Hitzeschock in Köln! Die Stadt will mit 150 Millionen Euro für neue Parks und viele Bäume für Abkühlung sorgen.
Hitzeschock in KölnStadt zückt 150-Millionen-Plan für neue Parks und Bäume

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Bei bis zu 37 Grad sah es in Köln am 14. Juli 2026 so aus.
Die Sommer in der Domstadt werden zur Qual. Jetzt will die Stadtverwaltung mit einem riesigen Geldpaket gegensteuern. Geplant sind neue Grünflächen und viele Bäume, um Köln wieder atmen zu lassen.
Ein Plan zur Abkühlung der Stadt liegt auf dem Tisch. Das Umweltdezernat hat eine Strategie entwickelt, um auf die klimatischen Veränderungen zu reagieren. Mit Geld aus einem Sondertopf des Bundes sollen Grünanlagen, Baumpflanzungen und die Aufbrechung versiegelter Flächen bezahlt werden. Der Stadtrat soll über die Vorhaben im Wert von 150 Millionen Euro noch im Dezember entscheiden.
Kölner Umweltdezernent: „So eine Situation hatten wir noch nicht“
Die Anpassung an das Klima ist für die Stadtplaner schon länger ein Thema. Doch das frische „Integrierte Klimaanpassungskonzept“ (IKA) fasst nun erstmals Vorhaben und Ziele zusammen. Für Umweltdezernent William Wolfgramm ist das eine besondere Gelegenheit, an Gelder in dieser Höhe speziell für ökologische Maßnahmen zu kommen.
„So eine Situation hatten wir noch nicht“, äußerte er bei der Präsentation. „Der Hitzesommer 2026 hat spürbar gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.“ Sein Vorschlag sieht vor, dass 71 Prozent der Ausgaben durch den Sondertopf des Bundes gedeckt werden könnten.
Auch Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) unterstrich die Bedeutung: „Klimaanpassung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, um unsere Stadt widerstandsfähiger zu machen. Köln muss sich auf die Veränderungen vorbereiten, die der Klimawandel mit sich bringt.“ Die zur Verfügung stehenden Gelder erlauben es der Stadt, trotz der schwierigen Finanzsituation wichtige Projekte anzupacken.
Bereits vor zwei Jahren haben die Stadtverwaltung und der Deutsche Wetterdienst (DWD) düstere Prognosen für Köln veröffentlicht. Diese zeigten auf: Schon bald könnte es im Stadtzentrum bis zu 20 Tage geben, an denen das Thermometer über 30 Grad klettert. Zum Vergleich: Vor dem Jahr 2000 gab es höchstens fünf solcher Tage im Sommer.
In einer Simulation zeigte der DWD, wie sich die Metropole aufheizen würde, falls der Klimaschutz nicht verstärkt wird. Die Resultate umfassen zwei Zeiträume für Vorhersagen: Die erwähnten 20 Hitzetage werden für die Jahre 2031 bis 2060 erwartet. In der ferneren Zukunft, zwischen 2071 und 2100, könnten in den eng bebauten Kölner Vierteln sogar 30 solcher Tage jährlich auftreten. Gleichzeitig steigt die Heftigkeit von Starkregen. Die Absicht dahinter: Diese Informationen sollen genutzt werden, um die künftige Entwicklung der Stadt so zu steuern, dass eine solche extreme Erwärmung verhindert wird.

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Hotspots in Köln.
Wie sehr die Hitze zur Belastung werden kann, haben die Menschen in Köln – speziell im Zentrum – im vergangenen Sommer erlebt. Zwischen dem 16. Juni und dem 4. Juli zählte man 19 aufeinanderfolgende Sommertage mit Werten über 25 Grad. Vom 18. bis zum 29. Juni gab es sogar zwölf Hitzetage (mehr als 30 Grad) und eine Serie von neun Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sank. Gerade diese warmen Nächte sind für den Körper eine enorme Strapaze. Laut städtischen Angaben resultierte dies in 37 Prozent mehr Notfalleinsätzen, 90 Prozent mehr Wiederbelebungsversuchen und 146 Prozent mehr festgestellten Todesfällen.
Hitze-Hotspots: Diese Veedel leiden am meisten
Darauf aufbauend erstellte die Verwaltung eine Gefahrenkarte, die auf Klimadaten sowie Auswertungen zu Starkregen und Hochwasser beruht. Die Karte verdeutlicht, dass große Bereiche der Stadt (rot umrandet) sehr oft unter Hitze von 30 Grad und mehr leiden. Viele Stadtteile (lila markiert) sind zudem überdurchschnittlich oft von Tropennächten betroffen. In diesen Zonen gibt es zusätzlich Areale (dunkelrot eingefärbt), wo die Bevölkerungsdichte mit über 101 Menschen pro Hektar sehr hoch ist, was die Hitzebelastung für die Anwohner nochmals steigert.
