KVB-Chefin Stefanie Haaks geht – und teilt zum Abschied kräftig aus.
KVB-Chefin rechnet abZum Abschied gibt's heftige Kritik an Köln

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Stefanie Haaks hat über sieben Jahre die Kölner Verkehrs-Betriebe geleitet.
Aktualisiert
Stefanie Haaks beendet ihren Vertrag als Vorstandsvorsitzende bei der KVB vorzeitig und verlässt das Unternehmen Ende März.
Obwohl sie private Gründe anführt, sind ihre Abschiedsworte im Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ eine unmissverständliche Abrechnung mit der Stadt Köln.
„Diese Stadt tickt leider nicht in dem Tempo“
Die Aufgabe der KVB sei es, die Mobilitätswende voranzutreiben. Doch Haaks kritisiert mangelnde Unterstützung und langsame Entscheidungen. „Doch in diesem Punkt tickt diese Stadt leider nicht in dem Tempo, wie es aus meiner Sicht unterstützenswert wäre“, so ihre deutliche Kritik.
Als Paradebeispiel nennt sie den Ausbau der Ost-West-Achse, der sich über Jahre hinzieht. Diese Verzögerung sei fatal, da man so Fahrgäste verliere und der Umstieg vom Auto auf die Bahn erschwert werde. Sie habe sich hier eine schnelle und klare Entscheidung gewünscht.
Besonders in der Corona-Pandemie, als die KVB mit einem Personalnotstand zu kämpfen hatte, habe sie ein klares Bekenntnis der Stadt zur KVB vermisst. Stattdessen habe sie eine „gefühlte Distanz“ wahrgenommen.
Ein weiteres Problem sei laut Haaks die zunehmende Aggressivität gegenüber den Mitarbeitenden. Man habe Bodycams und stichsichere Westen angeschafft, dazu die Kampagne „Seid lieb zueinander“ mit Cat Ballou gestartet. „Doch trotz all dieser Maßnahmen: Wir können dieser Aggression nicht ausweichen. Und das ist für unsere Mitarbeitenden sehr belastend.“

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Die Corona-Pandemie war eine große Herausforderung für die KVB. Haaks vermisste in dieser Zeit das Bekenntnis der Stadt zu dem Betrieb.
Dennoch sei sie stolz darauf, wie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Haltung zeigen, sagt sie. Als das Haltestellenschild in Regenbogenfarben am Rudolfplatz eine Welle von Hass-Mails auslöste, war die Reaktion im Unternehmen eindeutig. „Aber es stand damit auch außer Frage, bei jedem, dass dieses Schild bleibt. Jetzt erst recht“, betont Haaks.
Nach über sieben Jahren an der Spitze freut sich Haaks nun auf mehr Zeit für ihr Privatleben, darunter Wandern und Motorradfahren. Sie räumt ein, dass Sport und gesunde Ernährung in den letzten Jahren zu kurz gekommen seien und sie in Zukunft mehr auf sich achten würde (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

