Der Weiterbau des Rheinboulevards verzögert sich: Fußgänger und Radfahrer müssen weiter durch den Matsch.
Kölner PrestigeprojektMassive Verzögerung bei Rheinboulevard-Ausbau

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Der Rheinboulevard soll ausgebaut werden. Derzeit gleicht der Fuß- und Radweg zwischen Hohenzollernbrücke und Tanzbrunnen einer Buckelpiste.
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Das Geld ist da, die Pläne auch – trotzdem geht's nicht weiter. Die Sanierung des Rheinboulevards auf der Schäl Sick verzögert sich massiv. Für die Fußgänger und Radfahrer heißt das: weiter durch den Matsch.
„Der Rheinboulevard löst sich auf.“ Mit diesen dramatischen Worten beschrieb die Kölner Stadtverwaltung im Oktober 2024 den desolaten Zustand des Uferwegs auf der rechten Rheinseite.
Stadt schiebt Verzögerung auf „komplexe“ Planung
Doch es gab einen Lichtblick: Ab März 2026 sollte die 350 Meter lange Sandstrecke zwischen der Hohenzollernbrücke und dem Tanzbrunnen endlich saniert werden. Dieses Stück verwandelt sich bei Nässe immer wieder in eine Matschlandschaft. Rund vier Millionen Euro wurden für den Umbau eingeplant, die Arbeiten sollten 18 Monate dauern.
Aber jetzt platzt der Traum vom schönen neuen Rheinufer! Eine Anfrage bei der Stadt brachte die kalte Dusche: Der Baustart verschiebt sich um ein komplettes Jahr, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.
Die offizielle Begründung: Die Erweiterung bis zum Tanzbrunnen sei „sehr komplex“. Unzählige Vorschriften müssen demnach erst in die Pläne eingearbeitet werden. Es geht um Hochwasserschutz, Natur- und Denkmalschutz sowie die Deichverordnung. Obendrein muss die Entwässerung völlig neu konzipiert werden. Zusätzliche Bremsklötze sind andere Großbaustellen: die Erweiterung des Bahnhofs Köln-Messe/Deutz, neue Landstromkabel für die Schiffe und die Prüfung für einen weiteren Anleger.
Immerhin, ein paar kleine Fortschritte gibt es zu vermelden. So wurde die Stabilität der Ufermauer gecheckt und die Entwürfe für ein neues Geländer sind fertig. Fest steht ebenfalls, dass das Ufer mobile Hochwasserschutz-Elemente bekommen kann.
Fertigstellung erst 2029? Eine unendliche Geschichte
Die Verwaltung plant, den Auftrag für die Sanierung im Januar 2027 zu erteilen. Baubeginn wäre dann zu Beginn des Jahres 2027. Das Geld dafür sei auch für 2027 im Haushalt reserviert. Eine schnelle Übergangslösung für den matschigen Weg wird es nicht geben – die wäre angesichts der geplanten Sanierung zu kostspielig.
Sollte der Baustart tatsächlich Anfang 2027 erfolgen, könnte der neue Teil 2029 fertiggestellt sein. Das wären dann unglaubliche 14 Jahre, nachdem der damalige OB Jürgen Roters (SPD) die 500 Meter lange Freitreppe zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke eröffnete. Sein damaliger Kommentar: „Das ist der neue Logenplatz der Kölner“. So nähert sich ein weiteres Stück des Rheinufers auf der Schäl Sick quälend langsam seiner Fertigstellung. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
