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Schaden ist immensSchon wieder! Kölner Autofahrer gefrustet

Die Ladesäule bei Aldi in Köln-Pesch – das Kabel wurde abgeschnitten.

Copyright: Christian Knop

Die Ladesäule bei Aldi in Köln-Pesch – das Kabel wurde abgeschnitten.

40 Euro Beute, tausende Euro Schaden: Warum Kölns Ladesäulen für Diebe zum Ziel werden – jetzt ein neuer Fall in Köln-Pesch.

Wer am Wochenende in Köln-Pesch schnell sein E-Auto laden wollte, guckte in die Röhre. Auf dem Aldi-Parkplatz an der Donatusstraße hatten mal wieder die Kabeldiebe zugeschlagen – die Ladekabel waren abgeschnitten, das blanke Kupfer lag frei. Laden? Unmöglich.

Fotos zeigen die freigelegten Kabelenden an der Säule. Genervt musste der Autofahrer eine andere Ladestation suchen.

Kabel von E-Ladesäule in Köln-Pesch geklaut

Es ist längst kein Einzelfall mehr. Erst im Mai hatte EXPRESS.de über abgeschnittene Ladekabel in Köln-Zollstock berichtet – dort standen gleich zwei Säulen an der Schwalbacher Straße monatelang still.

Und die Zahlen belegen den Trend: Laut Tank-E, dem für die Ladeinfrastruktur zuständigen Tochterunternehmen der RheinEnergie, gab es 2025 allein zwischen Januar und Oktober gut 60 solcher Vorfälle in Köln. Im ganzen Jahr 2024 waren es fünf. Ein explosiver Anstieg.

Auch der Automobilclub Verkehr (ACV) schlägt Alarm. Der Diebstahl fest installierter Ladekabel sei ein „deutlich zunehmendes Problem“, erklärt ein Sprecher gegenüber EXPRESS.de – „das gilt auch für Köln“. Für den ACV steht mehr auf dem Spiel als eine kaputte Säule: „Eine funktionierende und verlässliche Ladeinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Elektromobilität im Alltag angenommen wird.“

Beschädigte Ladepunkte führten zu Umwegen und Verzögerungen und könnten „insbesondere bei niedrigem Ladestand die Weiterfahrt erheblich erschweren“. Das nage am Vertrauen: „Wiederholte Ausfälle können deshalb auch das Vertrauen in die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität beeinträchtigen.“

Besonders bitter: Die Diebe machen kaum Kasse. In einem Schnellladekabel steckten je nach Ausführung nur vier bis zehn Kilogramm Kupfer, so der ACV unter Berufung auf seinen Ladepartner EnBW. Weiterverkaufswert: rund 50 Euro. Der Schaden pro Vorfall liege dagegen bei etwa 5000 bis 8000 Euro, für Kabelaustausch, Reparatur und technische Prüfungen vor der Wiederinbetriebnahme.

Entgangene Einnahmen während der Ausfallzeit noch nicht eingerechnet. „Für einen geringen finanziellen Gewinn wird somit ein um ein Vielfaches höherer Schaden verursacht“, so der Sprecher.

Ladekabel mit einer schnittfesten Hülle

Und die Motive? Meist gehe es schlicht um das Kupfer und dessen Weiterverkauf, sagt der ACV. Ganz sicher sei man aber nicht: „Belastbare Erkenntnisse zu den Motiven der Täter liegen jedoch nur selten vor. Eine pauschale Einordnung sämtlicher Fälle wäre deshalb nicht seriös.“ Vandalismus lasse sich bei dem geringen Erlös jedenfalls nicht ausschließen.

Wie man Dieben das Handwerk legen kann, macht derzeit Aachen vor: Der Versorger Stawag hat dort Ladesäulen aufgestellt, die den Kupferklau von vornherein ausbremsen sollen. Der Trick steckt in den Schnellladekabeln – sie sind mit einer schnittfesten Hülle überzogen. Wer sie mit dem Werkzeug durchtrennen will, kommt laut Unternehmen kaum noch durch, im besten Fall gar nicht.

Auch EnBW rüstet nach: mit zentralem Monitoring des Ladenetzes, zusätzlicher Beleuchtung und Kameras an vielen Standorten, dazu robusteren Kabeln und Systemen, die Manipulationen in Echtzeit melden.

Der ACV fordert derweil ein abgestimmtes Vorgehen von Betreibern, Herstellern, Behörden und Polizei – damit beschädigte Ladepunkte schneller wieder ans Netz gehen.

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