Die Kranhäuser im edlen Rheinauhafen von Köln sind beeindruckend, die Gastronomie exklusiv. Aber die Smartphones der Leute fokussieren sich auf ein völlig unerwartetes Motiv.
Poldi-Kult am HafenDieses Büro stiehlt den Kranhäusern die Show

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Die Kranhäuser im Rheinauhafen gehören neben dem Kölner Dom zum Wahrzeichen der Stadt. (Archivfoto)
Als zeitgemäßes Symbol für Köln gilt der Rheinauhafen mit seinen markanten Bauten, die sich über dem Fluss erheben. Seine Bauweise, die imposanten Kranhäuser und ein Uferweg, der zum Spazieren zwischen Kunstgalerien und feiner Gastronomie verführt, locken jeden Tag zahlreiche Besucher und Kölner an.
Aber inmitten des glänzenden Ambientes und der hohen kulturellen Erwartung ist in der jüngeren Vergangenheit ein völlig anderer Anziehungspunkt zum heimlichen Highlight des Quartiers aufgestiegen. Dabei handelt es sich nicht um ein Kunstobjekt oder eine architektonische Glanzleistung, sondern um die schlichte Geschäftsstelle einer bekannten Kebab-Marke.

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Ist nicht zu übersehen: Die Leuchtreklame von Mangal Döner im Kölner Rheinauhafen. (Archivfoto)
Poldis Hauptquartier im Hafen: Ein unerwarteter Publikumsmagnet
Und zwar nicht irgendeine Geschäftsstelle: Es ist das Hauptquartier von „Mangal Döner“, dem Firmenreich des Fußball-Champions Lukas Podolski. Es wirkt beinahe so, als wäre ein imaginäres Haltesignal auf dem Gehweg angebracht: So gut wie kein Vorbeigehender passiert die Räumlichkeiten, ohne stehen zu bleiben. Handys werden herausgeholt, um Selbstporträts und Bilder zu machen.
Zahlreiche Neugierige vermuten auf den ersten Blick, es sei ein Kebab-Imbiss, aber diese Annahme ist falsch. Zwar strahlt das riesige Emblem von „Mangal Döner Lukas Podolski“ gut erkennbar in der Fensterscheibe, aber eine kurze Inspektion des Innenraums zeigt: Hier wird nicht gegrillt, sondern an Rechnern getippt. Anstelle von Fleischspießen gibt es dort ausschließlich Büroarbeitsplätze.
Das Firmenzeichen der Kebab-Kette hat sich zu einem der am häufigsten abgelichteten Objekte im ganzen Hafenareal entwickelt. Es bietet sich eine seltsame Szene, wenn Leute vor der einfachen Geschäftsfassade posieren, als befänden sie sich direkt vor dem Kölner Dom. Für die Bewohner der „Wohnwerft“ ist dies ebenfalls eine amüsante Beobachtung.
Pilgerstätte für Anhänger des 1. FC Köln
Dieser winzige Teil Firmengeschichte ist zu einer überraschenden Pilgerstätte für Anhänger und Schaulustige geworden. Es repräsentiert mehr als eine reine Geschäftsstelle; es steht als Zeichen für den Aufstieg des „Jungen aus dem Veedel“ und ist eine Würdigung für den Publikumsliebling des 1. FC Köln.

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Verkauft gerne Döner: Lukas Podolski
Laut Aussagen von Anwohnern lässt sich der Angreifer persönlich nur gelegentlich blicken. Dennoch hegen Anhänger stets die Hoffnung, ihn durch die breiten Glasfronten zu sehen. Schließlich ist bekannt, dass der Champion von 2014 nur wenige Schritte entfernt im Kranhaus bei der Severinsbrücke eine noble Dachgeschosswohnung mit Aussicht auf den Kölner Dom sein Eigen nennt. Während Rundgängen im Viertel zählt die Erkundigung nach Podolskis Wohnsitz zu den meistgestellten.
Auch wenn Podolski weiterhin als Profi in der polnischen Liga kickt, hat der 40-Jährige sich mit seinem Kebab-Reich eine zweite berufliche Säule geschaffen. Das Netzwerk mit über 60 Niederlassungen funktioniert als Franchise-Modell, bei dem Podolski seit 2018 gemeinsam mit dem Gastronomen Metin Dag aus Köln als Teilhaber und Aushängeschild agiert. Darüber hinaus sind 40 neue Filialen geplant – das Wachstum schreitet also mit voller Kraft voran. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
