Umweltsauerei Mega-Kippen schocken am Kölner Rheinufer 

Eine überdimensionale Zigarettenkippe ist auf einer Mauer am Kölner Rheinufer befestigt, im Hintergrund der Dom.

Kippen-Kunst vor Dompanorama: Mit der Aktion machte das Krake-Team am Rheinufer auf die Umweltverschmutzung aufmerksam.

Mit überdimensionalen Zigarettenkippen macht die ehrenamtliche Müllsammel-Gruppe Krake auf die Umweltverschmutzung nicht nur am Rheinufer aufmerksam.

Köln. Es ist einfach nur eklig: Zigarettenkippen, wohin man sieht in der Stadt. Gerade werden sie beim Rheinhochwasser wieder massenhaft ans Ufer geschwemmt. Aber dass diese Umweltsauerei nicht nur eklig, sondern auch gefährlich für unsere Gesundheit ist, hat das Team von Krake am 10. Juli am Rheinufer klargemacht.

Mega-Zigarettenkippen auf der Wiese, auf Mauern, am Wegesrand. Dazu Schilder mit Aufschriften wie „Kippen sind für Tiere und Fische gefährlich“: Die Aktion der Vereinsmitglieder von Krake (Kölner Rhein-Aufräum-Kommandoeinheit) kam bei den oft erstmal verdutzten Kölnern gut an.

Kölner Rheinufer: Zigarettenkippen sind schädlich

Jan Odenthal, 2. Vorsitzender von Krake, erklärt EXPRESS: „Die Reaktionen waren sehr positiv. Wir gehen als Krake wenig belehrend vor, haben auch wieder Taschenaschenbecher angeboten.“ Vielen Passanten sei gar nicht bewusst gewesen, wie schädlich achtlos weggeworfene Zigarettenkippen seien. 

Überdimensionale Zigarettenkippen sind an einem Weg im Kölner Rheinpark angebracht.

Überdimensionale Zigarettenkippen im Rheinpark machen auf das Umweltproblem aufmerksam.

Odenthal erklärt: „Das Plastikmaterial der Filter kann mittlerweile als Mikroplastik weltweit in allen Meeren, vielen anderen Gewässern, an allen Stränden und selbst tief unten im Marianengraben oder dem Eis der Arktis nachgewiesen werden.“

Die im Filter gesammelten Giftstoffe, darunter das Nervengift Nikotin und bis zu 50 krebserregende Substanzen, würden bei Regen ausgewaschen und landeten so in der Natur und im Grundwasser.

Kölner Rheinufer: 50 Milliarden Kippen

Die Krake-Ehrenamtler machten den Kölner am Wochenende deutlich: Der Nikotingehalt einer Kippe reicht, um die Mikroorganismen in 1.000 Liter Wasser zu vergiften. Trotzdem landeten geschätzte 50 Milliarden Kippen in Deutschland jedes Jahr auf dem Boden.

Vier Stunden lang dauerte die Aktion der Umweltschützer im Rheinpark. Dabei kamen die Ehrenamtler nicht nur mit Passanten ins Gespräch, sondern sammelten auch Tausende Zigarettenkippen für TobaCycle, ein  Sammelsystem für Zigarettenkippen, auf. 

Der Müll, der sich nach dem letzten Krake-Aufräumaktion wieder am Rheinufer angesammelt hatte, wurde dann auch noch entsorgt. 

Bei Facebook stößt die Aktion von Krake auf Begeisterung. So schreibt Gyanda Jung: „Echt wichtig, darüber aufzuklären. Ich wusste das z.B. auch nicht. Jetzt hab ich immer einen Taschenaschenbecher dabei und hebe natürlich meine Kippen auf.“

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