13 Menschen starben. Jetzt reagiert Mallorca und baut den gefährlichen Sturzbach um.
Nach 13 Toten auf MallorcaJetzt wird der Todes-Bach endlich entschärft

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Beschädigte Mauer und Geröll nach Flut Sant Llorenç.
Eine Wunde, die auch nach fast acht Jahren nicht verheilt ist. Die furchtbare Flut im Oktober 2018 auf Mallorca kostete 13 Menschen das Leben. Nun endlich starten die Bauarbeiten am Torrent de ses Planes in Sant Llorenç des Cardassar. Das Vorhaben soll die Gegend vor künftigen Fluten bewahren und den Anwohnern ihre Sicherheit zurückgeben.
Mallorcas Inselrat nimmt rund neun Millionen Euro für die gewaltige Neugestaltung in die Hand. Im Fokus steht dabei die Modifikation einer Brücke an der Ortsumgehung von Sant Llorenç. Diese soll bei der Tragödie vor acht Jahren eine verhängnisvolle Funktion gehabt haben. Seinerzeit schwoll der Wildbach an, trat über seine Ufer und kostete 13 Menschen das Leben. Das berichtet „Mallorca Magazin“.
Fünfmal so viel Wasser soll hier durchpassen
Durch die Umbauten wird die Aufnahmekapazität des Wildbachs enorm gesteigert. Zukünftig soll eine Wassermenge von bis zu 500 Tonnen pro Sekunde durchgeleitet werden, anstelle der bisherigen 105 Tonnen. Das ist beinahe eine Verfünffachung. Dafür stockt man die Zahl der Wasserdurchlässe unter der Fahrbahn von vier auf zehn auf. Außerdem werden die Ufer ausgebaut und gesichert, wobei die traditionelle Optik mit Natursteinmauern erhalten bleiben soll.
Laura Montaner, die verantwortliche Ingenieurin, erläuterte das Problem: Bei heftigem Regen entstand bislang ein riskanter „Trichtereffekt“. Die Wassermassen stauten sich auf und ergossen sich am Ende über die Fahrbahn. Dieses Nadelöhr wird mit den Umbauten nun beseitigt. Als Grundlage für die Planung dienten Kalkulationen, die auf den heftigsten Regenfällen der vergangenen 500 Jahre beruhen.
Chef-Politiker sagt Sorry für die Warterei
Zusätzlich wird die Infrastruktur im Umfeld angepasst. Ein Kreisel wird so modifiziert, dass er für die Fluten kein Hindernis mehr darstellt. Für die Dauer der Bauarbeiten, die mit rund elf Monaten veranschlagt ist, muss der Verkehr eine Umleitung durch den Ortskern nehmen.
Inselrats-Präsident Llorenç Galmés nannte das Projekt einen „wichtigen Meilenstein“. Zugleich bat er um Entschuldigung für die erheblichen Verzögerungen. „Es mussten nach der Tragödie fast acht Jahre vergehen, um dieses Projekt umzusetzen“, so Galmés. Er machte der Vorgänger-Regierung den Vorwurf, die Entwürfe einfach „in der Schublade liegen lassen“ zu haben.
Tatsächlich wurde das Vorhaben über Jahre hinweg durch fachliche Differenzen zwischen den Ämtern aufgehalten. Selbst 2023 erhielt es von der zuständigen Wasserbehörde wiederholt eine Absage. Die Planungen konnten erst Anfang 2024 fortgesetzt werden, nachdem neue Untersuchungen und angepasste Expertisen vorlagen.
Auch der Bürgermeister Jaume Soler äußerte seine Freude über den Start der Arbeiten. Er hob die enorme „Bedeutung für die Gemeinde“ hervor. Die Überschwemmung von 2018 ist in der kollektiven Erinnerung noch immer stark präsent. Man verfolge das Ziel, die Auswirkungen von vergleichbaren Wetterextremen künftig „auf ein Minimum“ zu begrenzen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