Betroffen sind davon fast das gesamte Stadtzentrum, Nippes, Ehrenfeld, Lindenthal sowie der nördliche Bereich des Bezirks Rodenkirchen. Die Stadtteilzentren von Chorweiler, Kalk und Mülheim sind ebenfalls stark beeinträchtigt. Gleichzeitig macht die Karte aber auch klar, dass der Innere und Äußere Grüngürtel sowie kleinere Grünanlagen eine kühlende Wirkung auf die benachbarten Straßenzüge haben.
Das ist der konkrete Plan für ein kühleres Köln
Aus diesen Erkenntnissen leitet das Umweltdezernat eine Strategie zur Klimaanpassung ab. Der Plan beinhaltet 26 vordringliche Vorhaben. Die Umsetzung dieser Maßnahmen würde in der Summe etwa 18 Millionen Euro erfordern.
Die Hoffnung des Umweltdezernats liegt auf einer Entscheidung des Rates am 10. Dezember. Damit könnte die Verwaltung die 26 Vorhaben nach und nach realisieren, falls sie nicht bereits laufen. Ein neuer Vorschlag ist die Entwicklung eines Notfallplans für extreme Hitzewellen. Weitergehen soll es mit „Cooling Cologne“, bei dem an heißen Tagen Wassernebel auf zentralen Plätzen versprüht wird. Geplant sind zudem die klimatische Anpassung von Schulhöfen und die Umsetzung des fußgänger- und klimafreundlichen Konzepts für das Winzer- und Pantaleonsviertel. Die Behörde möchte das Programm „Grün hoch 3“ weiterführen, den Masterplan für städtisches Grün vorantreiben, einen Hybridpark in Braunsfeld errichten, die Beobachtung der Stadtbäume fortsetzen, den Fred-Sauer-Platz in Kalk umgestalten und ein Pilotprojekt für klimafreundliche Bürgerzentren beginnen.
Die Idee dahinter ist, die Außenbereiche von vier Bürgerzentren klimagerecht neu zu gestalten. Das ist ein interessanter Punkt, denn bei der Planung des Haushalts für die kommenden beiden Jahre hatte die Stadtverwaltung ursprünglich Einsparungen bei den Bürgerzentren angeregt. Eine Sprecherin der Stadt erklärte auf Anfrage, dass dieses Vorhaben einer separaten Debatte über die zukünftige Ausrichtung der Bürgerzentren nicht im Wege stehe.
Woher die 150 Millionen Euro kommen sollen
Im Dezember soll der Stadtrat über eine Aufstellung von 13 Vorhaben abstimmen. Das Umweltdezernat plant, diese über den speziellen Fördertopf des Bundes zu bezahlen.
Dazu ist eine Zustimmung des Rates im Dezember nötig, um Mittel aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (kurz LuKIFG) zu nutzen. Ein Teil dieses Bundestopfes steht den Kommunen für energetische Modernisierung, Klimaschutz, Anpassung an Klimafolgen und ökologische Nachhaltigkeit zur Verfügung. Umweltdezernent Wolfgramm möchte für die 13 Vorhaben rund 150 Millionen Euro einsetzen, genauer gesagt 148.160.673 Euro.
Der Plan sieht vor, dass 71 Prozent des Betrags aus dem LuKIFG finanziert werden. Für die übrigen 29 Prozent müssen zusätzliche Gelder von Dritten, beispielsweise aus anderen Förderprogrammen, akquiriert werden.
Auf dieser Liste tauchen einige der vordringlichen Projekte erneut auf, wie der Fred-Sauer-Platz und der Hybridpark, aber es kommen noch weitere hinzu. Der größte Posten mit 48 Millionen Euro ist für die 30 Hektar umfassende Grünfläche des neuen Stadtentwicklungsvorhabens Parkstadt Süd vorgesehen. Zusätzliche 6,6 Millionen Euro sind für einen 4,5 Hektar großen Park am Eifelwall eingeplant, der am Rand der Parkstadt entstehen soll.
Außerdem plant das Umweltdezernat ein zentrales Budget in Höhe von zehn Millionen Euro für Maßnahmen zur Anpassung an die Klimafolgen. Weitere 11,1 Millionen Euro sollen in neue Bäume in Grünanlagen und an Straßen fließen. Für sogenannte Pocketparks sind 18 Millionen Euro vorgesehen. Dabei handelt es sich um kleine, grüne Oasen in besonders von Hitze geplagten Vierteln. Die Behörde möchte darüber hinaus für fünf Millionen Euro versiegelte Flächen in Köln aufbrechen und mit 14,3 Millionen Euro den seit Langem geplanten Niehler Gürtel (auch Grünzug Nippes genannt) zu einem Park umgestalten. (red)
