KVB zündet Digital-Turbo: Das Papierticket hat ausgedient
KVB zündet Digital-TurboDas Aus für den Papier-Fahrschein rückt näher

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Der langsame Abschied vom Papierticket: KVB-Chef Marcel Winter und Bereichsleiterin Anja Höhn stellen auf dem Neumarkt die Digitaloffensive für eezy.NRW vor.
Die Ära der Papiertickets ist vorbei: Mit der Einführung des neuen Rheinland-Tarifs am Montag (1. Juni) für die Regionen Köln und Aachen will die KVB eine klare Botschaft senden. Besonders Gelegenheitsfahrer sollen für den digitalen Tarif eezy.NRW gewonnen werden.
„Das ist die beste Alternative für alle, die sich im Tarifdschungel nicht zurechtfinden und an den Automaten scheitern“, betonte KVB-Chef Marcel Winter letzte Woche. Anlass war die Präsentation einer Stadtbahn und eines E-Busses im speziellen eezy.NRW-Look auf dem Neumarkt.
Preishammer in Köln: Einzeltickets werden teurer
Der Rheinland-Tarif startet am Montag für den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sowie den Aachener Verkehrsverbund (AVV) und bringt eine Vereinfachung: Künftig existieren nur noch drei Preisstufen. Für Fahrgäste im Kölner Stadtgebiet bedeutet das eine Preisanpassung: Das Einzelticket der Stufe 1b steigt um 20 Cent und kostet dann 3,80 Euro.
Parallel dazu erhält die App der KVB ein Upgrade. Buchungen über das Digitalticket eezy.NRW sind jetzt direkt darüber möglich, was bislang der VRS-App vorbehalten war. Bis zum Ausklang des Monats Juli ist eine weitere Aufwertung der KVB-App geplant, die dann auch die Mitnahme von Kindern, bis zu vier weiteren Erwachsenen sowie Fahrrädern erlaubt.
„Wenn einer die App auf dem Handy hat, reicht das dann aus, um auch als Gruppe zu reisen“, erläutert Winter. „So kann man jemanden einladen, die Fahrt bezahlen und gemeinsam das Auto auch mal stehen lassen. Für uns ist sehr wichtig, dass wir Menschen in Bahn und Bus bekommen, die sich damit noch nicht auseinandergesetzt haben.“
Digital-Ticket mit dreifachem Preis-Versprechen
Das Digitalticket, ein Bestandteil des Bartarifs, gewinnt nach einer ausgedehnten Startphase zunehmend an Zuspruch. Bis zum Jahresende 2026 wird ein Anstieg seines Anteils auf 15 Prozent prognostiziert. „Wer einmal eezy.NRW genutzt hat, kauft keine Tickets mehr am Automaten“, ist Winter überzeugt. „Seit wir eine dreifache Bestpreisgarantie eingeführt haben, geht es aufwärts.“
Folgendes wird von der KVB zugesichert: Keine Fahrt übersteigt preislich ein vergleichbares Einzelticket (2. Klasse) der jeweiligen Preisstufe. Die Gesamtkosten für sämtliche Fahrten binnen 24 Stunden sind auf 27,80 Euro gedeckelt. Über einen ganzen Kalendermonat hinweg wird der Preis des Deutschlandtickets, momentan 63 Euro, nicht überschritten.
„Wer die App auf seinem Smartphone einrichten möchte und sich das allein nicht zutraut, kann das in unseren Kundencentern mit der Unterstützung unserer Mitarbeitenden tun“, fügt Winter hinzu.
Aus für 1000 Automaten bis Ende 2030
Eezy.NRW stellt für die KVB einen zentralen Pfeiler ihrer digitalen Neuausrichtung dar. Da bereits 90 Prozent der Fahrgäste das Deutschlandticket oder ein anderes Abonnement nutzen, sinkt der Verkauf von Papiertickets an den Maschinen stetig. „Wir arbeiten gerade daran, unsere Vertriebsstrategie zu verändern. Das müssen wir tun, weil bei allen 1000 Automaten in unseren Bahnen, Bussen und an den Haltestellen spätestens Ende 2030 die IT-Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist“, erklärt Winter. Die Frage, ob und in welcher Anzahl Automaten danach noch gebraucht werden, wird aktuell untersucht.
Bis zu diesem Zeitpunkt sollen zusätzlich zu eezy.NRW alternative Plattformen für Fahrgäste entstehen. Diese sollen ein bargeldloses Bezahlen beim Check-in und Check-out per Kreditkarte oder anderen aufladbaren Karten ermöglichen. Es sei wichtig, die Kundschaft bei der Umstellung auf den bargeldlosen Verkehr nicht zu überfordern.
„Wir haben eine ausreichend lange Vorlaufzeit. Die wollen wir nutzen. Es muss wie bei eezy.NRW das Ziel sein, dass die Bezahlung mit einer Karte auch perfekt funktioniert, wenn man in Köln ein- und in Bonn oder Düsseldorf wieder auscheckt“, so Winter. „Da wird es sicherlich Zwischenschritte geben. Aber irgendwann muss man sich ja mal auf den Weg machen“, konstatierte der KVB-Chef. (red)
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