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Eintritt für den DomDieses Paar schreibt Kölner Geschichte

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Ein Paar aus Dänemark schreibt Geschichte. Die Touristen gehörten zu den ersten Besuchern, die kostenpflichtige Tickets für den Kölner Dom gekauft haben.

Henrik und Henriette Kryger schreiben Geschichte. Das Paar aus Dänemark betrat am Mittwochmorgen um 9 Uhr den Ticketshop am Kölner Dom, um sich die kostenpflichtigen Eintrittskarten zu kaufen.

Jeweils zwölf Euro bezahlte das Paar - so viel kostet ab dem heutigen 1. Juli der reguläre Eintritt für den Kölner Dom.

Dänen wundern sich über so viel Aufmerksamkeit

Für die Dänen ist der Eintritt nichts Ungewöhnliches. Beide kennen das bereits aus anderen Städten, wie z.B. Barcelona. „Wie haben nicht damit gerechnet, auf einmal so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, nur weil wir ein Ticket kaufen“, sind die Krygers überrascht über die große Aufmerksamkeit, die sie an diesem Mittwochmorgen bekommen.

In der Kathedrale selbst ist ein kleiner Bereich beim Nordeingang durch Kerzenständer abgetrennt. Wer beten möchte oder eine Kerze anzünden, darf hier kostenlos über den Nordeingang rein.

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Bislang sind die Besucherzahlen noch sehr mau, auch wenn sich kurz vor Öffnung des Besucherportals eine meterlange Schlange vor dem Hauptportal der Kathedrale bildete.

Vier Mitarbeiter stehen an den Ticketschaltern bereit, immer wieder haben alle gleichzeitig nichts zu tun. Wie Domsprecher Markus Frädrich der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte, wurden seit Start des Online-Ticketverkaufs am 15. Juni rund 4000 Eintrittskarten geordert.

Henrik Kryger und Henriette Kryger sind die ersten, die am 1. Juli ein Ticket für den Dom gekauft haben.

Copyright: Rouven Otto

Henrik Kryger und Henriette Kryger sind die ersten, die am 1. Juli ein Ticket für den Dom gekauft haben.

Einer der Mitarbeiter am Eintritt gibt einem Stadtführer eine Eselsbrücke mit, um sich den Preis besser merken zu können: „Zwölf Euro wie die zwölf Apostel“.

Dompropst Guido Assmann äußerte sich zurückhaltend zum bisherigen Ticketverkauf. „Es wäre völlig unrealistisch, in den ersten zwei Wochen - noch bevor das Ganze überhaupt losging - jetzt schon hochzurechnen“, sagte er der KNA. „Es wird nicht bei dieser Summe bleiben.“

Zudem gab er zu, dass es gewisse Anlaufschwierigkeiten gab. „Ich will gar nicht behaupten, dass alles reibungslos und wunderbar klappt“, gestand Dompropst Guido Assmann ein. Es müssten beispielsweise noch ein paar Schilder mit klaren Hinweisen angebracht werden. Das seien aber normale Startschwierigkeiten, er sei sich sicher, dass sich das einspiele mit der Zeit.

Dennoch gab es teils Verwirrung. So wollte eine Kölnerin zum Beten den Dom am Haupteingang betreten - schließlich hatte das Domkapitel vorab angekündigt, dass dies weiter kostenfrei möglich sei. Das gilt allerdings nur für den Nordeingang an der Bahnhofsseite, daher wurde die Frau dorthin geschickt.

Kurz vor Öffnung  des Doms bildete sich eine Besucherschlange, die sich allerdings schnell auflöste.

Copyright: Rouven Otto

Kurz vor Öffnung  des Doms bildete sich eine Besucherschlange, die sich allerdings schnell auflöste.

Auch dort bildete sich eine Schlange, die Mitarbeiter mussten immer wieder Touristen zum Haupteingang oder zum Ticketportal schicken. Doch auch Touristen werden hineingelassen, wenn sie angeben, lediglich zum Beten zu kommen oder eine Kerze anzünden zu wollen. Eine „Gesinnungsprüfung“ wolle man nicht durchführen, hatte das Domkapitel immer wieder betont, man setze auf Vertrauen.

Eine Mutter und ihr Sohn aus der Ukraine waren mit die ersten Touris, die gegen einen Eintrittspreis den Innenraum des Kölner Doms betreten konnten. Dass dieser zuvor immer kostenfrei war, wussten die beiden Ukrainer gar nicht. „Aber es ist ein fairer Preis. Es ist so ein schönes Gebäude“, sagte die Mutter names Julia, die mit ihrem Sohn derzeit in Istanbul wohnt, der Deutschen Presse-Agentur.

Sie sind bei weitem nicht die einzigen Touristen mit dieser Meinung. „Der Preis ist mehr als fair“, sagt US-Amerikaner Michael. „Solche Gebäude kosten eine Menge Geld und Arbeit. Mein Land, die USA, sind erst 250 Jahre alt, solch schöne Kirchen wie diese haben wir gar nicht“, betont er.

Drei Männer arbeiten daran, die letzte Tür des Ticketshops zu öffnen. Um 9.37 Uhr sind die Besucherzahlen allerdings noch sehr mau. Es stehen zwar vier Mitarbeiter an den Ticketschaltern, immer wieder haben alle gleichzeitig nichts zu tun.

Copyright: Rouven Otto

Drei Männer arbeiten daran, die letzte Tür des Ticketshops zu öffnen. Um 9.37 Uhr sind die Besucherzahlen allerdings noch sehr mau. Es stehen zwar vier Mitarbeiter an den Ticketschaltern, immer wieder haben alle gleichzeitig nichts zu tun.

Frau klettert über Absperrung

Offenbar sahen das aber nicht alle so. Über Nordeingang erhält man weiterhin kostenfreien Eintritt – allerdings nur zu einem kleinen Bereich des Doms.

Ein Mann beobachtete im Innenbereich laut eigener Aussage, wie eine Frau über die Absperrung kletterte, wohl um auch den Rest der Kirche gratis besichtigen zu können. Dompropst Assmann nannte das einen „Einzelfall“ und geht davon aus, dass sich die meisten Menschen an die Regeln halten.

Schulklasse kann sich den Eintritt nicht leisten

Nicht kostenfrei war der Eintritt übrigens zur großen Enttäuschung aller für eine Schulklasse, die das gotische Gotteshaus besichtigen wollte. Jara (18) wollte sich den Dom im Rahmen ihres Projektkurses von innen anschauen und anschließend mit einer VR-Tour des Doms vergleichen. Die VR-Tour ist für sie und ihre Mitschüler über die Medienstelle kostenlos, der Eintritt in den Dom nicht. Immerhin: Über den Nordeingang konnte Jara in den Dom wenigstens einen kleinen Teil des Doms betreten und eine Kerze anzünden.

„Den Eintritt kann sich die Schule nicht leisten“, sagt ihre Lehrerin Raija Kilian (57). Die Pädagogin hat Verständnis für das Problem der Finanzierung, findet aber: „Wer Kirchensteuer zahlt, müsste so reinkommen.“ (mit dpa)

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