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Wirbel um neue Dom-GebührDarum bleiben Besucherzahlen jetzt ein Geheimnis

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Seit der Kölner Dom Eintritt kostet, gibt es Wirbel. Doch wie viele Menschen wirklich noch kommen, dazu schweigt das Domkapitel. Man wolle vorerst keine Zahlen nennen – und nennt eine Begründung.

Seit dem 1. Juli müssen Touristen für einen Besuch im Kölner Dom zwölf Euro pro Nase hinlegen. Am Starttag wurden rund 2900 Tickets verkauft, doch wie es am zweiten Tag lief, dazu hüllt sich das Metropolitankapitel der Hohen Domkirche in Schweigen.

Ein Sprecher erklärte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Nachfrage: Man werde in der kommenden Zeit keine Daten herausgeben – und bezog sich auf eine Mitteilung vom 1. Juli. Darin heißt es, eine detaillierte Auswertung der Besucherstatistik werde „bewusst erst Anfang Januar 2027“ präsentiert.

Dompropst: „Seriöse Datengrundlage“ nötig

Dompropst Guido Assmann unterstrich am Mittwoch die Haltung: „Wir möchten das neue Besucherkonzept auf einer seriösen Datengrundlage bewerten. Erst ein längerer Beobachtungszeitraum ermöglicht belastbare Aussagen über die Besucherentwicklung, den Ticketverkauf und Besucherstrukturen. Einzelne Tage oder Wochen würden die unvermeidlichen Effekte einer Umstellungsphase und saisonale Schwankungen überbewerten.“

Leere Gänge und enttäuschte Schüler am ersten Tag

Zum Start der neuen Regelung bot sich im Dom ein ungewohntes Bild: Es war merklich weniger los und viel ruhiger als gewöhnlich. Anscheinend schreckten die Kosten zahlreiche Leute von einem Besuch ab. Besonders bitter war es für einige Schulklassen. Sie erfuhren erst vor Ort von der Gebühr und mussten ihre geplante Tour absagen. Manche Schüler wichen daraufhin ins kostenfreie Nordquerhaus aus, um dort für ein Gebet innezuhalten oder eine Kerze anzuzünden.

Bisher strömten jährlich etwa sechs Millionen Menschen in den Kölner Dom, was einem Durchschnitt von über 16.000 pro Tag entspricht. Die 2900 verkauften Eintrittskarten bedeuten im Vergleich dazu einen massiven Einbruch. Die Frequenz wird mit Zählgeräten an den Portalen der Kathedrale erfasst. In dieser Zahl sind auch Gottesdienstteilnehmer inbegriffen, deren Anteil laut Domkapitel aber bei lediglich einem Prozent liegt.

Trotzdem äußerte sich das Domkapitel positiv über den Auftakt. Es teilte mit, der Dom habe „sein Ziel erreicht, rund die Hälfte der 44.000 Euro, die täglich für den Erhalt und Unterhalt der Kathedrale benötigt werden, durch Eintrittspreise zu erwirtschaften“. (red)

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