Nach einer Lärmbeschwerde war um 22 Uhr Schluss. Ab Donnerstag darf das Johann-Schäfer-Brauhaus bis Mitternacht öffnen.
Ende eines jahrelangen StreitsNeue Regel für beliebtes Kölner Brauhaus

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Das Johann-Schäfer-Brauhaus musste seit seiner Eröffnung das Lokal um 22 Uhr schließen.
Neun Jahre lang galt im Johann-Schäfer-Brauhaus in der Südstadt eine feste Regel. Seit der Eröffnung musste der Gastraum jeden Abend um 22 Uhr leer sein. Damit ist jetzt Schluss. Ab Donnerstag, 15. Oktober, darf das Brauhaus auch nach 22 Uhr öffnen. Die letzte Runde gibt es dann um 23.30 Uhr, Feierabend ist neuerdings erst um Mitternacht. Das hat Betreiber Till Riekenbrauk mitgeteilt.
Für den Gastronomen war die frühe Schließzeit im Alltag eine echte Belastung. Er erzählt laut dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Gerade am Wochenende mussten wir bei einem vollen Laden unseren gut gelaunten Gästen bereits ab 21.30 Uhr die letzte Runde ansagen und die Rechnung fertig machen.“ Und weiter: „Für Gäste, die gerade einen schönen Abend bei uns hatten, war das verständlicherweise oft schwer nachzuvollziehen.“
Johann Schäfer: Künftig bis Mitternacht geöffnet
Bislang gab es eine Alternative direkt nebenan. Auch das Lokal „Schäfchen“ wird von den Gastronomen betrieben, und dort durfte nach 22 Uhr weiter geöffnet sein. Die Gäste konnten also einfach rübergehen. Doch längst nicht alle machten das, sagt Riekenbrauk: „Wenn man erst einmal aufgestanden ist und die Jacke anhat, ist der Abend für viele eben vorbei.“
Dass sich jetzt etwas ändert, ist das Ergebnis eines langen Verfahrens. Nach der Eröffnung 2018 hatte sich eine Anwohnerin über den Lärm beschwert. Die Folge: Das Brauhaus musste um 22 Uhr schließen.

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Chefkoch Sven Kloppenburg ist einer der Betreiber des Johann-Schäfer-Brauhauses. (Archivbild)
Was dann kam, zog sich über Jahre hin: eine Klage gegen die Stadt, ein Prozess, ständiges Hin und Her mit den Ämtern und zum Schluss eine außergerichtliche Einigung mit der Stadt. Den Prozess gegen die Stadt Köln hatten die Gastronomen schon vor Jahren verloren. Laut Riekenbrauk lag das an einigen Fehlern in ihrem Bauantrag. Inzwischen hat der Wirt nachgerüstet und das Schallschutzkonzept deutlich erweitert. Neue Fenster und ein geänderter Zugang zum Lokal sollen verhindern, dass der Lärm nach draußen dringt.
Gefeiert wird der Neustart auch. Ab Donnerstagabend gibt das Brauhaus neun Abende in Folge eine kleine Lokalrunde aus, jeder Gast bekommt einen Schnaps aufs Haus. Der Moment ist mit Absicht gewählt, sagt Riekenbrauk: Um 22.01 Uhr stoßen Betreiber, Team und Gäste zusammen an. „22 Uhr war für unser gesamtes Team neun Jahre lang eine Uhrzeit, die automatisch im Kopf war“, erklärt er. „Deshalb finden wir den Gedanken schön, jetzt ausgerechnet die erste Minute danach zu feiern.“ (red)
