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Selfies mit BauzaunFlickenteppich vor dem Dom wächst wieder

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Im Zuge der Sanierung der Tiefgarage „Am Dom“ wurden vier Baustellenflächen auf der Domplatte eingerichtet. Die Stadt überprüft die Abdichtung der Tiefgaragendecke.

Wer dieser Tage einen Ausflug zur Kölner Domplatte plant, sollte beim Fotografieren kreativ sein. Am Dienstag (12. Mai 2026) haben Arbeiter damit begonnen, an insgesamt vier Punkten unmittelbar vor dem Eingang zum Dom Bauzäune aufzustellen.

Die Domplatte entwickelt sich damit zunehmend zum Flickenteppich. Die neuen Baustellenflächen, die jeweils rund 7 mal 7 Meter groß sind, sollen laut der Stadt Köln für sogenannte Schürfarbeiten genutzt werden.

Stadt Köln: Absperrungen auf Domplatte bis Anfang Juni

Dabei wird die Abdichtung der darunterliegenden Tiefgaragendecke begutachtet. Konkrete Arbeiten innerhalb der Absperrungen waren zum Zeitpunkt der Einrichtung noch nicht zu erkennen. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich bis zum 2. Juni andauern.

Das heißt: Zickzacklaufen ist angesagt. Wer das berühmte Selfie vor dem Kölner Dom schießen möchte, wird vorerst mit Baustellenzäunen im Hintergrund vorliebnehmen müssen – zumindest bis Anfang Juni.

Dabei sind die neuen Absperrungen vor der Kathedrale und dem Domforum nicht die einzige Baustelle auf der Domplatte. Bereits seit Beginn des Jahres ist der nördliche Teil der Domplatte Richtung Trankgasse durch eine Großbaustelle gesperrt. Dort wird der Domsockel für 6,7 Millionen Euro neu gestaltet.

Arbeiter bauen Absperrungen auf der Domplatte auf.

Copyright: Marcel Schwamborn

Arbeiter stellten auf der Domplatte die Absperrungen auf. Innerhalb der Baustellen sollen nun Untersuchungen an der Tiefgaragendecke stattfinden.

Der Grund für die neuen Schürfarbeiten liegt tiefer – buchstäblich. Die Tiefgarage, die 1971 eröffnet wurde, weist erhebliche Schäden auf. Unter anderem Chloridbelastungen sind ein zentrales Problem. Über Jahrzehnte ist Tausalz in den Beton eingedrungen, was zum Zersetzen des Stahls führen kann.

Für rund 4,1 Millionen Euro will die Stadt die schlimmsten Schäden in ihrer Tiefgarage unter Domplatte und Roncalliplatz sanieren lassen. Bis Herbst 2026 soll das beendet sein, danach soll erst die Generalsanierung erfolgen. Wann, ist unklar.

Domplatte mit Baustellenzäunen.

Copyright: Marcel Schwamborn

Die Domplatte ist und bleibt vorerst eine Dauerbaustelle mit Flickenteppich.

Erste Arbeiten – etwa im Verbindungstunnel – wurden bereits Ende 2023 abgeschlossen. Arbeiten an den Rundstützen in der Nordhalle wurden im Januar 2026 beendet, laufen dort aber noch in Form von Restarbeiten weiter. Weitere Maßnahmen sollen nach aktuellen Schätzungen bis in den Herbst 2026 andauern.

Die neuen Arbeiten auf der Domplatte sollen nun Aufschluss darüber geben, wie stark die Abdichtung der Tiefgaragendecke beschädigt ist – und welche weiteren Schritte nötig werden. Für die Kölnerinnen und Kölner sowie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Doms dürfte das bedeuten: Die Baustellen-Ära auf der Domplatte ist noch lange nicht vorbei.

Eine Übersichtsaufnahme von der Grünfläche, wohin das SHZ hin soll.

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