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Rums, da war das Dach wegKölner Mieter erleben Horror: Vorwürfe der Vermieterin

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Die Mieter Rick Gebauer und Katja Bechtel ärgern sich über das Vorgehen der Vermieterin. Im Verfahren haben sie Recht bekommen.

von Adnan Akyüz (aa)

Köln – Es ist ein Streit zwischen Kölner Mietern und einer Vermieterin, der seinesgleichen sucht. Die Hauseigentümerin Anke Leineweber will das Mehrfamilienhaus an der Leyendeckerstraße in Ehrenfeld sanieren. Die Mieter wollten aber nicht ausziehen, weil sie noch Klärungsbedarf hätten. Die Handwerker legten aber los und rissen schon mal das Dach ab. Rums!

Die Vermieterin Anke Leineweber hatte die Arbeiten den Mietern Katja Bechtel (42) und Rick Gebauer (38) sowie deren Nachbarn im Haus angekündigt. Die Mieter Bechtel und Gebauer waren aber nicht einverstanden, wollten eine Vereinbarung zum Ablauf treffen. An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die Parteien erheben gegenseitige Vorwürfe.

Kölner Mieter Rick Gebauer: „Plötzlich standen die Handwerker mit Kettensägen vor uns“

Für die Kölner Mieter Katja Bechtel und Rick Gebauer war es ein großer Schock. Rick Gebauer erzählt, was am 6. Januar passiert sein soll: „Wir wurden stark unter Druck gesetzt. Plötzlich standen die Handwerker mit Kettensägen vor uns und haben das Dach nach und nach abmontiert. So blieb uns nichts anders übrig, als unsere Sachen in Sicherheit zu bringen.“

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Kölner Mieter sollten in Wohnung im Erdgeschoss ziehen

Er und seine Lebensgefährtin sollten an diesem Tag ausziehen. Die Vermieterin Dr. Anke Leineweber, eine Fachanwältin für Bau- und Immobilienrecht mit über 30 Jahren Berufserfahrung, wollte zuvor mit ihnen vereinbaren, dass das Paar in die kleine Wohnung im Erdgeschoss zieht – bis die Arbeiten beendet sind. Dafür sollten sie die Kaltmiete in Höhe 307 Euro für die 70-Quadratmeter-Wohnung in der dritten Etage nicht zahlen, sondern lediglich eine Nebenkostenpauschale von 48 Euro.

Laut Vermieterin gibt es eine mündliche Vereinbarung. Die Mieter bestreiten das aber.

Kölner Vermieterin Anke Leineweber: „Die Statik des Gebäudes war in Gefahr“

Die Vermieterin sei selbst schockiert gewesen, als sie feststellte, welche „gravierenden baulichen Veränderungen in den Wohnungen“ zuvor vorgenommen wurden. Sie sagt: „Die Mieter haben widerrechtliche und eigenmächtige Änderungen vorgenommen. Mehrere tragende Wände wurden eingerissen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Ich musste eingreifen, weil die Statik des Gebäudes in Gefahr war“, schildert sie weiter.

Kölner Vermieterin Anke Leineweber: „Habe Mehrkosten in Höhe von 130.000 Euro“

Durch die Veränderungen sei auch der Dachstuhl in Mitleidenschaft gezogen worden, der jetzt erneuert werden müsse. Das bedeute Mehrkosten in Höhe von 130.000 Euro. Insgesamt habe sie jetzt Kosten von 600.000 Euro für die Sanierung. Leineweber: „Das macht man ja nicht aus Pläsier.“

Kölner Mieter erstatten Anzeige gegen Vermieterin

Die Mieter sagen hingegen, dass sie die baulichen Veränderungen nicht vorgenommen hätten. Sie haben gegen Vermieterin und Bauleiter jetzt Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Einbruch erstattet und fordern zudem Schadensersatz. Der Fall wird wohl vor Gericht landen.