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Prozess in Köln Sylvia (†31) im Auto hingerichtet? Ihre Mutter sah Pistole auf Rücksitz

Ein Kölner steht wegen Mordes vor Gericht, neben ihm sein Anwalt.

Ein Kölner (35) steht wegen heimtückischen Mordes vor Gericht. Das Foto zeigt ihn beim Prozessauftakt am 23. September 2021 neben seinem Anwalt Abdou Gabbar.

Ein Kölner (35) soll seine Geliebte (†31) erschossen und ihre Leiche anschließend nahe Ochtendung (Rheinland-Pfalz) verbrannt haben. Der Prozess vor dem Landgericht Köln ist nichts für schwache Nerven. 

Köln. Die Haut verkohlt, die Kleidung am Körper verbrannt – die Fotos von Silvia B.s Leiche, die im Kopfschuss-Prozess gegen ihren ehemaligen Liebhaber gezeigt wurden, sind nur schwer zu ertragen. Am Freitag (12. November 2021) haben die Eltern der Getöteten ausgesagt. Beide sind in dem Prozess, der seit fast zwei Monaten läuft, Nebenkläger und werden von dem Kölner Anwalt Gordon Christiansen vertreten. 

So erzählt die Mutter (48), wie ihre Tochter und der Angeklagte sie am 17. Dezember 2020, dem mutmaßlichen Tattag, mittags von der Arbeit abholen wollten. In Sylvias gelbem Fiat Panda, in dem sie mit großer Wahrscheinlichkeit wenig später mit zwei Kopfschüssen regelrecht hingerichtet wurde. Der Angeklagte hätte am Steuer gesessen – und auf der Rückbank habe eine Pistole gelegen, so die 48-Jährige vor Gericht.

Sie sprachen über Fischpastete, dann ging Sylvia nicht mehr ans Telefon

„Ich habe abgelehnt, einzusteigen und bin zu Fuß gegangen“, erklärt sie mit Hilfe einer Dolmetscherin. Ihre Tochter habe gesagt, die Pistole sei nicht echt. Doch der Angeklagte soll gesagt haben, sie sei echt, behauptet die Mutter. Verteidiger Abdou Gabbar hakt nach, will wissen, warum sie das nicht früher erzählt habe. 

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Gegen 20 Uhr hätte ihr Tochter dann angerufen und erzählt, dass sie nach Köln fahren würden, so die Mutter weiter. In ein spanisches Geschäft. Sylvia habe gefragt, was sie ihr mitbringen solle. Fischpastete, so ihre Antwort. Ihre habe Tochter gelacht und gesagt: „Du bist aber günstig“. 

„War sie allein?“, will die Richterin wissen. „Nein, ich habe gehört, wie er zu ihr gesagt hat: ‚Keine Zeit, Sylvia‘“, erklärt die Mutter. Es sei die Stimme des Angeklagten gewesen. Als sie ihrer Tochter später etwas über Messenger schickte, habe sie zwar gesehen, dass Sylvia es um 20.40 Uhr geöffnet hatte – doch als sie die Tochter anschließend anrief, ging diese nicht mehr dran ...

Mordprozess in Köln: Laut Mutter soll sich Sylvia sehr verändert haben

Sylvia und der Angeklagte, der ihr Chef bei einem Versandhändler in Koblenz war, hatten eine außereheliche Beziehung. Ihre Tochter habe sich seitdem sehr verändert, so die Mutter. „Sie war früher ein kontaktfreudiger Mensch, sehr lustig“, sagt sie und weint. Doch zuletzt hätte Sylvia keine Kontakte mehr gehabt, sei in sich gekehrt gewesen. 

Laut Sylvias Vater habe sein Enkel (11) von Streitigkeiten berichtet. So soll der neue Freund seiner Mutter den Fernseher und einen Tisch kaputt gemacht haben. „Er sagte, das sei ein sehr böser Mensch, der auch eine Pistole habe“, so Sylvias Vater. Doch die Tochter habe das bestritten. Der Vater gab zu, dass er selbst nie mit dem Angeklagten gesprochen hat. Ihm und seiner Frau ist deutlich anzumerken, wie sehr sie unter dem gewaltsamen Tod ihres Kindes leiden. 

Kölner Ermittler: Leichenspürhunde schlugen auf Beifahrersitz an

Der Wagen von Sylvia B. war nach wochenlanger Fahndung am 15. Januar 2021 gefunden worden. Der Panda war auf der Allerstraße in Köln-Chorweiler abgestellt worden – gründlich gereinigt. Die Spurensicherer konnten dennoch mutmaßliche Beweismittel sichern. 

Der Kölner Kriminalbeamte Uwe R. (58) schilderte vor Gericht: „Der Leichenspürhund hat beim Beifahrersitz deutlich angeschlagen.“ Außerdem sei der Beifahrersitz, mutmaßlich durch eine professionelle Reinigung, bei der Spurensicherung immer noch feucht bis nass gewesen. Im Kofferraum habe man einen Benzinkanister und einen Damen-Sneaker gefunden. 

Köln: Blutspuren sogar am Dach von Sylvia B.s Fiat Panda

Sein Kollege Frank T. (57) schilderte als Zeuge, dass in dem Wagen trotz professioneller Reinigung zahlreiche Spuren gesichert werden konnten. Vor allem Blut. Sogar am Dach des Fiats. Auch habe man Hinweise auf Schüsse im Auto feststellen können, sogenannte Schmauchspuren. Wie auch ein Loch in der Fußmatte des Beifahrers, wo die Experten zudem ein Stück eines Geschosses fanden.

Köln: Ermittler untersuchen ein gelbes Auto.

Kölner Ermittler untersuchen den Fiat Panda von Silvia B., in dem der Mord passiert sein soll.

Auch Zeugen, die am 18. Dezember 2020 die Leiche von Sylvia B. an einem Weg zwischen der rheinland-pfälzischen Ortschaft Ochtendung und der K94 fanden, wurden bereits gehört. Wie Thomas G. (55), Kraftfahrer aus der Eifel, der mit seinen beiden Hunden Gassi ging – und sich plötzlich in einem wahrgewordenen Albtraum wiederfand. Obwohl die Tote fast verbrannt war, erkannte er schnell: Das ist ein Mensch ... Thomas G.: „Diese Adern an den Füßen – man sah, dass es keine Puppe war.“ Das habe ihn sehr mitgenommen. „Ich bin in Behandlung deswegen“, so der 55-Jährige. 

Anklage gegen Kölner: Geliebte im Auto mit zwei Kopfschüssen getötet

Der angeklagte Kölner war an Heiligabend durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) festgenommen festgenommen worden und sitzt seitdem in U-Haft. Laut Anklage soll er Silvia B. in den Abendstunden des 17. Dezembers ermordet haben. Demnach soll er mit der 31-Jährigen in ihrem Fiat Panda irgendwo hin gefahren und spätestens da den Entschluss gefasst haben, seine Geliebte zu töten.

Er soll dann ausgestiegen, von hinten an die Beifahrerseite getreten sein und entweder durch die geöffnete Tür oder das geöffnete Fenster Silvia B. heimtückisch in den Kopf geschossen haben. Anschließend soll der Angeklagte die Leiche mit Hilfe eines Gehilfen nach Ochtendung gebracht, sie mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet haben. Einen Tag später wurde die Tote entdeckt. Die Leiche von Silvia B., die nahe Ochtendung wohnte, war so verbrannt, dass sie erst am 23. Dezember identifiziert werden konnte.

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