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„Emotional sehr belastend“Nach Bluttat in Köln: Verwaltung entfernt Blumen und Kerzen

Blumen und Kerzen in Erinnerung an ein Todesopfer

Copyright: Ayhan Demirci

Der Erinnerungsort: Nachts brannten die Kerzen.

Nach dem tragischen Geschehen in einem Wohnkomplex an der Venloer Straße in Ehrenfeld ist der Erinnerungsort am Eingangsbereich durch die Hausverwaltung entfernt worden.

In den Tagen nach der Bluttat, bei der am Morgen des 9. Mai der 47-jährige Marcel R. von seinem Untermieter (31) im Treppenhaus erstochen wurde, waren vor dem Haus rund um ein Foto des Verstorbenen Blumen, Kerzen und Botschaften der Anteilnahme niedergelegt worden, darunter mehrere mit Bezug zur Bibel (Psalmen).

Die Kölner Hausverwaltung GGM (Gesellschaft für modernes Gebäudemanagement) erklärte auf Anfrage: „Der Erinnerungsort an der Eingangstür wurde nach einiger Zeit durch uns entfernt und vollständig eingesammelt. Die niedergelegten Blumen, Schreiben, Fotos und weiteren Gegenstände wurden nicht entsorgt, sondern befinden sich derzeit in unserem Büro. Aktuell stehen wir hierzu auch mit den Eigentümern der Wohnung in Kontakt.“

Emotionale Belastung für Bewohner

Hintergrund der Entscheidung sei, dass sich mehrere Bewohner des Hauses an die Verwaltung gewandt und geschildert hätten, „dass sie durch den dauerhaft bestehenden Erinnerungsort immer wieder an das tragische Geschehen erinnert werden und dies für einige emotional sehr belastend ist.“

Hauseingang

Copyright: Ayhan Demirci

Hinter dieser Tür wurde Marcel R. mit tödlichen Verletzungen aufgefunden. Rechterhand war ein Erinnerungsort für den Getöteten entstanden.

Als Hausverwaltung sehe man sich in der Verantwortung, „die Interessen und Gefühle aller Betroffenen zu berücksichtigen und hierfür einen angemessenen Umgang zu finden. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, die Gegenstände zunächst einzusammeln, sicher zu verwahren und auf Wunsch den Angehörigen zu übergeben.“

Der Tatverdächtige, der Untermieter des Getöteten war, befindet sich wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft und hat sich zum Tatgeschehen bislang nicht geäußert.

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