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Anteilnahme und MahnungNach  Totschlag in Ehrenfeld: Post an alle Mieter

Blumen und Kerzen und Beileidsbekundungen

Copyright: Ayhan Demirci

Für den Verstorbenen wurden diese Blumen, Kerzen und Botschaften der Anteilnahme niedergelegt.

Aus dem Leben gerissen, wegen eines Streits um eine nicht gezahlte Kaution: Ein kleiner Traueraltar am Tatort, einem Vielparteienhaus an der Venloer Straße, erinnert an die Bluttat von Ehrenfeld.

Ein erst vor Kurzem eingezogener Mieter (31) war mit seinem 47-jährigen Vermieter in Streit geraten – und hatte ihn im Hausflur des Hauses mit einem Messer niedergestochen. Noch vor Ort erlag der Vermieter seinen schweren Verletzungen.

Auf das verstörende Verbrechen am 9. Mai hat die Hausverwaltung mit einem Schreiben an die rund 100 Mieter des Wohnkomplexes reagiert. Darin drückt die GGM (Gesellschaft für modernes Gebäudemanagement) ihre Anteilnahme aus, die Ereignisse im Haus hätten viele Menschen erschüttert und traurig gemacht: „Dass ein Mensch aus unserer Hausgemeinschaft auf so tragische Weise verstorben ist, bewegt uns sehr. Unsere aufrichtigen Gedanken gelten den Angehörigen und allen, die von diesem Ereignis betroffen sind.“

Hausverwaltung schreibt an alle Mieter des Wohnkomplexes

Gleichzeitig weist die GGM auf die Bedeutung „eines verantwortungsvollen und sicheren Zusammenlebens in unserer Hausgemeinschaft“ hin. Dazu gehöre insbesondere, dass „jede Untervermietung oder die dauerhafte Aufnahme weiterer Personen in eine Wohnung grundsätzlich vorab mit dem Eigentümer beziehungsweise der Hausverwaltung abzustimmen und genehmigen zu lassen ist.“

Diese Regelung diene nicht nur der Einhaltung der vertraglichen Vorgaben, „sondern auch dem Schutz und der Sicherheit aller Bewohnerinnen und Bewohner. Nur durch eine vorherige Abstimmung kann sichergestellt werden, das passende und verlässliche Untervermietungen erfolgen und mögliche Risiken frühzeitig vermieden werden.“

Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags

Gegen den Mieter, der nach Angaben von Nachbarn in Marokko aufgewachsen sein soll, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags erlassen. Nach Mitteilung von Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer hatte das spätere Opfer sich am Samstagmorgen (9. Mai) zur Wohnung des Mieters begeben, „um dort noch ausstehende Zahlungen entgegenzunehmen“. Bremer bestätigte jetzt gegenüber EXPRESS.de, dass „das spätere Opfer als Untervermieter aufgetreten“ sei.

Am Tattag, hatte Bremer zuvor weiter erklärt, war es anschließend aus „bislang ungeklärten Gründen“ im Treppenhaus zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Dabei soll der Beschuldigte sein Gegenüber mit einem Messer angegriffen und ihm „eine Vielzahl von letztendlich tödlichen Stich- und Schnittverletzungen“ zugefügt haben – so das Ergebnis der Obduktion. Reanimationsversuche der von Nachbarn alarmierten Rettungskräfte blieben „leider ohne Erfolg“.

Der Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Nach Angaben von Bremer ist er deutscher Staatsbürger und nicht vorbestraft. Der Kölner Oberstaatsanwalt teilte am Mittwoch (20. Mai) weiter mit: „Der Beschuldigte macht bislang von seinem Schweigerecht Gebrauch.“

Zwei Polizeikräfte sowie zwei Einsatzfahrzeuge stehen am Rheinufer.
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