Sie kämpfen gegen Wohnungsnot und Leerstand. Doch jetzt wurden zwei Kölner Aktivisten selbst zum Opfer.
Kölner AktivistenSie kämpfen für andere und wurden jetzt selbst zum Opfer

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Protestaktion von Aktivisten, darunter Kalle Gerigk (2. v. r.) und Werner Eggert (3. v. r.), vor dem seit vielen Jahren leer stehenden Haus in der Glasstraße.

Der Protest gegen leer stehenden Wohnraum in Köln geht weiter. Doch am Mittwoch (20. Mai) wurde eine symbolische Hausbesetzung der Aktivisten Kalle Gerigk und Werner Eggert in Ehrenfeld von einem Vorfall überschattet.
Unbekannte haben Eggert während der Aktion beklaut! Kurz zuvor war auch Gerigk Opfer eines Diebstahls geworden.
Während Protestaktion wird Aktivist bestohlen
„Werner hatte seine Tasche mit seinem Werkzeug abgestellt. Als wir einen Moment abgelenkt waren, war sie plötzlich verschwunden“, erzählt Kalle Gerigk gegenüber EXPRESS.de. In Ehrenfeld hatten die beiden Aktivisten zu einer Aktion in der Glasstraße aufgerufen. Dort steht nach ihren Angaben ein Haus seit mindestens 2008 leer.
„Mitten in unserer Stadt. Mitten in einer Zeit, in der Menschen verzweifelt bezahlbaren Wohnraum suchen“, erklärt Gerigk, der ein Protestplakat mit der Forderung „Leerstand beenden!“ an der Fassade anbrachte. Dort prangte bereits der Schriftzug: „Miethaie zu Fischstäbchen“.
Und auf einmal war die Werkzeugtasche von Aktivist Eggert, der immer mit an vorderster Front gegen die Wohnungsnot in Köln kämpft, weg. Ausgerechnet bei dieser Aktion war auch keine Polizei vor Ort.
Kalle Gerigk: „Ich habe ihn gebeten, eine Liste der fehlenden Sachen zu erstellen. Wir werden nun Geld sammeln, um ihm den entstandenen Schaden zu ersetzen.“

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Kalle Gerigk hing am Mittwoch (20. Mai 2026) das Plakat mit der Forderung „Mietstand beenden“ an der Fassade des leer stehenden Hauses in der Glasstraße auf.
Dabei war Gerigk nur wenige Stunden zuvor selbst beklaut worden. Am Abend vor der Kundgebung war er in der KVB unterwegs, wollte noch schnell im Agnesviertel einkaufen – und stand ohne Geld da. „An der Kasse habe ich bemerkt, dass mein Rucksack offen war“, schildert er. Als er nachschaute, der Schock: Sein Portemonnaie mit Bargeld, Führerschein, Perso und KVB-Ausweis fehlte.
„Die Bahn war total voll. Da muss es passiert sein“, vermutet er. Kölns bekannter Mietrebell und Aktivist erstattete sofort Anzeige bei der Polizei. Dort erklärte ihm ein Beamter, dass er offenbar Opfer einer typischen Klausituation geworden ist, bei der die Täter/Täterinnen in der Bahn einen künstlichen Stau erzeugen und im Gedränge dann zuschlagen.
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