuchung zu Köln zeigt brutale Wahrheit

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Wohnen und Leben in einer Stadt. Kranhäuser am Rhein.
Köln, die Metropole mit Herz? Eine neue Untersuchung zeigt die brutale Wahrheit. Die Kluft zwischen den Veedeln ist so tief wie in keiner anderen Millionenstadt. Ein Soziologe benennt die schockierenden Ursachen.
Ein brutales Zeugnis für die Domstadt! Die Analyse des Soziologen Marcel Helbig in seiner Studie „Hinter den Fassaden“ ist ein Weckruf: In keiner anderen deutschen Millionenmetropole ist die soziale Ungleichheit so extrem wie in Köln. Das viel beschworene kölsche Jeföhl bekommt hier tiefe Risse, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.
Die Zahlen sind alarmierend. Bei der räumlichen Trennung nach Armut landet Köln auf dem düsteren 118. Platz von 153 untersuchten Kommunen. Noch schlimmer ist die Lage bei der Spaltung zwischen Menschen mit und ohne Hochschulabschluss – hier rangiert die Stadt auf Position 147. Besonders tragisch: Ein Drittel aller Kölner Pänz wächst in Stadtteilen auf, in denen die Kinderarmutsquote ebenfalls bei mindestens einem Drittel liegt.
Der Rhein als unüberwindbare Grenze?
Während in Städten wie München, Hamburg oder Berlin die soziale Kluft sogar kleiner wird, hat sie sich in Köln über die letzten zehn Jahre leicht verschärft. Aber was ist der Grund? Für Helbig liegt eine Hauptursache in der Stadtgeografie: Der Rhein teile Köln quasi in „zwei große Blöcke“, erklärt er im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Im Gegensatz zum „mosaikartigen“ München oder dem „zerklüfteten“ Berlin existiere hier eine sehr deutliche räumliche Trennung.
Diese scharfe Linie zwischen der linken und rechten Rheinseite mache eine soziale Durchmischung schwierig. Dazu komme die geografische Isolation einiger ärmerer Viertel. Die Distanz vom linksrheinischen Ufer nach Ostheim oder Finkenberg sei beträchtlich – ebenso wie der Weg in Stadtteile, die weit ab vom Schuss liegen, etwa Chorweiler oder Meschenich.
Wie geriet Köln in diese Abwärtsspirale?
Diese Entwicklung ist kein neues Phänomen. Großsiedlungen wie Chorweiler und Meschenich, einst als modern gepriesen, erfuhren eine rasche Abwertung, auch befeuert durch negative Medienberichte. Ist ein Stadtteil erst einmal in diesem Negativtrend gefangen, ist ein Ausweg extrem schwierig.
Wenn ein Viertel eine kritische Armutsrate erreicht, meiden andere soziale Schichten den Zuzug. Die Befürchtung, dass dies dem eigenen Leben oder der Zukunft der Kinder schaden könnte, wird zu groß. Laut Helbig verstärkt sich die soziale Trennung ab einem gewissen Punkt von selbst.
Welche Auswege gibt es für die Stadt?
Um diesen Trend zu stoppen, sieht der Forscher zwei wesentliche Ansätze. Zum einen: die Schaffung von mehr Sozialwohnungen in den wohlhabenderen Veedeln, insbesondere linksrheinisch. Diese Politik wurde bis in die 1980er-Jahre verfolgt, danach aber aufgegeben. Zum anderen: die Errichtung von attraktivem Wohnraum in ärmeren Gebieten, um die Mittelschicht dorthin zu locken.
Städte wie München zeigen seit über 30 Jahren, wie es gehen kann: Investoren müssen dort bei Neubauten zu je einem Drittel Sozialwohnungen, preisgedämpfte und frei finanzierte Wohnungen realisieren. In Köln machen Vorschriften wie die Mietobergrenze für Empfänger von Bürgergeld die Situation kompliziert, da bezahlbare Wohnungen sich fast ausschließlich rechtsrheinisch konzentrieren. Kurzfristig bleiben der Stadt daher oft nur sozialpädagogische Instrumente wie Quartiersmanagement und Jugendhilfe.
Die Prognose für Köln bleibt unsicher. Während in anderen Metropolen die soziale Spaltung durch den angespannten Wohnungsmarkt abnehmen könnte, stellt die Domstadt einen „Sonderfall“ dar. Zugleich könnten sich Akademiker weiter in den Zentren konzentrieren und damit die Verdrängung einkommensschwächerer Menschen aus der Innenstadt weiter vorantreiben. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
