Zerstörtes WandbildKölner Kult-Faust wieder da – aber ein Detail ist jetzt anders

Eine weiße Wand – an dieser Stelle befand sich das SPD-Wandgemälde an der Herbrandtstraße.

An dieser Stelle befand sich das Wandgemälde an der Herbrandtstraße/Ecke Venloer Straße.

Nach der Posse um ein bekanntes Wandgemälde in Köln-Ehrenfeld ist der Fehler nun behoben. 

von Ayhan Demirci (ade)

Es war das wohl politischste Wandbild Kölns – und durch Mitarbeiter der Stadt „versehentlich“ entfernt worden, so dass nur eine weiße Mauer übrigblieb.

Jetzt aber geht in Ehrenfeld die rote Sonne auf wie einst, die geballte Faust ist zurück und die SPD kann jubeln: Wir sind wieder da! EXPRESS.de erklärt das Comeback und was auf dem neuen Bild alles anders ist.

Köln: Wandgemälde in Ehrenfeld nach „Versehen“ wieder da

EXPRESS.de hatte am 21. April 2023 berichtet: „Bauposse schockt Sozis – Handwerker plätten SPD-Wandgemälde“. Bei einer Begehung des Bürgerzentrums an der Venloer Straße hatte ein Architekt an der Mauer bröckelnden Putz festgestellt.

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Die beauftragten Handwerker meinten: Der Schaden ist noch gravierender – sie entfernten den kompletten Putz, damit war das Kunstwerk des Fassadenmaler-Duos „Goodlack“, John Iven und Ron Voigt, zerstört.

Blick auf ein Wandgemälde mit einem Zahnrad und Personen.

Das Wandgemälde, das eine Reminiszenz an den Kampf der Arbeiter und das alte Industrieviertel Ehrenfeld ist, erstrahlt wieder an der Mauer des Bürgerzentrums an der Herbrandstraße.

Der Architekt entschuldigte sich für den Vorfall. Die Vedeels-SPD engagierte sich dafür, dass das 2013 eingeweihte Bild mit der klassenkämpferischen Parole „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“ als Hommage an das einstige Arbeiter- und Industrieviertel Ehrenfeld wiederhergestellt wird.

Die Kosten im vierstelligen Bereich habe die Stadt übernommen, erklärt Jürgen Brock-Mildenberger, Co-Vorsitzender der SPD-Ehrenfeld – auch die Leitung des Bürgerzentrums habe sich dafür eingesetzt.

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Im Wandgemälde, das die Bildsprache des sozialistischen Realismus benutzt, seien einige Details im Vergleich zum Ursprungsbild anders, so Brock-Mildenberger zu EXPRESS.de. „Das Zahnrad, das zum Ehrenfelder Wappen gehört, hat jetzt originalgetreu – teilweise verdeckte – zwölf statt zehn Zähne. Und wir wollten, dass die drei Personen im Vordergrund definierter sind.“

Bei den Werktätigen handelt es sich nun erkennbar um einen Feuerwehrmann, eine Pflegerin und einen Arbeiter – er trägt einen Schraubschlüssel. „Wir haben also auch etwas gegendert.“ Im Originalbild war keine Frau auszumachen.