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„Das ist schon krass“Dom kostet ab Mittwoch Eintritt: Wollen Touris das zahlen?

Der neue Ticketshop für den Kölner Dom nimmt am 1. Juli seine Arbeit auf. Er ist in der früheren Buchhandlung Kösel untergebracht.

Copyright: Martina Goyert

Der neue Ticketshop für den Kölner Dom nimmt am 1. Juli seine Arbeit auf. Er ist in der früheren Buchhandlung Kösel untergebracht.

12 Euro Eintritt für den Dom! Die neue Gebühr spaltet die Gemüter: Touristen zahlen, viele Kölner sind sauer.

Der kostenlose Dombesuch ist bald vorbei! Ab Mittwoch werden zwölf Euro fällig.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat sich umgehört, was die Leute sagen, die es in letzter Minute noch umsonst ins Wahrzeichen geschafft haben.

„Für den Dom“ – diese Worte prangen auf der hölzernen Kiste, die ein Domschweizer am Haupteingang des Gotteshauses um den Hals trägt. Im Vorbeigehen knickt Max aus Neuseeland einen Fünf-Euro-Schein und wirft ihn ein. Doch nur eine Handvoll Menschen in der Warteschlange macht es ihm nach.

Die Mehrheit der Besucher passiert die Spendenkassen, ohne ihr Portemonnaie zu öffnen. An diesem Montag besichtigen vor allem Reisende aus Deutschland und der ganzen Welt das Kölner Wahrzeichen, aber auch Kölner und Leute aus dem Umland sind da. Es ist der vorletzte Tag, an dem der Zutritt noch gratis ist. Denn ab Mittwoch verlangt das Domkapitel eine Gebühr von zwölf Euro pro Kopf für die Besichtigung. „Das wussten wir nicht“, berichtet Max. Seine Begleiterin Sarah fügt hinzu: „Vom Besuch der Kathedrale hätte uns das aber nicht abgehalten“. Sie schließt mit den Worten: „Wir sind schließlich ziemlich weit gereist, um hierherzukommen.“

„Ich bin von weither gekommen, um den Dom zu sehen“

Teresa Direnzo (50) aus Maryland (USA) würde die zwölf Euro für den Dombesuch ebenfalls zahlen. „Das ist eine sehr schöne und weltberühmte Kathedrale. Ich bin von weither gekommen, um sie zu sehen.“ Auch Frank Raddatz (54) aus Kiel hält den Preis von zwölf Euro pro Kopf für angemessen. „Das ist schon in Ordnung“, äußert er.

Das Kölner Wahrzeichen sei ein außergewöhnliches Gebäude, und die Instandhaltung verschlinge einfach eine Menge Geld. Er zeigt sich verständnisvoll, dass eine Gebühr erhoben wird, wie er hervorhebt.

„Zwölf Euro sind definitiv zu viel“

Ganz anders sieht das Wilhelm Bunselmeyer (74) aus Frechen. „Zwölf Euro sind definitiv zu viel“, erklärt der Rentner. Er führt zusammen mit seiner Gattin fünf Besucher aus dem Saarland durch das Gotteshaus. „Den Termin haben wir nicht extra danach ausgesucht, dass wir noch freien Eintritt bekommen. Aber wir nutzen das jetzt gerne.“

Für die kleine Reisegruppe ist klar: „Bei zwölf Euro Eintritt pro Person wären wir nicht in den Dom gegangen.“ Ihrer Ansicht nach ist das Erzbistum Köln vermögend genug und sollte sich besser um den Dom kümmern. Martin Steffen (70) kam am Vormittag sogar extra per Rennrad von Düsseldorf in die Domstadt, um sich das Wahrzeichen ein letztes Mal ohne Kosten anzusehen. „Ich wollte das schon länger mal machen, und heute hat es wettermäßig gut gepasst.“ Die zwölf Euro Gebühr für die Kathedrale empfindet er als deutlich überzogen. „Fünf Euro wären okay.“

„Das ist schade für die Kölner“

Der Kölner Matthias Fischer (55) nutzte ebenfalls seine Mittagspause, um den Dom noch einmal kostenfrei zu erleben. Er könne nachvollziehen, dass für den Dom eine Gebühr verlangt wird, jedoch sei der Betrag zu hoch angesetzt, meint er. Der Dom ist für ihn „die schönste Kirche, die ich kenne. Dass man jetzt nicht mehr spontan reingehen kann, ohne zu bezahlen, ist schade für die Kölner.“

