Eine baufällige Durchfahrt lässt den Verkehr stillstehen. Eine frühere Diskussion entflammt nun erneut.
Kölner Baustelle sorgt für ChaosExperte fordert: Fahrradweg für Autos freigeben

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Die Trankgasse vor dem Kölner Dom (hier im Juli 2024): Ein Verkehrsexperte fordert, den Abschnitt für Fahrräder zeitweise auch wieder für Autos freizugeben.
Aktualisiert
Was als kurze Maßnahme gedacht war, entwickelt sich für die Menschen in Köln zu einer echten Zerreißprobe.
Ein Abschnitt des Gulliver-Tunnels im Stadtzentrum, unmittelbar bei der Philharmonie, bleibt auf unbestimmte Zeit blockiert. Die ursprünglich bis zum 13. Februar angesetzte, zweiwöchige Blockade ist längst nicht mehr zu halten – die Durchfahrt von der Altstadt aus ist weiterhin unmöglich.
Köln: ADAC fordert Lösung für Baustelle an der Trankgasse
Ursache dafür sind bei einer Kontrolle festgestellte Mängel an der Deckenkonstruktion, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Verweis auf eine Mitteilung der Kölner Verwaltung.
Für den Autoverkehr ist die Lage eine Katastrophe. Bereits vor der Blockade gab es während Events in der Philharmonie oft Rückstaus, die bis zur Rheinuferstraße reichten. Das Durcheinander im Verkehr hat sich nun weiter zugespitzt. Richtig verschärft wurde die Problematik durch die Neugestaltung der Trankgasse als Fahrradweg im Jahr 2023. Seither ist die Route zur Nord-Süd-Fahrt via Komödienstraße versperrt, wodurch der komplette Autoverkehr durch die Gulliver-Unterführung geleitet werden muss.
ADAC verlangt zügige Abhilfe
Weil die nördliche Ausfahrt jetzt blockiert ist, wird der komplette Verkehrsstrom südlich über die Rheinuferstraße umgeleitet. Personen mit Ziel Zoobrücke sind gezwungen, einen massiven Umweg über die Severinsbrücke zu machen, nur um dort eine Wendemöglichkeit zu haben. Die Ampelanlagen sind auf solche Fahrzeugmengen nicht vorbereitet, was die Situation zusätzlich erschwert.
Der ADAC-Verkehrsfachmann Roman Suthold bringt einen Vorschlag ins Spiel, um dem Durcheinander ein Ende zu setzen. „Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, die Trankgasse in Richtung Komödienstraße und Nord-Süd-Fahrt wieder für den Autoverkehr freizugeben, um für Entlastung zu sorgen“, äußert er. Auf diese Weise wäre die Zoobrücke für den Autoverkehr wieder einfach erreichbar.
Zoff in der Politik um die Trankgasse
Trotz der Tatsache, dass die Tunnel-Blockade seit Mitte Februar feststeht, wurde vom Mobilitätsdezernat unter der Leitung von Ascan Egerer bislang keine Ausweichmöglichkeit eingerichtet. Nicht einmal Hinweisschilder, die auf die Situation aufmerksam machen, wurden montiert. Der Vorschlag, die Trankgasse zu öffnen, löst in der Kölner Stadtpolitik heftige Diskussionen aus.
Mit einem Antrag verlangt die FDP/KSG-Fraktion eine umgehende Freigabe. Ralph Sterck (FDP) sagt: „Die temporäre Öffnung der Trankgasse Richtung Westen ist eine einfache und schnelle Möglichkeit, den Verkehr zu entlasten.“ Zustimmung kommt von der CDU, die laut ihrem Verkehrsexperten Stefan Götz noch weiter gehen möchte und eine dauerhafte Öffnung nach Abschluss der Bauarbeiten im Dom-Areal anstrebt.
Die SPD signalisiert ebenfalls Bereitschaft. Lukas Lorenz äußerte, dass eine Freigabe während der Tunnel-Blockade denkbar sei. Eine komplett andere Haltung vertreten Grüne und Volt. „Die Trankgasse ist selbst von laufenden Baustellen betroffen. Zugleich hat dort der Fußverkehr wegen der Sperrung auf der Domplatte deutlich zugenommen. Aus unserer Sicht wäre es deshalb der falsche Weg, ausgerechnet an dieser sensiblen Stelle wieder zusätzlichen Autoverkehr zuzulassen“, meint Lino Hammer (Grüne). Das unterstreicht Dustin Wegner von Volt: „Die Volt-Fraktion steht zur Trankgasse als Fahrradstraße.“ Die Linkspartei möchte zunächst eine Bewertung durch die Verwaltung abwarten.
Die Stadt prüft – doch die Zeit drängt
Und was macht die Verwaltung? Ein Vertreter der Stadt gab bekannt, dass die Blockade „noch mindestens drei Monate andauern“ werde. Ein Sachverständiger wurde zwar eingeschaltet, aber ein zuverlässiger Zeitrahmen für die Behebung der „komplexen“ Schäden existiere nicht. „Vor diesem Hintergrund bewertet die Stadt Köln die verkehrliche Situation rund um den Gulliver-Tunnel und die Trankgasse neu und prüft die möglichen Maßnahmen“, erklärte der Sprecher.
Zusätzliche Bauarbeiten im Dom-Umfeld machen die Lage noch komplizierter. Die Basis der Kathedrale wird instand gesetzt, wofür Abschnitte der Domplatte entfernt werden. Außerdem ist noch nicht absehbar, wie kostspielig die Instandsetzung der Tiefgarage von 1971 unterhalb der Domplatte ausfällt, wo ebenfalls Defekte entdeckt wurden. Der Startzeitpunkt für die komplette Sanierung ist ungewiss. (red)
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