Ein spektakulärer Prozess steht im Kölner Landgericht an. Angeklagt sind zwei Frauen, Mutter und Tochter, die einen Auftragsmord geplant haben sollen.
Mordkomplott auf MallorcaKölner Staatsanwaltschaft klagt Mutter und Tochter an

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Panoramablick auf den Jachthafen von Palma de Mallorca mit Kathedrale und Stadtlandschaft auf Mallorca (Symbolbild)
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Mallorca steht für Sonne, Strand und Spaß – doch jetzt legt sich ein dunkler Schatten über die beliebte Ferieninsel. Denn dort wurde ein Mordkomplott geschmiedet – von zwei Frauen!
Mutter (62) und Tochter (36, wohnhaft in Frechen) sollen versucht haben, einen Auftragskiller zu engagieren. Der sollte den Schwiegersohn beziehungsweise Ehemann töten. Jetzt hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage gegen die beide Frauen erhoben.
Auftragsmord auf Mallorca: Mutter und Tochter in U-Haft
Das bestätigte Landgerichtssprecher Hans Logemann am Donnerstag (26. Februar) gegenüber EXPRESS.de. „Wir haben es hier mit einer sogenannten Kettenanstiftung zu tun: versuchte Anstiftung zur Anstiftung zum Mord“, erklärte er. Mutter und Tochter sitzen inzwischen in Deutschland in U-Haft.
Auslöser der Tat sollen Trennungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten der 36-Jährigen und ihres Ehemannes gewesen sein. Das Paar hat einen minderjährigen Sohn. Deshalb sollen Mutter und Tochter beschlossen haben, sich des Schwiegersohnes beziehungsweise Ehemannes zu entledigen.
Das sollte laut Anklage Mitte September letzten Jahres passieren. Zu dem Zeitpunkt hielt sich der Mann in seinem Ferienhaus auf Mallorca auf. Seine Schwiegermutter lebte ebenfalls auf der Insel.
Gemeinsam mit der Tochter soll die 62-Jährige besprochen haben, einen ihnen bekannten Restaurantbesitzer zu kontaktieren und ihn zu fragen, ob er jemanden kennt, der als Killer in Betracht käme. Weil die Tochter zu Hause in Frechen war, soll die Mutter den mutmaßlichen Kontaktmann alleine aufgesucht haben.
Die Schwiegermutter: „Ich will ihn tot sehen“
Laut Anklage ging der Gastronom zum Schein darauf ein. Er soll erklärt haben, er kenne da jemanden. Als Lohn für den Auftragsmord soll er die Mutter aufgefordert haben, einen mittleren, vierstelligen Betrag bereitzuhalten. Die Frau soll dann eine Anzahlung geleistet und wenig später den Rest bezahlt haben. Die Zeit drängte, denn das „Zielobjekt“ wollte demnächst zurück nach Deutschland fliegen.
Die angeklagte Mutter soll gegenüber des Restaurantbesitzers erneut bekräftigt haben, dass sie und ihre Tochter den Tod des Schwiegersohnes beziehungsweise Ehemannes wünschen. Laut t-online soll der Gastronom das Gespräch aufgenommen haben, wobei die Frau mit den Worten „Ich will ihn tot sehen“ zu hören sein soll.
Der Gastronom rief dann allerdings nicht den erhofften Killer an, sondern das geplante Mordopfer. Dieses reiste dann sofort nach Deutschland zurück und erstattete Anzeige bei der Polizei. Kurz darauf wurde seine Ehefrau verhaftet, seine Schwiegermutter später auf Mallorca. Die heute 62-jährige Mallorca-Residentin wurde dann nach Deutschland ausgeliefert.
Weil beide Frauen die deutsche Staatsangehörigkeit haben und wegen der Tatsache, dass der auslösende Familienstreit in Deutschland seinen Anfang genommen hat, findet der Prozess in Köln statt. Zudem wurde die Tat hier angezeigt. Wann der Prozess vor dem Schwurgericht des Kölner Landgerichts beginnt, steht aber noch nicht fest.