Für ein Konzert sind Nina (42) und Andi (44) aus Wien in die Domstadt gekommen und verwenden die Stunden davor für eine Besichtigung des Gotteshauses. Sie hatten keine Kenntnis davon, dass ab Mittwoch eine Eintrittsgebühr erhoben wird. „Von null auf zwölf Euro ist schon krass. Für diesen Preis hätte ich mir den Dom nicht angeschaut“, sagt Nina. Andi widerspricht: „Ich schon“, meint er, „Das ist ja ein sehr imposantes Bauwerk.“ Dennoch befürwortet er die Gebühr nicht. „Solche Preise stellen für viele Menschen eine Barriere dar.“ Nina fragt sich, warum die Instandhaltung des Doms nicht auf andere Weise bezahlt werden kann, zum Beispiel durch die Bettensteuer. „Wir zahlen doch schon eine Abgabe auf den Übernachtungspreis.“

14,2 Millionen Euro Ausgaben im Jahr 2024

Tatsächlich trägt die Stadt Köln mit jährlich etwa 200.000 Euro nur einen kleinen Teil der Unterhaltskosten bei. Im Jahr 2024 beliefen sich die Ausgaben auf circa 14,2 Millionen Euro, mit steigender Tendenz.

Die Hauptlast schultern der Zentral-Dombau-Verein (mit 4,3 Millionen Euro in 2024) sowie das Erzbistum Köln (2,7 Millionen Euro). Einnahmen aus den Besichtigungen von Turm und Schatzkammer beliefen sich 2024 auf ungefähr 2,6 Millionen Euro, während Kollekten circa 1,3 Millionen Euro einbrachten.

Da die Kosten die Einnahmen seit langer Zeit übertreffen, fasste das Domkapitel im März den Entschluss, ab dem 1. Juli eine Gebühr für den Dombesuch zu erheben. Damit sollen die Instandhaltung des Gebäudes und anstehende, umfangreiche Sanierungen bezahlt werden können. Diese Entscheidung löste in der Stadt teilweise heftige Kritik aus.

Alle wichtigen Infos zum Eintritt in den Dom

Der normale Preis für einen Besuch im Inneren des Doms liegt ab Mittwoch bei zwölf Euro. Ein reduziertes Ticket für sechs Euro bekommen Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Azubis, Studierende sowie Besitzer eines in NRW ausgestellten Sozialpasses. Kostenlos bleibt der Zutritt für Kinder bis zum 13. Lebensjahr, Schwerbehinderte mit Begleitung und für Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins. Wer auf den Turm steigen oder die Domschatzkammer besichtigen will, zahlt jeweils acht Euro (ermäßigt vier Euro). Ein Kombiticket für beides zusammen ist für zwölf Euro (ermäßigt sechs Euro) erhältlich.

Eintrittskarten sind entweder im Internet oder im neuen Ticket-Laden des Doms erhältlich, welcher in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung Kösel am Roncalliplatz 2 entsteht. Am Montag waren dort noch Handwerker mit den finalen Arbeiten zugange. Besucher ohne Eintrittskarte müssen diese entweder schnell online erwerben oder den Weg über den Roncalliplatz zum Shop machen. Die alten Verkaufsstellen am Südturm und bei der Schatzkammer schließen. Zukünftig sind die Karten nur noch am zentralen Schalter am Roncalliplatz zu bekommen. Am Westeingang prüfen Domschweizer die gedruckten Tickets oder digitalen Codes mit einem Handscanner.

Auch in Zukunft wird der Zutritt zum Dom nicht nur zu Gottesdiensten und an speziellen Tagen wie dem Dreikönigstag gratis sein. Wie berichtet, bleibt auch das Nordquerhaus, in dem die Schmuckmadonna steht, ebenfalls den ganzen Tag für Gebete kostenfrei zugänglich. Von diesem Punkt aus kann man den Altar und das Richterfenster sehen. Dieser Bereich wird zukünftig mit einer Holzbarriere abgetrennt, die ehemals im Langhaus der Kathedrale platziert war. Ein Domschweizer wird dort Wache halten, damit niemand über die Absperrung steigt. (red)

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