Fünf Tage Ausstand bei der KVB: Nicht nur die Beschäftigten sind betroffen, sondern eine ganze Stadt steht Kopf. Die Zahlen dahinter sind krass.
Köln steht fünf Tage stillKVB-Streik hat unerwarteten Nebeneffekt

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Eine Leuchttafel weist in einer U-Bahnstation der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf einen Streik hin. Durch die Landesweiten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr fallen in Köln die Fahrten der Bahn aus.
Der Tarifstreit im öffentlichen Nahverkehr von NRW erreicht einen neuen Höhepunkt. Seit Montag (16. März) wird bei den Kölner Verkehrsbetrieben in unterschiedlichen Ausführungen gestreikt.
Und Verdi ruft auch am Freitag zu landesweiten Streiks auf. Für die KVB der fünfte Ausstandstag hintereinander.
Köln: Neun Streiktage und Hunderttausende Betroffene
Die Woche war für Pendler und Pendlerinnen eine Zerreißprobe: Am Montag traf es die Kundencenter, Dienstag die Fahrer, Mittwoch die Werkstätten. Diesen Donnerstag legen sämtliche Bereiche die Arbeit nieder.
Das Ergebnis: An drei Tagen fuhr keine einzige Stadtbahn, an zwei davon standen zusätzlich fast alle Busse still, die nicht von externen Firmen betrieben werden.
Hier ein Überblick über Zahlen und Fakten:
Mit dem Ende dieser Arbeitswoche wird es in diesem Jahr bereits neun Tage Streik gegeben haben.
Eine enorme Belastung, denn täglich verlassen sich 650.000 Menschen auf das Bus- und Bahn-Angebot der KVB.
Im Jahr 2024 beförderte das Unternehmen 236 Millionen Fahrgäste, eine leichte Zunahme im Vergleich zu den 235 Millionen des Vorjahres.
Die Flotte, die nun stillsteht, ist gewaltig: 405 Stadtbahnen (Stand 31. Dezember 2024) verkehren auf zwölf Linien, während 476 Busse (inklusive der von Subunternehmern betriebenen) über 60 Linien abdecken.
Das Schienennetz der Stadtbahn allein ist 250 Kilometer lang und reicht über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Bonn und Frechen.
Darum wird gestreikt: Verdis Forderungen
Bislang führten zwei Verhandlungsrunden zu keiner Einigung; die dritte Runde ist für den 24. März terminiert. Gekämpft wird für die Interessen von rund 30.000 Menschen, die in etwa 30 Nahverkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen beschäftigt sind.
Die Gewerkschaft Verdi NRW fordert eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Zudem verlangt sie eine Ruhezeit von elf statt zehn Stunden zwischen den Diensten und eine Anhebung des Zuschlags für Sonntagsarbeit von 25 auf mindestens 40 Prozent. Die Belegschaft der KVB zählte am Stichtag 31. Dezember 2024 genau 4294 Menschen, wovon 850 als Stadtbahnfahrer und -fahrerinnen tätig sind.
Überraschender Rekord: Kölner und Kölnerinnen steigen aufs Rad
Doch der Streik hat einen unerwarteten Nebeneffekt, der sich klar in den Zahlen zeigt. Am Dienstag, 17. März, wurde an der Zählstelle am Hohenzollernring ein Jahresrekord aufgestellt: Sage und schreibe 15.127 Radfahrer und Radfahrerinnen wurden dort registriert.
Das ist mehr als doppelt so viel wie der tägliche Schnitt von 6435 Radfahrern. Wenn die KVB nicht fährt, steigen die Kölner und Kölnerinnen offenbar aufs Rad. Auch die vorherigen Streiktage am 27. Februar und 6. März ragen in den Zählungen der 23 städtischen Fahrradzähler als deutliche Spitzen heraus. (red)
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