Köln in Trauer Motto-Queen Marie-Luise Nikuta im Alter von 81 Jahren gestorben

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Trauer um Marie-Luise Nikuta: Das Kölner Urgestein ist am Veilchendienstag, 25.2.2020, gestorben.

Köln – Köln ist um eine Ikone, ein Urgestein des kölschen Fasteleer ärmer geworden. Was für eine Trauer an Karnevalsdienstag: Kölns Motto-Queen Marie-Luise Nikuta ist im Alter von 81 Jahren in Köln gestorben. 

Diese traurige Nachricht verkündete Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn am Dienstagabend bei der Veranstaltung „Zick eröm“ in den Sartory-Sälen.

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Adrett im blauen Jacket: So kannte man Marie-Luise Nikuta.

„Manchmal liegen Freud und Leid so dicht beieinander. Der Kölner Karneval trauert um eine Frau, die sich trotz mancher Widerstände behauptet hat und den Menschen so viel Freude geschenkt hat", so Kuckelkorn sichtlich ergriffen.

Marie-Luise Nikuta: Schweigeminute im Sartory

Kölns Motto-Queen Marie-Luise Nikuta war am Nachmittag des 25.2.2020 in einem Kölner Seniorenheim gestorben. Hier hatte sie zuletzt gewohnt, nachdem sie von der Seniorenresidenz am Dom verlegt worden war.

Über viele Jahrzehnte hatte sich Nikuta einen regelrechten Kult-Status erarbeitet. Hits wie „E paar Grosche för Ies“ oder ihren berühmten Stroßebahn-Song kann in Köln jedes Kind mitsingen.

Marie Luise Nikuta war eine Frau, die sich im Leben durchbeißen musste. Mit 13 Jahren startete sie als Büttenrednerin in ihren geliebten kölschen Fastelovend und wagte ab 1968 als Sängerin  ihren Karriere-Start auf den großen Bühnen des Kölner Karnevals.

Jahr für Jahr, Session um Session, sang sich die herzensgute Mutter und Großmutter in die Herzen ihrer Fans. Bis „Marlies“, wie sie überall genannt wurde, schließlich absoluten Kult-Status erreichte.
Tausende jubelten ihr in der „Lachenden Kölnarena“ zu, die Liste der Ehrungen im Kölner Karneval ist unerreicht. 2015 bekam sie einen Närrischen Oscar für ihr Lebenswerk.

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Die Liste der Ehrungen ist lang: Marie-Luise Nikuta

Doch es gab auch dunkle Momente in Nikutas Leben. Im Dezember 2013 erlitt die gelernte Versicherungskauffrau einen Hirnschlag, musste notoperiert werden. Aber wie in ihrem ganzen Leben gab Marie-Luise auch in diesen bangen Monaten nicht auf, im Gegenteil: Sie kämpfte in der Reha wie eine Löwin und berappelte sich wieder.

Schweren Herzens musste sie danach zwar das erschuftete Häuschen in Mauenheim verkaufen, aber in ihrem neuen Zuhause, der Seniorenresidenz am Dom, blühte sie wieder so richtig auf.
Überall war die Sängerin ein gerngesehener Gast, auch nachdem sie schweren Herzens im Jahr 2014 ihre Karriere beenden musste.

Marie-Luise Nikuta: Karriere endete 2014

„Ich finde, man muss auch wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Den wollte ich selber bestimmen – und nicht die Kritiker, die dann mit Bananen nach mir werfen“, hatte sie damals gesagt. Immer wieder gab sie danach kleinere Konzerte für ihre Mitbewohner, ehe die Gesundheit nicht mehr so wollte wie Kölns Power-Frau und sie in eine andere Residenz ziehen musste.

Marie-Luise Nikuta schrieb weit über 40 Lieder zu den aktuellen Mottos der jeweiligen Karnevalssession. Unvergessen, wie sie die Texte zu ihren neuesten Kreationen bereits Stunden nach Verkündigung  fertig hatte. Ebenfalls Kult: Kurz vor Sessionsbeginn gab es dann die Präsentation der Songs auf der heimischen Terrasse – bei Kölsch und den leckersten selbst gemachten Rievkooche im Kölner Norden.

Es ist ein schwerer Abschied von einer Frau, die sich in der Männerdomäne Kölner Karneval charmant und gekonnt gegen die Herren durchsetzen konnte. Köln verneigt sich vor einer großen Kölnerin.

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