Die Zahlen sind heftig. Die Kölner Polizei hat die Bilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Doch die massive Anstrengung am Neumarkt scheint sich auszuzahlen.
Bilanz für 2025In diesen Kölner Veedeln hatte die Polizei die meisten Einsätze

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Die Kölner Polizei rückt täglich zu Einsätzen an Brennpunkten in der Innenstadt aus. Auf dem Archivbild zu sehen: ein Einsatz in der Hugopassage am Neumarkt.
Ein Platz, der vielen Menschen in Köln Bauchschmerzen macht: der Neumarkt. Die Folgen der Crack-Welle sind dort alltäglich: sichtbarer Drogenkonsum, damit verbundene Kriminalität und zunehmende Verwahrlosung.
Über keinen anderen Ort wird so intensiv gestritten. Dass die Kölner Polizei ausgerechnet dort die Bilanz ihrer Einsätze für 2025 präsentierte, war laut Polizeipräsident Johannes Hermanns „kein Zufall“.
Massive Polizeipräsenz am Neumarkt zeigt Wirkung
Diese Statistik dient als Tätigkeitsbericht der Behörde. „Wir befinden uns an einem Brennpunkt, an dem das Sicherheitsgefühl der Kölnerinnen und Kölner erheblich beeinträchtigt ist“, so Hermanns. Er betonte unmissverständlich: „Die Zustände hier machen konsequentes Handeln nötig, damit wir nicht in eine Katastrophe geraten. Deshalb haben wir die Präsenz im vergangenen Jahr nochmals deutlich erhöht.“
Die Daten für den Neumarkt sind heftig: 43.320 Präsenzstunden wurden dort von Einsatzkräften laut der Statistik für 2025 geleistet. Das ist dreimal so viel wie im Vorjahr.
Es gab 13.146 polizeiliche Maßnahmen, darunter Kontrollen und Festnahmen – beinahe eine Vervierfachung. Polizeidirektor Martin Lotz bezeichnete dies als „enormen Kraftaufwand“, den die Behörde als positiv bewertet. Die Zahl der erfassten Drogendelikte hat sich zwar verdoppelt, doch das wird mit dem gestiegenen Kontrolldruck erklärt. Im selben Zeitraum gingen alle übrigen Straftaten um 11,4 Prozent zurück.
Diesen gewaltigen personellen Aufwand könne man derzeit noch stemmen, auch weil Kräfte aus anderen Städten in Köln aushelfen, so Lotz. Er gab aber zu bedenken: „Das sind Kräfte, die woanders fehlen. Wenn dieser Einsatz zulasten anderer Maßnahmen geht, werden wir das verlagern.“

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Die Einsatzstatistik der Kölner Polizei auf dem Hotspot Neumarkt
Klare Ansage von Hermanns: „Gnadenlos abräumen“
Jedoch machte Polizeipräsident Hermanns deutlich, dass polizeiliche Maßnahmen allein die Schwierigkeiten an den Drogen-Brennpunkten nicht lösen werden. „Bei allem Unbill dürfen wir nicht vergessen, dass wir es bei den Konsumenten mit kranken Menschen zu tun haben, die Hilfe brauchen.“
Deshalb sei das geplante Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel ein wichtiger Fortschritt. „Auch für unsere Arbeit sind solche Angebote wichtig, damit wir Konsumenten an Stellen vermitteln können, wo sie Hilfe bekommen.“
Für die Sorgen der Anwohnerschaft, die eine Verschiebung der Szene und der damit verbundenen Kriminalität fürchtet, äußerte er Verständnis. Seine Ansage war jedoch unmissverständlich: „Aber wir benötigen das Suchthilfezentrum als Anlaufstelle. Draußen vor der Tür wird es eine Null-Toleranz-Politik geben. Da werden wir gnadenlos abräumen.“

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Polizeipräsident Johannes Hermanns bei der Vorstellung der Einsatzbilanz auf dem Neumarkt
Doch nicht nur am Neumarkt, auch im gesamten Zuständigkeitsbereich sind die Einsatzzahlen gewachsen. Die Polizei in Köln und Leverkusen wurde im abgelaufenen Jahr zu 321.992 Einsätzen gerufen. Dies entspricht einer Zunahme von 1,7 Prozent gegenüber 2024 und bedeutet rein rechnerisch, dass alle zwei Minuten ein Einsatz stattfand.
Mit 61.616 Einsätzen verzeichnete die Polizeiinspektion (PI) 6, zuständig für Kalk und Porz, die höchste Zahl. Dicht auf den Fersen ist ihr die wesentlich kleinere PI 1 (Innenstadt) mit 60.873 Alarmierungen.

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Die Zahl der Versammlungen in Köln und Leverkusen befindet sich auf einem Rekordhoch.
Demo-Flut in Köln: Neuer Höchststand erreicht
Gerade im Zentrum der Stadt waren die Einsatzkräfte durch Demonstrationen besonders häufig im Einsatz. Die Anzahl der Versammlungen kletterte 2025 auf einen neuen Höchstwert von 2031. Das ist eine Steigerung von 15 Prozent im Vergleich zu 2024. Über die vergangenen zehn Jahre hat sich diese Zahl sogar mehr als verdreifacht. Hermanns erläuterte dazu: „Die Kriegsereignisse in der Welt nehmen zu. Das führt auch dazu, dass wir in Köln eine zunehmende Versammlungslage haben“.
Die Polizei gewährleiste selbstverständlich das Recht auf Versammlung, aber die Beanspruchung sei gewaltig. „Aber die personelle Belastung für die Kolleginnen und Kollegen – und auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt – ist enorm, weil Köln durch solche Versammlungen regelmäßig lahmgelegt wird.“
Laut Polizeidirektor Lotz sind der zähflüssige Verkehr und das gestiegene Einsatzvolumen auch Gründe dafür, dass die Polizei 2025 durchschnittlich mehr Zeit zum Einsatzort benötigte: 17 Minuten und 19 Sekunden im Vergleich zu 16 Minuten und 50 Sekunden im Vorjahr. (red)
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