Jan Böhmermann mit heftiger Olympia-Kritik – zudem nennt er Kölns OB Torsten Burmester „fucking Bürgermeister“. Der reagiert jetzt.
„Fucking Bürgermeister“Nach harter Böhmermann-Attacke – Kölner OB kontert

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Jan Böhmermann hat Kölns OB Torsten Burmester heftig angegangen. (Montage:EXPRESS.de)
Der Streit um die Olympia-Bewerbung der Domstadt hat eine neue, pikante Wendung genommen.
Nachdem TV-Satiriker Jan Böhmermann in seinem Podcast „Fest und flauschig“ kräftig gegen die Bewerbung und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester ausgeteilt hatte, kontert der SPD-Politiker nun – gelassen, aber bestimmt.
Böhmermanns Abrechnung mit „Olympia-Torsten“
Böhmermann hatte in dem Podcast kein gutes Haar an der Bewerbung gelassen.
Den in Köln lebenden Satiriker empört vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC), das genetische Geschlechtstests für Sportlerinnen wieder einführen will. Sein Fazit: „Köln will eure Scheiße nicht!“
Den Oberbürgermeister, der einst an der Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) stand, betitelte Böhmermann als „fucking Bürgermeister“ und rief ihm zu: „Olympia-Torsten, Köln hat andere Probleme als Olympiastadt zu werden.“
Als Beispiele nannte er das Verkehrschaos in der Innenstadt und die endlose Baustelle der Opernsanierung. Seinen Stimmzettel habe er persönlich mit einem „dicken Edding“ und einem unmissverständlichen „Nein“ ausgefüllt, so Böhmermann.
Burmester reagiert: Einladung statt Empörung
OB Torsten Burmester bleibt trotz der heftigen Kritik auffällig cool.
Im Interview mit der „Welt“ kontert er die Tirade des 45-Jährigen mit einer nüchternen Beobachtung: „Wir neigen in Deutschland dazu, immer ‚Nein‘ zu sagen – mit dem Hinweis, dass wir eh nichts auf die Kette kriegen. Herr Böhmermann gehört zu dieser ‚Nein‘-Fraktion. Wir brauchen mehr Menschen mit einer positiven Haltung und einem grundsätzlichen ‚Ja‘.“
Statt sich zu echauffieren, streckt Burmester lieber die Hand aus: „Man kann gerne über die Bedingungen sprechen. Ich lade ihn gerne zu einem klärenden Gespräch ein.“
Ob Jan Böhmermann das Gesprächsangebot annimmt, bleibt abzuwarten.
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Olympia-Abstimmung läuft noch bis zum 19. April
Derweil läuft die Abstimmung. Bis zum 19. April können die rund 814.000 Kölner Wahlberechtigten darüber entscheiden, ob sich die Stadt an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 beteiligen soll.
Burmester zufolge haben bereits rund 30 Prozent per Briefwahl abgestimmt – „ein starker Zwischenstand“, wie er findet.
Die Lager in der Stadt sind derweil gespalten: Für die Bewerbung werben SPD, CDU, FDP und Volt. Dagegen formieren sich die Linke, Teile der Grünen sowie die Initiative „Nolympia“, die vor allem auf die unkalkulierbaren Kosten hinweist.
Burmester ist davon überzeugt, dass Olympia der Stadt nützt: „Was wir in die olympischen und paralympischen Spiele investieren, kommt den Kölnerinnen und Kölnern zugute – weit über das Ende der Spiele hinaus.“ (mt)

